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5. August 2009, 22:34 Uhr

EU offenbart fehlende Einigkeit

Wie steht die EU zum umstrittenen iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadineschad? Während die Deutschen nur einen politischen Beobachter zur offiziellen Vereidigung entsandten, schickten andere EU-Staaten sogar ihre Botschafter. Nicht zum ersten Mal fehlte der Union damit in der Außenpolitik eine einheitliche Haltung.

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Ausländische Botschafter folgen der Vereidigung Mahmud Ahmadinedschads - darunter auch Botschafter aus EU-Staaten© Abedin Taherkenareh/DPA

Die EU-Staaten haben sich nicht auf eine einheitliche Linie im Umgang mit der Vereidigung von Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad am Mittwoch einigen können. In der EU habe es "keine Einigung" gegeben, daher sei jedes Land "nach Belieben" vertreten gewesen, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes. Grünen-Chefin Claudia Roth bezeichnete die Präsenz europäischer Vertreter als ein "verheerendes Signal" für die Iraner.

Deutschland hatte am Mittwoch lediglich einen Beobachter zu der Zeremonie in Teheran geschickt, Schweden als amtierender EU-Ratspräsident, Frankreich und Großbritannien entsandten dagegen sogar ihre Botschafter. Die ungeachtet der Tatsache, dass Proteste regierungskritischer Demonstranten in der iranischen Hauptstadt von den Sicherheitskräften gewaltsam aufgelöst wurden.

Trotz der anhaltenden Proteste gegen seine Wiederwahl hatte Ahmadinedschad vor dem Parlament in Teheran den Eid für eine zweite Amtszeit abgelegt. In seiner Rede sagte der ultrakonservative Staatschef, die Präsidentschaftswahl vom 12. Juni sei der Beginn "wichtiger Veränderungen im Iran und in der Welt". Der Iran werde sich weiterhin "den Unterdrückern widersetzen".

"Niemand wartet auf Entschuldigungen"

Der 52-Jährige mokierte sich in der vom staatlichen Fernsehen übertragenen Rede über die Ankündigung der USA und anderer westlicher Länder - darunter auch Deutschland -, ihm nicht zu seiner Wiederwahl gratulieren zu wollen. "Ihr sollt wissen, dass im Iran niemand auf Eure Glückwunschschreiben wartet", sagte der Präsident, dessen Wiederwahl das Land in die schwerste politische Krise seit der Islamischen Revolution im Jahr 1979 gestürzt hat.

Der außenpolitische Fraktionssprecher der Europäischen Volkspartei, Elmar Brok (CDU), sagte in der "Neuen Osnabrücker Zeitung", durch die Teilnahme an der Zeremonie dürfe nicht der Eindruck entstehen, die Wahl Ahmadinedschads werde im Nachhinein legitimiert. Heftige Kritik kam von den Grünen. Die Anwesenheit europäischer Vertreter sei "absolut unverständlich" und ein "verheerendes Signal" an die Menschen im Iran, erklärte Grünen-Chefin Roth.

US-Außenministerin Hillary Clinton sagte, Washington werde Ahmadinedschad als Präsidenten anerkennen. Zugleich bekundete sie der iranischen Opposition ihren Respekt. Die USA "schätzten" und "bewunderten" die anhaltenden Proteste gegen die umstrittene Präsidentenwahl. In den vergangenen Wochen hatten sich hunderttausende Iraner an den Protesten gegen die Wahl beteiligt, dabei kamen nach offiziellen Angaben rund 30 Menschen ums Leben.

