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28. Januar 2010, 11:42 Uhr

Kampfansage an al Kaida

Die internationale Gemeinschaft plant den Rückzug aus Afghanistan. Mit einer kurzfristigen Aufstockung der Truppen sollen dafür zunächst die Voraussetzungen geschaffen werden. Zum Auftakt der Afghanistan-Konferenz in London richtete der britische Premier Gordon Brown klare Worte an das Taliban-Regime.

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Mit harter Hand gegen die Taliban: Premier Gordon Brown machte seinen Standpunkt klar© Leon Neal/Reuters

Mehr als acht Jahre nach dem Sturz des Taliban-Regimes dringt die internationale Gemeinschaft auf eine baldige Befriedung des Landes. Vertreter aus 44 Staaten und von internationalen Organisationen sind in London zusammengekommen, um über Abzugsperspektiven für die internationalen Truppen zu beraten. Der Einsatz dieser Truppen in Afghanistan ist nach den Worten des britischen Premierministers Gordon Brown entscheidend für die Sicherheit in der Welt. Auf der Afghanistan-Konferenz könne jedoch der Grundstein gelegt werden, dass die ausländischen Truppen "nach Hause" kommen, sagte Brown zum Auftakt. "Es wird Zeit brauchen, aber schneller gehen als manche erwarten."

Gleichzeitig wandte sich Brown mit einer Kampfansage an das Terrornetzwerk al Kaida: "Wir werden Euch besiegen, nicht nur auf den Schlachtfeldern, sondern auch in den Herzen und Köpfen." Man wolle im Laufe des Jahres damit beginnen, die Kontrolle an die afghanischen Sicherheitskräfte zu übergeben. Die eintägige Konferenz sei der Beginn einer "neuen Phase" und ein "entscheidender Schritt", dass Afghanistan die Verantwortung für seine eigene Sicherheit übernehmen kann.

Zustimmung zum Konzept der Bundesregierung

Bundesaußenminister Guido Westerwelle sagte, es solle ein "neues Kapitel" in der Afghanistan-Politik aufgeschlagen werden. Künftig solle der Akzent mehr auf dem zivil-politischen Wiederaufbau liegen. "Wir wollen einen Wendepunkt schaffen", erklärte Westerwelle vor Beginn der Verhandlungen, die von Brown, UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und dem afghanischen Präsidenten Hamid Karsai geleitet werden.

Westerwelle sagte nach einer Unterredung mit anderen Außenministern am Vorabend, er habe für die Kernpunkte des deutschen Konzepts sehr viel Zustimmung erhalten. "Wir liegen richtig, wenn wir eine Abzugsperspektive erarbeiten." 2011 soll mit der Verringerung der Truppenstärke begonnen werden und 2014 die Verantwortung für die Sicherheit vollständig an die afghanische Führung zurückgegeben werden. "Wir wollen nicht ewig und drei Tage in Afghanistan bleiben".

Die Bundesregierung sieht vor, das Bundeswehrkontingent von jetzt 4500 Soldaten um maximal 850 aufzustocken. Alleine 1400 Soldaten sollen sich - auch durch Umschichtungen innerhalb der Truppen - künftig der Ausbildung afghanischer Sicherheitskräfte widmen. Die schnelle Eingreiftruppe soll aufgelöst werden. Auch die Polizeiausbilder sollen von jetzt 123 auf 200 bis Ende des Jahres erhöht werden. Brown lobte bei seiner Auftaktrede ausdrücklich die Pläne der Bundesregierung, die Truppen aufzustocken und mehr Geld in die Entwicklungshilfe zu stecken.

Obama blickt positiv in die Zukunft

US-Präsident Barack Obama hatte sich kurz vor Beginn der Konferenz ebenfalls zuversichtlich gezeigt, dass der internationale Einsatz in Afghanistan ein Erfolg wird. Im vergangenen Jahr seien Hunderte al-Kaida-Anhänger getötet oder gefangengenommen worden, darunter zahlreiche Anführer, sagte Obama am Mittwochabend in seiner Rede zur Lage der Nation. Ihre Zahl sei weitaus höher gewesen als im Jahr zuvor.

Mit der Aufstockung der US-Truppen und den verstärkten Bemühungen um eine Ausbildung der afghanischen Sicherheitskräfte komme man dem Ziel näher, die Truppen ab 2011 schrittweise wieder nach Hause zu holen, ergänzte Obama. Auf der Seite der USA stünden Verbündete, die ebenfalls ihr Engagement ausgeweitet hätten. "Vor uns liegen schwierige Tage. Aber ich bin überzeugt, dass wir Erfolg haben werden", sagte der US-Präsident.

DPA/Reuters/APN
 
 
KOMMENTARE (10 von 10)
 
Administrator (29.01.2010, 11:46 Uhr)
@aceking89
Ihr Kommentar wurde gelöscht, bitte argumentieren Sie sachlich und verzichten Sie auf Beleidigungen.

Herzliche Grüße,

Ihre stern.de-Admins
AllesLuege123 (29.01.2010, 00:16 Uhr)
Die Leute sind nicht mehr so unwissend liebe Stern Redaktion...
Lieber Stern,

wir Leser haben heutzutage mehr Wissen als früher.
Man weiß das Ihr gekaufte seit...
Ihr seit kopierer der Lügen der Mächtigen und nichts weiter...
Al Kaida ist eine pure Erfindung...
Weiß man...
Wisst Ihr auch...
Also was soll das?

Tipp: "Der Mord an Michael Jackson lesen"

Unbedingt!!!

Gute Nacht ihr "freien Medien"

Lachtot... :-)
Fakten (28.01.2010, 22:42 Uhr)
Wie will sich die CIA jetzt selbst bekaempfen?
Al-Quaida/Al-Qaida gibt es nicht!

Die Terroristen sind die USA und die NATO auch als Nord Atlantik Terror Organisation bezeichnet. Das hat man mehrfach eindrucksvoll durch feige hinterhaeltige Bombardements auf Zivilisten bewiesen.

Die Regierungspropaganda wird langsam unertraeglich.

Dem Einfaeltigen sei es gesagt bei diesem Krieg geht es nur um Geld und Profit fuer die Ruestungsindustrie der USA.
Aquarius2 (28.01.2010, 18:48 Uhr)
Kampfansage an al Kaida - Träumerei ?
Gegen wen haben die modernsten militärischen Truppen denn in den letzten 8 Jahren gekämpft?
Das erinnert doch an den permanenten Kampf der Drogen-Junkies:
Jetzt kämpfe ich gegen meine Sucht!
Besteht etwa ein Zusammenhang zwischen Afghanistan als größtem Drogenexporteur der Welt und dem o.z. hilflosen Vorsatz nach 8 Jahren Krieg gegen die Taliban?
artos (28.01.2010, 18:29 Uhr)
Kaum nachvollziehbar
Etwa 9 Jahre Einsatz in Afghanistan und nur 50% Erfolg!
Jetzt will diese Außenministerin und die Kanzlerin durch Zahlung an den Gegner mit vielen Millionen Euros nach 4 Jahren als "Sieger" Afghanistan verlassen.
Kaum vorstellbar, aber was soll´s, Frauen denken anders....
wolwul (28.01.2010, 17:22 Uhr)
Afghanistan
"Die internationale Gemeinschaft plant den Rückzug aus Afghanistan." Leider ist schon dieser erste Satz des obigen Artikels gelogen. Deshalb war es auch völlig unnötig, den Rest noch zu lesen. Er brachte nichts als weiteres Wischiwaschi. Die leere Drohung des Premier Minister Brown an die Taliban ist ebenfalls keiner Erwähnung wert.
Benkku (28.01.2010, 14:49 Uhr)
Keinen Schritt jetzt mehr weiter!!!
Wie will man nun in Afghanistan aber gezielt Talibans bekämpfen, wenn die sich äußerlich nicht von Zivilisten unterscheiden? Innerlich wage ich zu bezweifeln. Ich glaube daß die Berg- und Wüstenbewohner neben den Plantagenarbeitern schon ungeduldig auf die versprochene Durchführung des Ausbilder-Konzepts samt zur Verfügung gestellter Ausrüstung warten. Wer kann den Gestalten überhaupt über den Weg trauen? Wenn es dort nach dem angekündigten Abzug am Sanktnimmerleinstag keine Demokratie (unbekanntes Wort dort, läßt sich deshalb auch nicht übersetzen) geben wird, dann haben die Anstifter des militärischen Eingriffs ihr vorgegebenes Ziel nicht erreicht. (Viel Geschrei und wenig Wolle sagte der Bauer, als er die Sau schor.). Und was sagte Peter Struck gestern noch dazu? Am Hindukusch werde nach wie vor die Freiheit Deutschlands verteidigt. "Verteidigen" nennt er das, obwohl am Beginn davon gar keine Rede war. Frau Merkel möchte dagegen dort nun doch lieber größere Beträge versenken. Wird schon vom Briten dafür gelobt. So darf das aber nicht weiter gehen. Auf dessen Lob können die Deutschen ohnehin gut verzichten.
pat26 (28.01.2010, 14:04 Uhr)
"Konzept"....
"Westerwelle sagte nach einer Unterredung mit anderen Außenministern am Vorabend, er habe für die Kernpunkte des deutschen Konzepts sehr viel Zustimmung erhalten."

Was für ein Konzept? Hier ist die Rede vom "Wendepunkt in der Afghanistan-Politikt".
Warum? Was ändert sich denn in den nächsten Jahren? Die Truppen sind aufgestockt worde und es fliesst wieder eine Menge Geld. Findet diese Afghanistanpolitik nicht schon seit 8 Jahren statt?
Satyros (28.01.2010, 14:02 Uhr)
Vorwaerts zum Rueckzug
Man muss wohl eine laengere Erfahrung als Politiker haben, bis man an solche Parolen selber glaubt.
Gesichtswahrung lasse ich mir ja noch gefallen, aber ich fuerchte Brown und Co. glauben wirklich an den Unsinn vom Gewinnen der Herzen und Koepfe.
rockyciano (28.01.2010, 13:22 Uhr)
Ich verfolge die
neue Entwicklung mit grosser Sorge und Skepsis.Die Amerikaner und Engländer sind bereits im Visier der Terroristen und werden es auch bleiben........Der TERRORISMUS läßt sich nicht durch Geld noch mit Waffengewalt besiegen.Wir werden nie das Herz oder eine pro-westliche Einstellung bei den Afghanen erreichen.Meine Befürchtung geht dahin, dass wir mit der Bereitstellung von zusätzlichen Geldmitteln eher die Ausbildung weiterer Terroristen finanzieren.
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