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8. September 2006, 06:51 Uhr

Der Alltag der Terrorplaner

Irgendwo in Afghanistan, vor den Anschlägen vom 11. September 2001 - der TV-Sender al Dschasira hat jetzt ein Video ausgestrahlt, das angeblich den Alltag der al-Kaida-Kämpfer zeigt. Auch zwei Attentäter sollen zu sehen sein.

Videoausschnitt mit unbekannten al Kaida-Mitgliedern irgendwo in Afghanistan© AFP/al Dschasira

Wenige Tage vor dem fünften Jahrestag der Anschläge vom 11. September hat der arabische Fernsehsender al Dschasira ein Video ausgestrahlt, auf dem al Kaida-Chef Osama bin Laden mit einigen der Attentäter zu sehen sein soll.

Die gesendeten Aufnahmen zeigen nach den Angaben des Senders den Alltag von Kämpfern der Islamisten-Organisation in den Bergen von Afghanistan und deren Vorbereitungen auf die Anschläge auf die USA. Zudem geben zwei der Attentäter, Wael al Shihri und Hamza al Ghamdi, offenbar ihren "Letzten Willen" bekannt. "Wenn wir unsere Erniedrigung hinnehmen, werden sich die Fußabdrücke des Feindes von Jerusalem bis Mekka hinziehen", sagt ein Mann, der vom Sender als Hamsa al Ghamdi identifiziert wird. Auch der Chefplaner der Anschläge, der inzwischen in US-Haft einsitzende Ramsi Binalschib, soll auf dem Video zu sehen sein.

Bin Laden begrüßt seine Kämpfer

In einer Video-Sequenz ist Bin Laden zu sehen, wie er einen Kämpfer vor einem Berghang grüßt. In einem anderen Abschnitt ist ein Mann beim Holzhacken zu sehen, in einer anderen Szene bereitet ein al Kaida-Mitglied eine Mahlzeit zu.

Am Montag ist der fünfte Jahrestag der Anschläge auf das World Trade Center in New York und das Verteidigungsministerium bei Washington. Nach dem 11. September 2001 rief die Regierung von US-Präsident George W. Bush einen "Krieg gegen den Terrorismus" aus. Von al Kaida-Chef Bin Laden fehlt jedoch bis heute jede Spur.

Nach Auffassung des europäischen Anti-Terror-Koordinators Gijs de Vries steht al Kaida auf verlorenem Posten. Das Netzwerk um Osama bin Laden habe seine beiden Hauptziele verfehlt. "Die Anhänger Bin Ladens haben ihr strategisches Ziel, Panik in den westlichen Ländern zu schüren, nicht erreicht", sagte de Vries jetzt in Brüssel. Sie hätten auch keine Aufstände in der islamischen Welt verursacht.

Die Bevölkerung der meisten überwiegend islamischen Länder wünsche Demokratien westlichen Stils, wie Untersuchungen belegten, sagte der oberste Terrorbekämpfer der 25 EU-Staaten. Die Indonesier hätten das seit den Anschlägen auch bei ihren Wahlen zum Präsidentenamt und zum Parlament deutlich gemacht. Der Irakkrieg habe es aber schwieriger gemacht, Muslime von westlichen Werten zu überzeugen: "Der Krieg im Irak hat den Kampf gegen den Terrorismus deutlich verkompliziert", so de Vries.

Reuters
 
 
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