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25. November 2009, 19:20 Uhr

Bundeswehr-Ausgaben steigen auf Rekordhoch

Der Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan kommt den Steuerzahler so teuer zu stehen wie nie zuvor. 785 Millionen Euro sieht der Regierungsantrag auf eine Verlängerung des Mandats im Krisengebiet vor. Eine mögliche Aufstockung der Truppen ist dabei nicht mit eingerechnet.

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Besuchte vor kurzem die Truppen in Afghanistan: Verteidigungsminister Guttenberg© Michael Kappeler/DPA

Deutschland wird für den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr im nächsten Jahr so viel Geld ausgeben wie noch nie. Die Kosten steigen im Vergleich zum laufenden Jahr voraussichtlich um 215 Millionen auf 785 Millionen Euro. Das geht aus dem Regierungsantrag an den Bundestag zur Verlängerung des Mandats für die internationale Afghanistan-Schutztruppe ISAF hervor. Die Verteuerung des Einsatzes hat aber nichts mit bereits eingeplanten Kosten durch eine spätere Truppenaufstockung zu tun.

Bundestag berät über auslaufendes Mandat

Als Gründe für die Ausgabenerhöhung gab das Verteidigungsministerium am Mittwoch in Berlin unter anderem gestiegene Personal- und Materialkosten an. Dazu zählen die Erhöhung der Zulage für die in Afghanistan eingesetzten Soldaten von 92 auf 110 Euro pro Tag, Mehrkosten für Materialbeschaffung und -erhaltung sowie für Infrastrukturmaßnahmen wie den Flughafenausbau am Standort des deutschen Feldlagers Masar-i-Scharif in Nordafghanistan.

Der Bundestag berät an diesem Donnerstag über das am 13. Dezember auslaufende Mandat und will nächste Woche über die Verlängerung des Einsatzes bis zum 14. Dezember 2010 entscheiden. Die jetzige Obergrenze von 4500 Soldaten soll dabei nicht verändert werden. Die Zustimmung gilt als sicher. Aus Bundeswehrkreisen verlautet aber seit Wochen, dass sich die Militärführung auf eine spätere Aufstockung des deutschen Kontingents einstelle. Berichte über eine Anhebung auf 7000 Soldaten waren im Herbst aber dementiert worden.

Entscheidung der USA richtungsweisend

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) will für Beratungen über eine mögliche Aufstockung die neue Afghanistan-Strategie von US-Präsident Barack Obama und die internationale Afghanistan-Konferenz, die vermutlich am 28. Januar in London stattfindet, abwarten. Nach Informationen der "New York Times" will Obama zwischen 25.000 und 30.000 zusätzliche Soldaten an den Hindukusch schicken. Damit könnte sich der Druck auf die europäischen Bündnispartner erhöhen, ebenfalls mehr Kräfte einzusetzen.

Der Grünen-Abgeordnete Omid Nouripour sagte, es sei absehbar, dass das deutsche Mandat schon im Frühjahr verändert werde. Deshalb sollte es jetzt nur um sechs Monate verlängert werden. Für die Verlängerung des Bundeswehreinsatzes bis zum 14. Dezember 2010 hat die Regierung Kosten von insgesamt rund 820,7 Millionen Euro berechnet, davon 36 für die zweite Dezemberhälfte 2009 und 784,7 Millionen Euro im nächsten Jahr (2009 bis Mitte Dezember: 570,6 Millionen Euro). Der gesamte Verteidigungsetat 2010 beläuft sich nach jetzigem Stand auf 31,1 Milliarden Euro.

DPA
 
 
KOMMENTARE (9 von 9)
 
FreddyKraus (26.11.2009, 07:35 Uhr)
Bundseswehr
Der "stern" hatte früher besser recherchiert bzw. hatte bessere Informanten aus dem Verteidigungsministerium.

Bereits in 2009 betrugen die Kosten für den Afghanistaneinsatz weit über 1 Milliarde Euro wenn man die Abschreibung für Waffen und Gerät mit einbezieht, und das Jahr 2009 ist nicht nicht beendet..

Alleine die Renten an die Angehörigen der getöteten Soldaten betragen hochgerechnet mehrere Millionen Euro. Hinzu kommen noch die finanziellen Unterstützungen für die vielen verletzten oder berufsunfähigen jungen Soldaten ein Leben lang.
pitiplatsch (26.11.2009, 07:05 Uhr)
Jawoll jeden Tag
2 Milionen Euro für den Opiumanbau und die korrupte Regierung, unsere alleinerziehende Mütter und abgezockten Rentner zahlens gerne. So eine liderliche Regierung wie wir uns eingefangen haben gehört nach Afghanistan gejagt vorneweg die Kanzlerin und der Adelige.
jetrabbit (25.11.2009, 22:05 Uhr)
laut BRD ministerium haben für "wiederaufbau" ...
"Über 30.000 Deutsche haben in den letzten Jahren in Afghanistan geholfen." ... was hat das eigentlich gekostet, die summe dürfte ähnlich hoch sein. habe noch keinen "wiederaufbau" im tv gesehen. vielleicht haben die taliban ihn gestohlen.
Aquarius2 (25.11.2009, 22:00 Uhr)
Wofür ?
Wir sollten die Nation beobachten, die den Überfall initiiert hat.
Vielleicht sind deren Soldaten wg. Sinn-
und Erfolglosigkeit bald verschwunden und unsere Jungs sitzen mit unnützem Kriegsgerät noch ratlos am Hindukusch herum.
Es darf ja nicht falsch gewesen sein.
Koste es, was es wolle.
Gisella (25.11.2009, 21:41 Uhr)
hauptsache
mitmachen-egal was es kostet.
knilch_59 (25.11.2009, 20:49 Uhr)
785 Millionen?
Dafür, dass 4.500 Soldatinnen und Soldaten dort stationiert sein können, also 14.500 Euro monatlich pro tatsächlicher Einsatzkraft vor Ort?
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Das zeigt nur, wie unwirksam die Mittel aufgewendet werden. Weder wurde hiervon "Sicherheit" geschaffen, noch sonstwie die Lebensbedingungen der dortigen Bevölkerung verbessert.
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Zynisch, wenn die Erhöhung der Entwicklunghilfe für Afghanistan auf (!!!, nicht "um") 52 Mio Euro von Herrn Niebel jetzt als tolle Leistung dargestellt wird, wenn gleichzeitig der Militäreinsatz um (!!!, nicht "auf") 215 Mio Euro gar nicht im Land ankommt.
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Wir brauchen dringend einen anderen politischen Ansatz, der diesen völlig irrationalen (um nicht schwachsinnig zu gebrauchen) Mitteleinsatz verbessert.
oppenwehe (25.11.2009, 20:25 Uhr)
Guttenberg
In Deutschland verhungern Kinder.

Gleichzeitig schickt Guttenberg Soldaten in einen sinnlosen Krieg.

Hatten wir das nicht schon einmal..?
bayerbienengift (25.11.2009, 20:03 Uhr)
Und das ganze Kriegstreiben
wird noch als Entwicklungshilfe deklariert.
Wir sind sind wieder Deutschlaaaand!
Corazito3333 (25.11.2009, 19:29 Uhr)
Mit einem Teil dieses Geldes
könnte man soviel machen.........Bildung, Kinderarmut....und und und....aber es wird verpulvert!!!
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