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6. April 2011, 13:17 Uhr

Mutter des chinesischen Künstlers fürchtet Scheinprozess

Seit Sonntag befindet sich der chinesische Konzeptkünstler und Regimekritiker Ai Weiwei in Haft. Seine Familie fürchtet, dass die Kommunistische Partei nun ernst machen und einen Scheinprozess gegen ihren Sohn eröffnen wird.

Die Mutter des festgenommenen chinesischen Künstlers Ai Weiwei fürchtet eine strafrechtliche Verfolgung ihres Sohnes wegen dessen Kritik an der Kommunistischen Partei. Seit der Festnahme am Sonntag habe sie nichts über seinen Verbleib erfahren, sagte Gao Ying am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. "Wie kann ein Land mit Gesetzen so etwas zulassen?" Die 77-jährige Rentnerin sagte, das Verfahren sei eine Ungerechtigkeit, deren Ausgang bereits feststehe. Die Behörden hätten die Festnahme, die ohne Angabe von Gründen auf den Pekinger Flughafen erfolgte, von langer Hand geplant.

"Sie hecken etwas gegen ihn aus", vermutete Gao. Die Regierung habe besonders verärgert reagiert, nachdem der Kritiker der regierenden Partei eine Liste der Kinder anfertigte, die beim verheerenden Erdbeben 2008 in der Provinz Sichuan ums Leben kamen. Kritiker machen einen schlechten baulichen Zustand von Schulen für die hohe Zahl der Opfer verantwortlich. Der Künstler wollte Ende April in Berlin ein Atelier eröffnen. Ai stand wegen seiner Arbeit bereits unter Hausarrest, offiziell festgenommen wurde er aber bislang nicht.

Reuters
 
 
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