AFP
 
 
KOMMENTARE (10 von 10)
 
shine (06.08.2009, 12:44 Uhr)
@Eskey
Die berüchtigte Wahl war vor 8 Jahren. Vor 4 Jahren wurde Bush zweifelsohne mit genug Vorsprung wiedergewählt. In "Kriegszeiten" wird der "Commander-in-Chief" in Amerika nicht gewechselt...
Eskey (06.08.2009, 12:32 Uhr)
4 Jahre zu spät
"Die USA "schätzten" und "bewunderten" die anhaltenden Proteste gegen die umstrittene Präsidentenwahl."
Das hätten sie mal vor 4 Jahren machen sollen, als sich der Bush den Wahlsieg ergaunert hat.
bR4iNST0RM (06.08.2009, 11:47 Uhr)
Wirtschaft - Politik - Mensch...
Die EU ist zwar ein nettes Ziel, aber es wird nie erreicht werden. Zumindest nicht, wie sich das die Damen und Herren der Politik momentan vorstellen.
Wichtig ist es doch, erst einmal Einigkeit in den eigenen Reihen herzustellen. Wenn das geklappt hat, kann man weiter sehen.
Dennoch halte ich die EU für eine reine Wunschvorstellung. Es ist praktisch und auch theoretisch Unsinn, da es nach wie vor eine zu breite Kluft zwischen den Kulturen, der Weltanschauung und des Werteverständnis. Und ganz nebenbei ist die Wirtschaftslage in den Ländern zu unterschiedlich.
Meines Erachtens ist die EU auf rein wirtschaftlicher Basis sicher möglich, nur leider leider, und wahrscheinlich sehr zum ärger der Wirtschaftslenker, sind Menschen doch zu Individuell, als sich das so manch einer Wünscht. Zum Glück!
Die EU lohnt in einer Hinsicht auf jeden Fall: einfacher Geldverdienen für die Wirtschaft. Der einfache Bürger hat das Nachsehen.
2xes (06.08.2009, 11:15 Uhr)
Stern...
Also ehrlich gesagt, weis ich nicht wo Sie "extrem unfläter Ausdrücke" gelesen haben. Ich habe weder eine Beleidigung ausgesprochen oder mich Falsch verhalten.
Oder ist es nur weil ich die Namen Rupert Mordock und Hain Saban erwähnt habe?
Administrator (06.08.2009, 10:47 Uhr)
@2xes
Wir mussten Ihren Kommentar löschen, da Sie sich leider extrem unfläter Ausdrücke bedient haben. Diskutieren Sie gern bei uns - aber sachlich.
Herzliche Grüße,
Ihre stern.de-Admins
Franzoesin (06.08.2009, 10:21 Uhr)
andere EU-Staaten schickten sogar Botschafter.
Tja, am "deutschen" Wesen will die Welt nun mal nicht genesen.
sausewindxxl (06.08.2009, 09:56 Uhr)
"Weniger Dialog, mehr Bomben.".
Die Deutschen möchten jetzt vermutlich die US-Amerikanischen Gepflogenheiten -"Weniger Dialog, mehr Soldaten."- des Herrn Bush fortführen.
Klasse Frau Merkel, so wird die Welt doch gleich wieder ein Stückchen friedlicher!
TeZetteM (06.08.2009, 08:47 Uhr)
@Das iranische Volk hat gewaehlt...
Die wirtschaftliche Unabhaengigkeit des Iran und die "eigenen" Industrien, kann man jeden Tag bewundern, wenn man beobachtet wer wann was in den Iran importiert.
An dieser berühmten Raffenerie wird schon seit Jahren erfolglos rumgedoktert, und es wird sicherlich auch noch Jahre dauern. Genaugenommen hat die UNO nur Angst um das iranische Volk, da sie auf dem Weg sind sich mit ihrem Atomprogramm selbst umzubringen.
Mit der letzten Revolution und den dazugehörigen Mullas, hat sich dieser Staat selbst sechs Jahrhunderte zurück katapultiert.
Nicht umsonst schreiben sie das Jahr 1388
arniston (06.08.2009, 06:53 Uhr)
prügelknaben.
mir soviel reichtum im land,
leben wie im mittelalter.
tolle ziele.
auf gehts...
Countryjoe (06.08.2009, 06:05 Uhr)
Nur in einem einig..
Die Eurokraten sind sich doch nur darin einig, die Bürgerrechte und -freiheiten der EU Bewohner zu reduzieren und diese maximal zu melken.
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