. .
Politik im Ausland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
21. Juli 2010, 09:04 Uhr

Guttenberg warnt vor übereiltem Abzug

Bis Ende 2014 sollen die Afghanen selbst für die Sicherheit in ihrem Land sorgen. Doch Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg will sich nicht auf ein genaues Abzugsdatum festlegen. Auch einer seiner Generäle warnt davor.

Karl-Theodor zu Guttenberg, Afghanistan, Abzug, nicht festlegen, 2014

Auf Stippvisite in Afghanistan: Karl-Theodor zu Guttenberg© DPA

Nach der Afghanistan-Konferenz in Kabul hat Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) davor gewarnt, für den Abzug der Nato-Truppen ein Enddatum zu setzen. Für den möglichen Beginn des Rückzugs ab 2011 müssten "sehr klare und sehr harte" Vorbedingungen erfüllt sein, sagte Guttenberg der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Der deutsche Nato-General Egon Ramms bezeichnete die Abzugsdebatte als gefährlich.

Bei der Konferenz am Dienstag hatten die internationalen Teilnehmer das Ziel festgeschrieben, bis Ende 2014 die Sicherheitsverantwortung im Land vollständig an die afghanischen Sicherheitskräfte abzugeben. Die Frage des Abzugs der internationalen Truppen war offengeblieben. Die bisherige Afghanistan-Strategie von US-Präsident Barack Obama sieht zunächst eine Aufstockung der Truppen vor, um dann ab 2011 schrittweise mit dem Abzug zu beginnen.

"Ein Abzug darf kein Selbstzweck sein, sondern er muss an das klare Erreichen von Zielen geknüpft sein", forderte Guttenberg. "Wir müssen ein Mindestmaß an Stabilität herstellen", sagte der Minister der Zeitung. "Wenn das erreicht ist, kann man mit einem Abzug beginnen, aber man sollte keine Enddaten für einen Abzug setzen, das wäre verheerend und dumm."

Nato-General warnt vor Abzugsdebatte

Auch der Befehlshaber des für Nato-Einsätze zuständigen Hauptquartiers im niederländischen Brunssum warnte vor der Festlegung auf Termine für den Truppenabzug. "Ich halte das Reden über Abzugsdaten für gefährlich", sagte der deutsche General Egon Ramms der Tageszeitung "Die Welt". "Wir liefern den Aufständischen damit Informationen, wie es um den psychischen Zustand in unserer Bevölkerung bestellt ist." Ramms warnte zugleich vor einer falschen Darstellung der Lage in Afghanistan: "Das Bild, das in der Öffentlichkeit herrscht, unterscheidet sich deutlich von unserem eigenen", so Ramms. "Ich kann nur jeden warnen, hier mit politischem Wunschdenken an das Thema ranzugehen."

Guttenberg räumte Fehler der Politik im Umgang mit der Afghanistan-Frage ein: "Alle Politiker - mich eingeschlossen - haben teilweise Bilder gezeichnet und Ziele formuliert, die sich inzwischen als Illusion erwiesen haben", sagte er. Ziel in Afghanistan könne heute nicht mehr die Einrichtung einer Westminsterdemokratie sein.

Der Verteidigungsminister zeigte auch Verständnis für die Strafanzeige der Mutter eines in Afghanistan getöteten deutschen Soldaten. "Sie will natürlich Gewissheit, dass der Verlust wirklich unvermeidlich war", sagte Guttenberg. Die Trauer, der Schmerz und die Zweifel, die zurückblieben, könne "jeder Vater, jede Mutter aus vollem Herzen nachvollziehen". Die Mutter wirft der Bundeswehr schweres Versagen bei der Einsatzplanung vor. Ihr Sohn war am 2. April während eines Feuergefechts mit Taliban durch einen Sprengsatz getötet worden.

AFP/swd
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Afghanistan-Konferenz Des Karsais neue Kleider

Die für heute angesetzte Afghanistan-Konferenz ist eine Farce. Während das Land immer weiter im Krieg versinkt und die Taliban an Macht gewinnen, fordert Präsident Hamid Karsai neue Gelder und beschneidet die Demokratie. mehr...

Konferenz in Kabul Afghanen sollen ab 2014 selbst für Sicherheit sorgen

In Kabul beraten Delegationen aus mehr als 70 Ländern über die Zukunft Afghanistans. Nun haben sie das Ziel der Regierung Karsais gebilligt, spätestens 2014 die Verantwortung für die Sicherheit im Land von den ausländischen Truppen zu übernehmen. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe