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26. April 2010, 16:02 Uhr

Taliban-Führer stirbt bei Luftangriff

Schlag im Kampf gegen die Taliban: Der "Schattengouverneur" der Region Kundus wurde bei einem Luftschlag getötet. Nach afghanischen Angaben starben vier weitere Aufständische.

Taliban, Kundus, Afghanistan, Bundeswehr, ISAF,

US-Soldaten in Afghanistan: schwerer Schlag gegen Taliban© Tim Wimborne/Reuters

Elf Tage nach dem tödlichen Angriff auf die Bundeswehr in Nordafghanistan ist den Taliban in der Region ein schwerer Schlag versetzt worden. Nach offiziellen afghanischen Angaben wurde am Montag der Kommandeur der Aufständischen in der Provinz Kundus getötet. Mullah Yar Mohammad alias Mullah Noor Mohammad sei erst kürzlich von den Taliban als "Schatten-Gouverneur" der Provinz eingesetzt worden, sagte der Regierungs-Gouverneur von Kundus, Mohammad Omar.

Die Internationale Schutztruppe Isaf teilte ohne Nennung von Namen mit, ein hochrangiger Taliban-Kommandeur in Kundus und zwei seiner Berater seien bei einem Präzisions-Luftschlag auf ihr Fahrzeug in einem ländlichen Gebiet gestorben. Omar sagte dagegen, neben dem Kommandeur seien vier weitere Aufständische bei dem Luftangriff im Distrikt Archi rund 30 Kilometer nordöstlich von Kundus Stadt ums Leben gekommen. Mohammad stammte nach Omars Angaben aus der süafghanischen Taliban-Hochburg Helmand.

In der Provinz Kundus waren am Karfreitag drei deutsche Soldaten in einem Hinterhalt der Taliban getötet worden. Bei einer Operation in der Nachbarprovinz Baghlan waren vor knapp zwei Wochen vier Bundeswehr-Soldaten bei einem Anschlag und unter Beschuss gestorben.

34 Schattengouverneure führen die Aufständischen

Die NATO-geführte Isaf teilte mit, der Taliban-Kommandeur sei "an allen Aspekten der Militäroperation der Aufständischen in der Provinz Kundus" beteiligt gewesen. Er sei verantwortlich dafür gewesen, Zielprioritäten zu setzen, Waffen zu verteilen und Angriffe gegen ausländische und afghanische Sicherheitskräfte zu leiten.

Mohammads Vorgänger, Mullah Abdul Salam, war nach offiziellen afghanischen Angaben im vergangenen Februar in Pakistan festgenommen worden. Pakistan hat das nicht offiziell bestätigt. Die Taliban haben inzwischen für die meisten der 34 afghanischen Provinzen "Schatten-Gouverneure" eingesetzt, die die Aufständischen dort führen.

"Als Brüder willkommen geheißen"

Die Bundeswehr fliegt selbst keine Luftangriffe in Afghanistan, kann solche aber anfordern. Auf Befehl der Bundeswehr hatten US-Kampfjets im vergangenen September zwei von den Taliban gekaperte Tanklastzüge bombardiert. Dabei waren neben Aufständischen auch Zivilisten getötet worden.

Die Isaf teilte am Montag mit, acht Taliban-Kämpfer hätten in Baghlan ihre Waffen niedergelegt und sich den afghanischen Sicherheitskräften gestellt. Der General Murad Ali Murad habe eine Schura (Ratsversammlung) mit den Aufständischen abgehalten, um über die Konditionen für ihre Wiedereingliederung zu verhandeln. Murad habe die Männer als "Brüder" willkommen geheißen. An dem Treffen habe auch der Isaf-Kommandeur für die Nordregion, der deutsche General Frank Leidenberger, teilgenommen.

