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22. März 2007, 10:37 Uhr

USA kritisieren Geiselaustausch

Vor zwei Tagen durfte der in Afghanistan verschleppte italienische Journalist Daniele Mastrogiacomo nach Hause zurückkehren. Dies löst nun eine internationale Debatte aus, ob mit den Taliban in solchen Fällen überhaupt verhandelt werden darf.

Der Italiener Daniele Mastrogiacomo verteidigt die Mittel seiner Freilassung© Dario Pignatelli/Reuters

Zwei Tage nach der Heimkehr des in Afghanistan entführten italienischen Journalisten Daniele Mastrogiacomo ist international eine heftige Debatte über die Modalitäten der Freilassung entbrannt. Vor allem die USA und Großbritannien hätten stark kritisiert, dass als Gegenleistung für die Freilassung des Reporters fünf inhaftierte Taliban-Kämpfer auf freien Fuß gesetzt wurden, berichteten italienische Medien am Donnerstag. "Die Folgen solcher Zugeständnisse an die Entführer könnten gefährlich sein", zitierte die Zeitung "La Repubblica" Kreise aus dem Außenministerium in Washington.

Auch London und die Niederlande hätten die Verhandlungen mit den Taliban verurteilt, hieß es. Der niederländische Außenminister Maxime Verhagen sagte: "Wenn man eine Situation schafft, in der sich die Freilassung von Taliban-Gefangenen durch die Verschleppung von Journalisten bewerkstelligen lässt, dann wird es bald keine Journalisten mehr geben."

Leben muss "um jeden Preis" geschützt werden

Der italienische Oppositionsführer Silvio Berlusconi warnte, dass sich die Regierung von Ministerpräsident Romano Prodi durch derartige Handlungen ihren Alliierten gegenüber als "unzuverlässig" erweise und dem Ansehen des Landes schade. Mastrogiacomo selbst hatte hingegen am Mittwoch betont, er verteidige die Entscheidung der afghanischen Regierung, Verhandlungen mit den Taliban zu führen: Das menschliche Leben "muss um jeden Preis geschützt werden", sagte der Journalist.

DPA
 
 
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