Der Westen packt das Problem Afghanistan an: Die Briten gehen auf die Taliban zu, die Amerikaner schicken neue Soldaten. 40.000, wie von General McChrystal gefordert gibt es wohl nicht - aber immerhin "McChrystal light".

Solche Szenen würde die US-Armee gern häufiger sehen: Ein Soldat gibt einem afghanischen Jungen High Five. Doch nicht deshalb will Washington noch mehr GIs schicken© Daniel Love/AFP
US-Präsident Barack Obama nähert sich einer Entscheidung zur weiteren Strategie in Afghanistan. Nach Informationen der Nachrichtenagentur AP plant die Regierung die Entsendung von zusätzlichen Truppen im Umfang von mehreren zehntausend Soldaten. Die von General Stanley McChrystal geforderte Verstärkung um 40.000 Mann soll aber nicht ganz erreicht werden. Im Weißen Haus wird der Plan daher als "McChrystal light" bezeichnet.
Die Entsendung der zusätzlichen Truppen soll wahrscheinlich im Januar beginnen, wie aus Regierungskreisen in Washington verlautete. Sie sollen den Auftrag erhalten, die Verteidigung von zehn besonders wichtigen Städten und Ortschaften zu festigen. Vorhut könnte eine Heeresbrigade aus Fort Drum im US-Staat New York sein, die sich zuletzt noch auf einen Einsatz im Irak vorbereitet hat.
Die Briten setzen derweil auf eine andere Strategie, um den Dauerkrisenherd in den Griff zu bekommen. Am Montag war durch Recherchen von stern.de bekannt geworden, dass sie sich eine verstärkte Kooperation mit den Taliban wünschen. Laut einem Schreiben an den afghanischen Präsidenten Hamid Karsai sollen dabei auch die oberen Befehlshaber und "Schatten-Gouverneure" an der Macht beteiligt werden. Darüber hinaus erkennt die britische Regierung die Existenz der sogenannten Quetta Schura an, des obersten Führungszirkels der Taliban - und fordert eine Versöhnung und einen Friedensschluss mit der Taliban-Führung.