DPA
 
 
KOMMENTARE (9 von 9)
 
suleiman (27.04.2010, 10:35 Uhr)
noch ein lesetipp:
Afghanische Warlords stehen jährlich mit Hunderten von Millionen-Dollar-Margen auf NATO-Gehaltslisten /Radio Utopie......................
suleiman (27.04.2010, 10:17 Uhr)
wer,s glaubt.........
auf infokriegernews zu lesen, bericht über neues massaker in deutscher Besatzungszone,außerdem,viele taliban standen auf der gehaltsliste des CIA?Und dazu noch einige andere Wahrheiten.Mord ist Mord und KONDOZ ist geplante abfackelung gewesen.
Heinerich (27.04.2010, 04:14 Uhr)
Da haben wir aber Glück gehabt, dass kein
Deutscher Soldat dabei war, sonst würden DIE im BT endlos diskutieren wie man die Witwe des ermordeten Taliban Führers entsprechend entschädigen kann.
Lachhaft was sich unsere Abgeordneten da so leisten.
Da wird ein Tanklastzug entführt, den beiden Fahrer bestialisch und nach Taliban Art die Kehle durchgeschnitten und wenn diese Mörder dabei umkommen ist der Aufschrei groß und es wird überall nach Schuldigen gesucht nur nicht bei den Verursachern.
Wenn aber unsere besten Freunde eine gesamte friedliche Hochzeitsgesellschaft den Garaus machen, spricht man von Kollateralschäden.

Verkehrte Welt, hört endlich auf euch in Angelegenheiten anderer Völker und mit anderen Sitten einzumischen.
Sorgt für Ordnung damit die einheimische Bevölkerung sich frei entfalten kann, dann ist wenigstens etwas erreicht.

Entfernt den Präsidenten von US Gnaden, denn das eigentliche Ziel der gesamten Operation, Bau einer Ölpipeline von Kasachtan zum Golf ist durch den Bau der Pipeline nach China hinfällig.

Also was wollt ihr da noch?
Buckshot (26.04.2010, 19:42 Uhr)
Na also !
Geht doch. Die Amis machen es den Deutschen vor. Fuer jeden Angriff auf unsere Soldaten eine gepfefferte Antwort an die Partisanen.

Denn es ist Krieg.

butcher99 (26.04.2010, 19:33 Uhr)
ui, ui. ui
da sehe ich hohe Schadenersatzforderungen auf die Isaf zukommen
Glaubwuerden (26.04.2010, 19:18 Uhr)
Darauf durften wir solange warten!
Jetzt wo wir offiziell im "Krieg" sind, trudeln auch wieder die Siegesmeldungen ein.

Lang ersehnt, aber rechtzeitig. Jetzt gehts los!
Aber Moment einmal. Haben die Talibans nur Führer?
Kann doch nur getürkt sein. Dachte ich mir.
BMBerlin (26.04.2010, 18:54 Uhr)
Diese Meldung ist kein Triumph, wie hier beschrieben
Herr dpa, Nachrichtenagentur, damit sichergestellt wird, dass eine einheitliche Nachrichtenfärbung in Deutschland lesbar ist:

diese Meldung ist eher ein Verlust, denn ein Sieg! Wo ist die Warnung, dass die Hydra beliebig viele Köpfe hat, die immer wieder nachwachsen!

Wo ist die Warnung, dass dadurch Terror als Racheakt nach Deutschland getragen werden kann?

Wo ist angeführt, dass die Taliban mit 9/11 nicht das Geringste zutun haben? Wer gibt der NATO eigentlich völkerrechtlich das Recht, in diesem Staat die Taliban anzugreifen ( die ideologische Souveränität ist völkerrechtlich gesichert )?
Tempelhofer (26.04.2010, 18:38 Uhr)
@ RDUKE7777777
Das ist wieder einmal dieser abgrundtiefe linke Zynismus, auf tote Zivilisten als makabere "Wahlkampfmunition" zu setzen und hoffen.

Und dann kommt die große Enttäuschung, dass es diesmal nur die Richtigen getroffen hat.

Bei einem zweiten Kundus würden wohl bei Ihnen und Ihresgleichen wieder die Sektkorken knallen.
RDUKE7777777 (26.04.2010, 18:27 Uhr)
Jawoll!!!
Es geht vorwärts. Dann macht der Tod der Soldaten ja pünktlich vor ner NRW-Wahl doch noch sinn. Jetzt können wir ja auch noch in Pakistan oder im Iran einmarschieren!

Apropos "Präzisionsluftschlag"...Wie präzise wurden denn diesmal Zivlisten zerfetzt...? äähh ich meine, gab es "Kollateralschäden"?
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