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18. Juni 2008, 16:29 Uhr

Nato beginnt Großoffensive gegen Taliban

Nato-Truppen und afghanische Militärs haben im Süden Afghanistans eine Großoffensive gegen hunderte Taliban-Kämpfer begonnen. Die Offensive konzentriert sich auf den Bezirk Arghandab in den nördlichen Außenbezirken von Kandahar, wo rund 600 Aufständische mehrere Ortschaften eingenommen haben.

Mit Kampfhubschraubern und schweren Boden-Geschützen gehen Nato und das afghanische Militär im Süden des Landes gegen Aufständische vor© Allauddin Khan/AP

Nato-Truppen und afghanische Militärs haben eine Großoffensive gegen hunderte Taliban-Kämpfer begonnen. Mit Kampfhubschraubern und schweren Boden-Geschützen gingen sie im Süden des Landes gegen Aufständische vor, von denen viele erst vor wenigen Tagen bei einem spektakulären Überfall auf ein Gefängnis freigekommen waren. Die Offensive soll mindestens drei Tage dauern. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Kabul starben am Mittwoch zunächst rund 20 Taliban und zwei afghanische Soldaten.

Die Offensive konzentriert sich auf den Bezirk Arghandab in den nördlichen Außenbezirken von Kandahar, wo rund 600 Taliban-Kämpfer am Montag mehrere Ortschaften eingenommen haben. Daraufhin hatten Nato und afghanische Militärs ihre Kräfte dort konzentriert. Tausende Familien sind aus Angst vor den Kämpfen aus dem Gebiet geflohen. Nach afghanischen Angaben haben die Taliban mindestens acht Gemeinden eingenommen und sie vermint.

Mehr als sechs Jahre nach dem Sturz der radikal-muslimischen Taliban herrscht vor allem im Süden Afghanistans noch immer Krieg. Dabei war die Gewalt zunächst abgeflaut, doch seit zwei Jahren hat die Intensität wieder zugenommen. 13.000 Menschen sind seitdem getötet worden. Nahezu täglich kommt es zu Anschlägen. In dem Land sind derzeit rund 60.000 ausländische Soldaten unter dem Kommando von USA und Nato - darunter 3500 Bundeswehrsoldaten vor allem in Norden des Landes - sowie 150.000 afghanische Soldaten stationiert.

Allein am Mittwoch wurden vier afghanische Polizisten getötet, als in der südöstlichen Provinz Khost ein Sprengsatz neben ihrem Fahrzeug detonierte. Im benachbarten Paktika starben zwei Nato-Soldaten bei einem Bombenanschlag, zehn Menschen wurden verwundet. In der westlichen Provinz Farah kamen bei einem Selbstmordanschlag auf einen Nato-Konvoi drei Zivilisten ums Leben, zehn wurden verletzt. Am Dienstag starben vier britische Soldaten in der Provinz Helmand, als eine Bombe ihr Fahrzeug zerriss. Es war der Vorfall mit den meisten Toten überhaupt für die britische Armee bei einem einzelnen Anschlag seit Beginn ihres Einsatzes nach dem Sturz der Taliban.

Reuters
 
 
KOMMENTARE (7 von 7)
 
Known (19.06.2008, 14:06 Uhr)
Gulbudin Hekmatjar
Gulbudin Hekmatjar dürfte vermutlich in nicht allzu ferner Zukunft Bekanntschaft mit einer panzerbrechenden Hellfire-Rakete machen...
ecomoc4u (19.06.2008, 13:40 Uhr)
wer sind taliban
taliban sind hier nur der obergegriff für warlords, anti karseis, und sonstige anti usa gesinnten. jeder aus diesem multikulti haufen hat eigene persönliche interessen. das einzige was verbindet, ist der grenzenlose hass gegen die usa und verbündete.
.
gulbudin hekmatjar dürfte wohl als bestes beispiel dafür dienen. der wohl mächtigste mann in afghanistan hat schon vor 30 jahren über definitionsversuche westlicher und russischer medien den kopf geschüttelt.
.
dieser mann war vor 30 jahren schon in der lage, mit einem augenwink präsidenten zu entmachten, die ihm quer gekommen wären. das hat sich bis heute nicht geändert.
MamfredBuchholz (19.06.2008, 10:41 Uhr)
@Known
Da kann ich Ihnen nur zustimmen. Hier tummelt sich dumpfer Antisemitismus mit islamfaschistischer Dummheit gepaart.
Known (19.06.2008, 08:20 Uhr)
@gmathol
Natürlich: Die NATO ist gar keine Verteidigungsorganisation, nein, ich glaube die Gründungscharta sieht sogar ausschließlich als einzigen Sinn das Töten von Zivilisten vor. Sicher Sicher. Halten Sie doch einfach mal ihre Klappe, stecken Sie sich ihren hasserfüllten, dumpfen Antiamerikanismus sonstwo hin und überlassen Sie es intelligenten Lebewesen glaubhaft und mit Recht die amerikanische Außenpolitik zu kritisieren.
Preussin (19.06.2008, 05:47 Uhr)
Preussin
Erst einzeln einfangen , dann zugleich hunderte Taliban entweichen lassen , jetzt Großoffensive und nebenher schön die Mohnfelder bewachen. Was für ein segensreiches Tun. In einem feudal strukturierten Land demokratische Anordnungen durchbringen ? Wie kann man nur !Schade um jedes Leben ! Alle nach Haus und nützliches tun und nicht für die Grenzenlosen Multis die Kastanien aus dem Feuer holen.
gmathol (19.06.2008, 00:32 Uhr)
NATO mordert wieder unschuldige Zivilisten.
Das im Auftrag eines der uebelsten Schurkenmacht seit dem Ende des III. Reichs: USA.
Nur weiter so Europa - ihr werdet bald alle wieder in eueren eigenen Truemmern aufwachen.
Gerhard_Kemme (19.06.2008, 00:27 Uhr)
Geglaubtes Ungleichgewicht
Die westlichen Entsenderstaaten der Truppenkontigente werden als dekadent und damit unterlegen eingeschätzt. Es fehlt die Glaubhaftmachung einer Abschreckung, die in ein Konzept Gesamthandhabung der Taliban eingebunden ist. Es fehlt irgendwie eine öffentliche Profilierung der Parteiungen - vielleicht sollte es doch soetwas wie ein Taliban-Verbindungsbüro geben, mit dem ein Gleichgewichtszustand ausgehandelt werden kann.
mfg
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