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1. September 2008, 11:53 Uhr

Wieder Anschlag auf Bundeswehrsoldaten

Zum dritten Mal innerhalb weniger Tage hat es in Afghanistan einen Anschlag auf Soldaten der Bundeswehr gegeben. Im Norden des Landes ist eine Patrouille beschossen worden. Wer dahinter steckt, ist bisher noch unklar. Verteidigungsminister Franz Josef Jung sprach sich unterdessen klar für die Fortsetzung des Einsatzes der Bundeswehr aus.

Eine Patrouille der Bundeswehr ist beschossen worden© Syed Jan Sabawoon/DPA

In Nordafghanistan ist am Montag der dritte Anschlag binnen weniger Tage auf Bundeswehr-Soldaten verübt worden. Verletzt worden sei niemand, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums am Montag.

Eine Patrouille sei rund neun Kilometer nördlich von Kundus-Stadt mit Handfeuerwaffen beschossen worden. Ferner seien Explosionen gehört worden. Der Sicherheitschef der Provinz, Abdul Rahman Aqtash, sprach von einem Selbstmordanschlag mit einem getöteten Zivilisten in der Nähe des Konvois.

Ein Nato-Sprecher in Masar-i-Scharif betonte, sollte es sich bei den Detonationen um einen Selbstmordanschlag gehandelt haben, habe dieser nicht den Soldaten gegolten. "Wir sehen das wegen der räumlichen Entfernung nicht in einem inneren Zusammenhang." Die Taliban teilten dagegen im Internet mit, einer ihrer Kämpfer habe einen Selbstmordanschlag auf die Bundeswehr in Kundus verübt. Dabei seien elf deutsche Soldaten getötet worden. Angaben der Taliban zu Opferzahlen bei ihren Anschlägen gelten als stark übertrieben.

In Kundus-Stadt halten sich nach Erkenntnissen des Provinzgouverneurs vier Selbstmordattentäter für Anschläge bereit. Er selber sei ein mögliches Ziel, sagte Gouverneur Engineer Mohammad Omar der Deutschen Presse-Agentur dpa. Die Attentäter seien aus den halbautonomen pakistanischen Stammesgebieten an der Grenze zu Afghanistan nach Kundus gekommen. Omar sagte: "Wir haben viele Sicherheitsprobleme." Die Stadt sei unter Kontrolle, die Distrikte in der restlichen Provinz Kundus seien aber problematisch. Für die Taliban sei ihre frühere nordafghanische Hochburg Kundus zu einem wichtigen Operationsgebiet geworden.

Erst vorigen Mittwoch war ein 29 Jahre alter Hauptfeldwebel bei einem Anschlag nahe Kundus getötet worden. Die Trauerfeier an seinem Heimatstandort Zweibrücken begann am Montag vormittag in Anwesenheit von Verteidigungsminister Franz Josef Jung.

Jung sprach sich klar für die Fortsetzung des Afghanistan-Einsatzes der Bundeswehr aus. "Wir dürfen Afghanistan jetzt nicht allein lassen", sagte der CDU-Minister. Das Land dürfe nicht zurückfallen und wieder zum Ausbildungscamp für Terroristen werden. Jung sagte, die deutschen Soldaten hätten bei den Menschen in Afghanistan ein hohes Ansehen. Sie hätten ein Anrecht darauf, "dass unsere Gesellschaft hinter ihnen steht".

Am Sonntag war 45 Kilometer westlich von Kundus neben einer Patrouille erneut ein Sprengsatz explodiert. Dabei waren aber lediglich die Fahrzeuge der Soldaten leicht beschädigt worden.

Reuters
 
 
KOMMENTARE (10 von 11)
 
