. .
Politik im Ausland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
2. Januar 2010, 19:00 Uhr

Karsais Kandidaten fallen durch

Es ist eine kräftige Ohrfeige für den unter zweifelhaften Umständen wiedergewählten Präsidenten Afghanistans: Das neue Parlament lehnte 17 von 24 vorgeschlagenen Ministerkandidaten Hamid Karsais ab. Das Machtvakuum in Kabul bleibt damit vorerst bestehen.

Afghanistan, Karsai, Parlament, Ministerkandidaten, Bundeswehr

Seine Ministerkandidaten fanden im Parlament wenig Gnade: Afghanistans Präsident Hamid Karsai© S. Sabawoon/DPA

Das afghanische Parlament hat die Mehrheit der von Präsident Hamid Karsai nominierten Minister in einer Vertrauensabstimmung durchfallen lassen. Nur sieben der 24 vorgeschlagenen Kandidaten seien von den Abgeordneten bestätigt worden, sagte Parlamentspräsident Mohammed Junus Kanoni am Samstag in Kabul. Darunter sind jedoch die wichtigsten Minister wie die für Inneres und Verteidigung. Damit bleibt das politische Vakuum in Kabul bestehen.

Abgelehnt wurde unter anderen der Warlord Ismail Khan, den Karsai an die Spitze des Wasser- und Energieministeriums berufen wollte. Seine Nominierung wurde weithin als Belohnung für die Unterstützung gesehen, die Khan Karsai im Präsidentschaftswahlkampf gewährt hatte. Überraschend war, dass auch die einzige designierte Frau das Vertrauen der Abgeordneten nicht erhielt. Husn Banu Ghasanfar, der scheidenden Ministerin für Frauenangelegenheiten, fehlten zwei Stimmen für den Verbleib im Amt.

Neue Abstimmung erst Ende Februar möglich

Bestätigt wurden die amtierenden Minister für Inneres und Verteidigung, Mohammed Hanif Atmar und Abdul Rahim Wardak, die auch die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft haben. Gebilligt wurden zudem Karsais Vorschläge für die Ressorts Finanzen, Bildung, Kultur, Landwirtschaft und Industrie. Nicht zur Abstimmung gestanden hatte der 25. Ministerposten, nämlich der des Außenministers. Hierüber solle erst nach der Afghanistan-Konferenz in London Ende Januar abgestimmt werden, sagte Parlamentssprecher Hasib Nuri. Zu der Konferenz werde der amtierende Chefdiplomat Rangin Dadfar Spanta reisen.

Die Ministerien, deren designierte Ressortchefs nicht das Votum der Abgeordneten erhielten, werden bis auf weiteres von den Vize-Ministern geleitet. Nach Angaben Nuris kann ein durchgefallener Kandidat kein zweites Mal aufgestellt werden. Da das Parlament am 5. Januar für 45 Tage in die Winterpause geht, kann Karsai neue Vorschläge erst wieder ab dem 20. Februar vorlegen.

Westen mit Kabinettsliste zufrieden

Karsai war vor mehr als vier Monaten in einer wegen Betrugs umstrittenen Wahl im Amt bestätigt worden, im November wurde er vereidigt. Er brauchte rund anderthalb Monate, um dem Parlament seine Kabinettsliste vorzulegen. Karsai stand unter erheblichem Druck der internationalen Gemeinschaft, die darauf gepocht hatte, dass die Ministerkandidaten als möglichst wenig korrupt gelten. Nach Darstellung von Transparency International ist Afghanistan das zweitkorrupteste Land der Welt nach Somalia.

Mit der Kabinettsliste Karsais, der unter anderem die Zahl der Warlords im Kabinett eingeschränkt hat, hatten sich westliche Diplomaten insgesamt zufrieden gezeigt. "Das ist ein Kabinett, mit dem wir arbeiten können", sagte ein ranghoher Diplomat, der nicht genannt werden wollte.

AFP
 
 
KOMMENTARE (3 von 3)
 
Heinerich (03.01.2010, 10:45 Uhr)
Dieser Mann ist seinen Aufgaben nicht
gewachsen, er muss zu vielen Drogenbaronen den Tribut zahlen weil sie ihm bei seinem Wahlbetrug geholfen haben. Als Ausgleich davon hat er ihnen Sitze im Parlament versprochen und jetzt fällt das ganze Lügengebilde zusammen und er kann sein gegebens Wort nicht mehr halten, was in dieser Region ein ungeheures Gesicht- und Vertrauensverlust bedeutet.
Abdanken und nach Amerika zurückkehren woher er ja auch gekommen ist, bevor er den Weg eines Verräters geht.
Oluja (02.01.2010, 21:00 Uhr)
tja, masisvester und erwiesener wahlbetrug einer us marionette mit null rückhalt bei armee und volk ist anscheinend dennoch für die westlichen heuchler ganz ok, hingegen wird gegen den iran gehetzt und propaganda betrieben obwohl es weder für die angebliche wahlfälschung im iran irgendeinen beweis gibt noch der fakt wiederlegt werdne konnte das eine mehrheit der iraner (meist landbevölkerung) tatsächlich achmadinedschad gewählt hat.

daran sieht man, die heuchelei, verlogenheit und falscheit des westens ist mit ein grund für den weiter wachsenden hass, ansehensverlust und die ablehnung aus der islamischen wlet, zurecht!
leboz (02.01.2010, 20:33 Uhr)
Karsai st der "Lieblingspräsident"
von Herrn Joschka Fischer und Frau Madeleine Albright. Was sagt denn nun Herr Fischer dazu, dass "sein" Präsident bei den Afghanen gar nicht ankommt?
MEHR ZUM ARTIKEL
Terror Bislang schwerster Anschlag auf CIA in Afghanistan

Der Anschlag auf die CIA, bei dem sieben Menschen ums Leben kamen, hat schwere Sicherheitsmängel des Einsatzes in Afghanistan offengelegt. Unklar ist, wie der Selbstmordattentäter auf das CIA-Gelände gelangen konnte. mehr...

Afghanistan-Konferenz Westerwelle droht mit Boykott

Außenminister Westerwelle will nicht zur Afghanistan-Konferenz fahren, wenn dort nur über Truppenstärken gesprochen wird. Das kündigte er im stern an - und erzählte auch, dass er sich über die Häme der ersten Amtswochen geärgert hat. mehr...

Rede zur Vereidigung Karsai verspricht, was er versprechen soll

Kampf gegen Korruption und Drogenanbau, Verantwortung für die Sicherheit: Afghanistans Präsident Hamid Karsai hat in seiner Antrittsrede den internationalen Gästen gesagt, was sie hören wollten. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe