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27. Juni 2007, 09:16 Uhr

Jung fordert von USA "angemessenes" Vorgehen

Kosovo, Raketenabwehrschild, Afghanistan: Verteidigungsminister Jung hatte viel mit seinem amerikanischen Amtskollegen Robert Gates zu besprechen. Jung fordert vor allem weniger zivile Opfer bei den Nato-Einsätzen in Afghanistan.

Verteidungsminister Franz Josef Jung beim Treffen mit seinem amerikanischen Amtskollegen Robert Gates© Matthew Cavanaugh/DPA

Angesichts einer wachsenden Zahl ziviler Opfer bei Militäreinsätzen in Afghanistan hat sich Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) für ein "kluges und angemessenes" Vorgehen eingesetzt. Nach einem Treffen mit seinem US-Amtskollegen Robert Gates in Washington sprach sich Jung insbesondere für eine engere Abstimmung zwischen der NATO-geführten Internationalen Schutztruppe (ISAF) und der US-geleiteten Antiterror-Operation Enduring Freedom (OEF) aus, um zivile Opfer zu vermeiden und die Unterstützung der afghanischen Bevölkerung nicht zu verlieren. Die OEF sei aber weiter notwendig, um den Terrorismus wirksam zu bekämpfen.

Informationskampagne über erzielte Erfolge

Der Minister kündigte weiter eine Informationskampagne in Deutschland an, um die Bevölkerung besser über die bereits erzielten Erfolge in Afghanistan aufzuklären. Es müsse zudem stärker herausgestellt werden, dass ein andauernder Einsatz in Afghanistan auch im deutschen Sicherheitsinteresse liege, sagte Jung, der auch mit US-Sicherheitsberater Stephen Hadley zusammenkam. Es dürfe nicht vergessen werden, dass Afghanistan der Ausgangspunkt des Terrorismus gewesen sei.

Die Bundeswehr ist mit 3500 Soldaten in der ISAF der drittgrößte Truppensteller und beteiligt sich auch mit bis zu 100 Soldaten an der OEF. Politiker der SPD und der Grünen haben im Zusammenhang mit der hohen Zahl der zivilen Opfer ein Ende des deutschen OEF-Engagements gefordert.

Jung zieht positives Fazit nach dem Treffen

Im weiteren Mittelpunkt der Washingtoner Gespräche standen Jung zufolge auch das Kosovo und die US-Raketenabwehrpläne in Polen und Tschechien. Zur Raketenabwehr sagte der Verteidigungsminister, er sehe einen ernsthaften Willen seitens der USA, Russland mit einzubeziehen. Er sei dankbar dafür, dass die US-Regierung in einen Dialog über ihre Pläne eingetreten sei.

"Sehr breite" Übereinstimmung mit den USA sieht Jung auch beim Thema Kosovo. Es müssten alle Anstrengungen unternommen werden, gemeinsam mit den UN zu einer Lösung für die abtrünnige südserbische Provinz zu kommen. Insgesamt sprach Jung von einer "hervorragenden Vertrauensgrundlage" im deutsch-amerikanischen Verhältnis.

DPA
 
 
KOMMENTARE (1 von 1)
 
Countryjoe (27.06.2007, 12:12 Uhr)
Krieg light?
Alle in Afghanisten involvierten Nato-Parteien sollten sich darüber im klaren sein, das man ebensowenig ein bißchen Krieg machen kann wie ein wenig schwanger sein. Krieg light gibt es nicht. Die Taliban wissen das schon lange.
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