Gisella (02.09.2008, 15:05 Uhr)
Afghanistan
man kann eigentlich nichts mehr dazu sagen-wir wollen immer helfen und freunde aller geknechteten nationen sein- dann, wenn wir die länder verlassen , in denen wir Brunnen, Schulen , Krankenhäuser u.s.w. gebaut haben-zerstörten die verfeindeten Stämme diese Einrichtungen wieder. All das wissen wir , aber wir geben nicht auf. Dabei könnte hier im Lande so vieles gebaut und repariert werden.wir verschwenden unsere gelder und jeder Soldat, der dort stirbt ist einer zuviel.
ecomoc4u (02.09.2008, 08:00 Uhr)
niemand kennt den auftrag in afghanistan
wie soll er den lauten. was ist der offizielle auftrag. afghanistan beschützen, nein, geht nicht in kasernen. taliban vernichten, geht nicht in kasernen. zivilisten helfen, geht nicht in kaserenen.
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kein schwein kennt den auftrag den die brd in diesem land hat. das ist so wie der angriff auf den osten in ww2. keiner wusste warum man da war. es gab keinen auftrag.
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merkel ist nicht nur korrupt und verlogen. das ist ein besatzungskrieg, weil die taliban so nicht zu besiegen ist. die sind nähmlich frei im ganzen land, während die bundeswehr sich in ihren kasernen verschanzt.
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das ist die wahrheit. die NATO ist eine sauerei. brüssel ist die NATO hochburg und Merkel und der kleine franzose sind die bosse. die spielen ihr spiel, vollkommen an der bevölkerung der brd und afghanistan vorbei.
Salzsteuer (01.09.2008, 16:31 Uhr)
Mein lieber Herr Jung,
wer hat denn die Taliban groß gezogen, mit Waffen ausgerüstet und mit allen militärischen Ausrüstungen versorgt, auf das sie groß und stark werden ??
Ja, richtig, es waren Ihre Freunde, die USA.
Erst nach dem Sieg der Taliban über die rote Armee merkten die USA das muslimische Freiheitskämpfer nicht zu Vasallen der USA taugen. Und werden nun von ihren ehemaligen Mentoren bekriegt.
So erzeugt man Terroristen.
Aber was würde die US-Führungsriege ohne Feindbilder machen ??
Und gar die Rüstungsindustrie ??
auwei (01.09.2008, 14:23 Uhr)
@frei_talk
Sie haben Recht, wenn Sie sagen, die Taliban lassen sich nur mit militärischer Konsequenz schlagen. Sie haben Recht, wenn Sie sagen, Pelz waschen ohne Nasswerden geht nicht. Aber: Wenn der Preis dafür ist, die Unterstützung der Bevölkerung zu verlieren (und genau das passiert), dann wird die ganze Mission sinnlos. Es sei denn, man begreift den Krieg als Krieg gegen Afghanistan und ausschließlich auf die Sicherung der eigenen (westlichen) Sicherheit gerichtet. Das ist dann aber was ganz anderes (und zudem ebenfalls aussichtslos). Wer die Menschen gewinnen will, muss ihnen etwas bringen - Sicherheit (hat bislang trotz massiver US-Präsenz nicht geklappt), materielle Verbesserungen (klappt auch nicht, sollte aber weiter im Vordergrund stehen) und relativen Frieden (also keine dümmlichen Manöver mit "guten" und "schlechten" Kriegstreibern). Deshalb ist ein robusteres militärisches Mandat nicht mal die Hälfte der Miete.
Frei_Talk (01.09.2008, 13:55 Uhr)
auwei
Bei ihrer Argumentation vergesen sie einge kleine aber nicht unwichtige Punkte. Das ist aber typsich für Lass-dich-schlagen-Menschen - in Anlehnung an den Haudrauftyp zu dem ich mich rechne.
Aber mal ernst. Die Zeit: Die Taliban haben alle Zeit der Welt. Die können sich verstecken, ihre Kinder erziehen, Anschläge verüben und was ihnen gerade einfällt. Material: Waffen, Essen, Medikamnte, Fahrzeuge. Wenn, wie es im von der BW verantworteten Bereich möglich ist sich relativ sicher als Taliban zubewegen, wer soll mich denn daran hintern was anzustellen bzw meinen Kumpels Waffen zu liefern. Die deutschen dürfen mir ja nichts wenn ich ihnen nichts tue...Schönes Spiel denke ich mir...Es gibt noch mehr Punkte. Aber das sind die Überlegungen die ich dabei anstelle. Mit unserer Wasch-mich-aber-mach-mich-nicht- nass Einstellung gewinnen wir dort gar nichts...Auch nicht mit verbrannter Erde. Aber mit Störungen, Angriffen und dem nicht zur Ruhe kommen lassen der Talibans....Dann verlieren die nämlich in den Punkten Zeit und Matrial.
peterpan1001 (01.09.2008, 13:31 Uhr)
raus aus afganistan
wir sind auf befehl von us bush dort. sollen doch merkel jung und alle minister und abgeordneten, die dafür gestimmt haben dort hin, um die drogenfelder und die nie gebaute öl pipeline zu bewachen.
diese merckel regierung wird bald den verdienten dank des deutschen volkes erhalten.
unbedingt lesen:
http://alles-schallundrauch.blogspot.com/
auwei (01.09.2008, 13:06 Uhr)
@frei-talk
Danke für das Lehrstück, wie es NICHT geht. Wenn die internationalen Kräfte Ihren Rat beherzigen würden, wäre die Show in wenigen Monaten vorbei - allerdings nicht so, wie Sie sich das vorstellen. Das Spielzeug (und alles, wofür es symbolhaft steht) ist das Einzige, was zwischen den ISAF-Kräften und der unabwendbaren Niederlage steht. Aber die vitale Rolle der Akzeptanz für Besatzer (und das sind die Soldaten) werden Haudraufs nie kapieren. Deshalb geht es auch seit 4000 Jahren immer nach dem selben Muster (nicht!) weiter.
Beelzebub (01.09.2008, 13:04 Uhr)
Wer aus der Geschichte nicht lernt...
...ist dazu verdammt, sie zu wiederholen.
Das Trauerspiel von Afghanistan
von Theodor Fontane
Der Schnee leis stäubend vom Himmel fällt / Ein Reiter vor Dschellalabad hält / "Wer da!" - "Ein britischer Reitersmann / Bringe Botschaft aus Afghanistan."
Afghanistan! Er sprach es so matt / Es umdrängt den Reiter die halbe Stadt / Sir Robert Sale, der Kommandant / Hebt ihn vom Rosse mit eigener Hand.
Sie führen ins steinerne Wachthaus ihn / Sie setzen ihn nieder an den Kamin / Wie wärmt ihn das Feuer, wie labt ihn das Licht / Er atmet hoch auf und dankt und spricht:
"Wir waren dreizehntausend Mann / Von Kabul unser Zug begann / Soldaten, Führer, Weib und Kind / Erstarrt, erschlagen, verraten sind.

