Geiseldrama forderte 37 äusländische Opfer

21. Januar 2013, 19:28 Uhr

In Bezug auf das Geiseldrama auf einem Gasfeld in Algerien sind weitere Details bekannt geworden. Wie die Regierung mitteilte, gehörten zu den insgesamt mehr als 80 Opfern 37 Ausländer.

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Bei der Geiselnahmen auf einem Gasfeld in der Nähe von Amenas, Algerien, wurden beim Befreiungsversuch 37 Ausländer getötet©

Bei dem tagelangen Geiseldrama auf einem Gasfeld in Algerien sind nach Regierungsangaben 37 ausländische Geiseln und ein Algerier getötet worden. Die ausländischen Todesopfer gehörten acht verschiedenen Nationalitäten an, sagte Ministerpräsident Abdelmalek Sellal am Montag in Algier. Demnach waren unter den 32 Mitgliedern des islamistischen Kommandos, das vor zwei Monaten aus dem Norden Malis aufgebrochen war, auch zwei Kanadier.

Zu dem Kommando, das am Mittwoch die Gasförderanlage von Tiguentourine in der Wüste bei In Amenas gestürmt hatte, hätten insgesamt 32 Männer gehört, sagte Sellal. 29 Kämpfer seien bei dem algerischen Militäreinsatz getötet und drei weitere festgenommen worden. Zu der Gruppe gehörten demnach elf Tunesier, drei Algerier, ein Mauretanier, zwei Nigerianer, zwei Kanadier und eine nicht näher genannte Zahl Malier und Ägypter.

Laut Sellal war die Gruppe vor rund zwei Monaten aus dem Norden Malis aufgebrochen. Demnach rückte sie entlang von Algeriens Grenzen zu Mali, Niger und Libyen nach Norden vor. Die Anlage von Tiguentourine liegt nahe der Grenze zu Libyen. Anführer der Gruppe war laut Sellal der Algerier Mohamed el-Amine Benchenab. Der den Sicherheitsdiensten seit langem bekannte Extremist sei bei dem Angriff der Armee getötet worden.

Weiter Angriffe möglich

Zur Staatsangehörigkeit der getöteten Geiseln äußerte sich Sellal nicht. Am Montag galten noch immer fünf Ausländer als vermisst. Durch ihre Heimat-Regierungen wurden der Tod von sieben Japanern, sechs Philippinern, dreier Briten, zweier Rumänen, eines Franzosen und eines US-Bürgers bestätigt. Sellal sagte, mehrere Geiseln seien von ihren Kidnappern während des Militärangriffs am Samstag "mit einer Kugel in den Kopf" ermordet worden.

Die Gruppierung Al-Mulathamin ("Die mit Blut unterzeichnen") kündigte weitere Angriffe an. "Wir versprechen weitere Einsätze in allen Ländern, die an dem Kreuzzug gegen Azawad (den Norden Malis) teilgenommen haben, wenn sie ihre Entscheidung nicht überdenken", hieß es in einer Erklärung, die die mauretanische Nachrichtenagentur ANI am Sonntag veröffentlichte. Anführer von Al-Mulathamin ist der Algerier Mokhtar Belmokhtar.

Die Gruppe hatte unter anderem gefordert, dass die algerische Regierung Frankreich den Überflug über ihr Territorium für Einsätze in Mali verweigern müsse. Informationsminister Mohamed Said sagte am Sonntagabend, die Regierung in Algier habe sich noch nicht festgelegt, ob französischen Flugzeugen im Mali-Konflikt uneingeschränkte Überflugrechte gewährt würden. Die Frage werde "in Abhängigkeit von den obersten Interessen Algeriens" entschieden.

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