13. Mai 2012, 09:28 Uhr

Mitglied des Hohen Friedensrats erschossen

Die Friedensgespräche zwischen der afghanischen Regierung und der Taliban haben einen Rückschlag erlitten: Ein ranghohes Mitglied des Hohen Friedensrats wurde von Unbekannten erschossen.

Unbekannte haben in Afghanistan ein ranghohes Mitglied des für die Friedensgespräche mit den radikalislamischen Taliban zuständigen Hohen Friedensrats getötet. Arsala Rahmani, ein wichtiger Berater von Staatschef Hamid Karsai, sei in der Hauptstadt Kabul aus einem fahrenden Wagen heraus erschossen worden, sagte ein Sicherheitsbeamter.

Rahmani war unter den Taliban Minister gewesen und galt als wichtiger Unterhändler in den Friedensgesprächen mit den Aufständischen. Er soll Kontakte zu den Aufständischen unterhalten haben, mit denen Präsident Harmid Karsai eine Aussöhnung herbeiführen will. Unter dem Ende 2001 gestürzten Taliban-Regime war Rahmani Vize-Bildungsminister gewesen.

Taliban streitet Beteiligung an Ermordung ab

Ende September war bereits der damalige Chef des Friedensrats, der frühere afghanische Präsident Burhanuddin Rabbani, bei einem Selbstmordanschlag in seinem Haus in Kabul getötet worden. Der Attentäter, der den Sprengsatz in seinem Turban versteckt hatte, hatte sich als Abgesandter des Führungsrates der Taliban ausgegeben.Seine Ermordung war ein schwerer Rückschlag für die Friedensbemühungen in Afghanistan.

Die Taliban hatten kürzlich den Beginn ihrer Frühjahrsoffensive verkündet und damit gedroht, Regierungsangestellte, Ausländer und Angehörige des Friedensrates zu töten. Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid sagte am Sonntag aber, die Aufständischen seien an der Ermordung Rahmanis nicht beteiligt gewesen. Eine Beteiligung an der Tötung Rabbanis haben die Taliban weder bestätigt noch dementiert.

fle/AFP
 
 
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