Zersprengt ist unser ganzes Heer / Was lebt, irrt draußen in Nacht umher / Mir hat ein Gott die Rettung gegönnt / Seht zu, ob den Rest ihr retten könnt."
Sir Robert stieg auf den Festungswall / Offiziere, Soldaten folgten ihm all' / Sir Robert sprach: "Der Schnee fällt dicht / Die uns suchen, sie können uns finden nicht.
Sie irren wie Blinde und sind uns so nah / So lasst sie's hören, dass wir da / Stimmt an ein Lied von Heimat und Haus / Trompeter blast in die Nacht hinaus!"
Da huben sie an und sie wurden's nicht müd' / Durch die Nacht hin klang es Lied um Lied / Erst englische Lieder mit fröhlichem Klang / Dann Hochlandslieder wie Klagegesang.

Sie bliesen die Nacht und über den Tag / Laut, wie nur die Liebe rufen mag / Sie bliesen - es kam die zweite Nacht / Umsonst, dass ihr ruft, umsonst, dass ihr wacht.
"Die hören sollen, sie hören nicht mehr / Vernichtet ist das ganze Heer / Mit dreizehntausend der Zug begann / Einer kam heim aus Afghanistan."
(1859)
Frei_Talk (01.09.2008, 12:57 Uhr)
Arme (Dumme) Soldaten
Der Grund warum wir dort ggf scheitern werden, nach meing einiger hier sind wir das bereits, liegt meines Erachtens darin das man weiß wie, es aber nicht macht. Oder mit anderen Worten. Unser Politik glaubt dort mit militärischer Präsens und Brücken und Spielzeug eine jahrhunderte alte Kriegskultur zu besiegen oder vlt. einzulullen. Und um das noch zu unterstreichen werden den militärichen Möglichkeiten dumme bescheuerte Fesseln angelegt. Wie kann man glauben dort den Krieg zu gewinnen mit Halbherzigkeit und einem deutschen Windelgehampel sonder gleichen. Die Taliban führen die BW dort vor. Der Bw ist es doch untersagt flüchtende Angreifer unter Feuer zunehmen, geschweige denn präventiv anzugreifen. Unsere Soldaten müssen herum fahren und warten das sie beschosen werden. Das alles und noch viel mehr...ich könnte brechen wenn ich das Herumgeeier anschauen muss. Der Soldat dort muss seinen Kopf hinhalten für einen deutschen Sonderweg. Einen Wattebauschkrieg.
Das dumme daran ist nur das sich die Taliban nicht an den Schwachsinn halten. Die wissen wie und die machen es...Die fangen jetzt an.....Liebe BW was sagt denn die Dienstvorschrift im Falle eine Angriffs der Taliban. Herankommen lassen auf 5 Meter um eine eindeutige und völkerechtssichere Identifierzierung zu gewährleisten? Und erst schiessen wenn der schießt. Ich kenn die DV nicht. Aber ist das soweit hergeholt? ich denke nicht. Und wenn ihr vor lauter Recht für den Gegner im Dreck liegt denkt an Berlin...Alles Gute..
auwei (01.09.2008, 12:36 Uhr)
Sinn und Perspektive
In o.g. Abteilung muss möglichst zeitnah einige Arbeit geleistet werden, soll die Mission nicht im zähen Dauer-Blutschlamm elend versinken. Dabei gährt es an mehreren Fronten: Die Unterstützung "in der Heimat" schrumpft mit jedem Toten, während - wie Gisella richtig schrieb - die Grenzen zwischen Guten und Bösen, zwischen Warlords, Clanchefs und Taliban zunehmend verwischen. "Gut" ist eigentlich nur noch der Herr Karsai - aber leider auch tragisch, da machtlos. Ein Lehrstück für Verfahrenheit, das Ganze - stilecht flankiert vom Irakchaos und kaukasisch-russischen Haust-du-mich-hau-ich-dich-doppelt-Spielchen. Und mitten drin ein desolater, weil verwirrter Westen. Wenn es nicht so ernst wäre - und nicht die armen Teufel in Afghanistan einfach immer wieterleiden müssten. A propos: Gab es nicht mal so etwas wie eine Blütezeit in dem Land? So in den 70er-Jahren? Was ist seither passiert? Vieleicht lohnt ein Blick in die Geschichte, um zumindest etwas klüger zu werden. Aber DAS war noch nie das Ziel von Macht-Machern!
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