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18. April 2009, 16:00 Uhr

Obama fehlte Mut zum Pudel

US-Präsident Obama und seine Familie haben einen neuen Hund, einen 'First Dog' sozusagen. Allerdings hat Obama bei der Auswahl der Rasse wohl seinen ersten schweren Fehler begangen: Statt dieses seltsamen Portugiesen hätte er doch besser auf den deutschen Pudel kommen sollen. Eine vertane Chance. Von Michael Stoessinger

Obama, Pudel, Bo, US-Präsident

Die US-Präsidentenfamilie und ihr neuer Hund 'Bo', der leider kein Pudel ist© Chip Somodevilla/Getty Images

Allein schon die Haare auf dem Autovelours. Man kann seinem Hund ja sagen, was man will, der bleibt nicht einfach im Fußraum sitzen. Der springt, kaum ist man außer Sichtweite, auf den Beifahrersitz, dann nach hinten, auf die Kindersitze, die Hutablage. Um am Ende, eingerollt zwar, aber dennoch dominant, auf dem Fahrersitz zu liegen. Die Haare von so einem, sagen wir, Parson Jack Russell, bohren sich unerbittlich in den Stoff. Wer hat schon Ledersitze?

Überall also diese Haare. Da reicht ein 50-Cent-Stück für den Staubsauger in der Waschstraße niemals. Da braucht man mindestens zwei. Wer natürlich allergisch ist gegen Hundehaare, dem hilft auch Mr. Washs Sauger nicht weiter. Der braucht einen Neuanfang. Einen peruanischen Nackthund etwa. Das wäre doch auch was gewesen für Familie Obama in Washington. Und obendrein ein schönes Symbol für den Neubeginn im gestörten Verhältnis zwischen den Yankees und Lateinamerika ("So viel Anfang war nie", würde die "Zeit" schreiben).

Bo, das Vorzeit-Handy

Aber nein, ein Portugiese musste es sein. Bo mit Namen. Ein portugiesischer Wasserhund, Vertreter einer fast ausgestorbenen Rasse. Repräsentant eines Landes, dessen ruhmreiche Seefahrertradition im Nebel der Geschichte liegt. Damals, hat uns jetzt Uwe Kopernik vom Deutschen Verband für das Hundewesen aufgeklärt, schwammen Bos Ahnen als eine Art Vorzeit-Handy von Schiff zu Schiff. So in etwa muss man sich die Kommunikation portugiesischer Kapitäne vorstellen, sagt der weltläufige Sprecher des Hundewesensverbandes. Die Wasserhunde fischten auch schon mal Dinge aus den Wellen, die über Bord gegangen waren. Sextanten etwa oder Musketen. Und außerdem halfen Bos Ahnen den Fischern an der Algarve beim Einholen der Netze.

Alles lange her. Die Fischer lauern doch kaum noch im Wasser vor Albufeira, die lauern vor ihren vorgeblichen Frischfisch-Tavernen an Land den Touristen auf. Die portugiesische Küche ähnelt in ihrer Vielfalt ja der griechischen.

Warum bitte, kein Pudel?

Warum also ein Portugiese? Es hätte doch Alternativen gegeben. Sogar deutsche. "Obama fehlte der Mut zum Pudel", sagt Udo Kopernik. Auch der Pudel verliert kaum Haare. Das Fell ist gewellt und gekräuselt, sagt Kopernik, da bleiben die wenigen ausfallenden Haare hängen. Ein Pudel, das wär‘s wirklich gewesen. War Obama nicht kürzlich erst in Baden-Baden?

Eben. Er war nicht in Albufeira. Und sind wir Deutsche nicht so etwas wie Partner in Leadership? Der Pudel wäre auch ein sichtbares Zeichen des US-Präsidenten für das deutsche Engagement in Afhganistan und anderswo gewesen. Und das richtige Omen ("Paradigmenwechsel", würde die "Zeit" schreiben) zur Überwindung der weltweiten Rezession: Der Pudel, das war in den 50er und 60er Jahren der Hund zum Wirtschaftswunder. In der getrimmten und der ungetrimmten Version.

Vertane Chance

Der Pudel - dem Ursprung und Wesen nach ein Jagdhund. Intelligent, verträglich und alles andere als wasserscheu. Der aportierte Enten, dass es die reine Freude war. Und er hat, das weiß Udo Kopernik von Zoologen und Tierärzten, wenig bekannte genetische Defekte. Die Gesundheit spielt doch gerade bei US-Präsidenten und ihrem Umfeld eine nicht zu unterschätzende Rolle.

Letztlich hätte die Wahl des Pudels beiden Hunderassen geholfen: Der portugiesische Wasserhund, beinahe ausgestorben, hätte sich in Ruhe regenerieren können. 38 wurden 2008 in Deutschland geboren, jetzt gibt es weltauf, weltab einen Run auf die Rasse. Der Pudel, fürchterlich missbraucht durch die Jacob-Sisters, hätte zu alter Stärke zurück gefunden. Gut, der Name Bo wäre ein bisschen doof gewesen. Aber Hans klingt doch auch schön. Barack Obama hat sich anders entschieden. Er ist eben auch nur ein Mensch.

Von Michael Stoessinger
 
 
KOMMENTARE (10 von 18)
 
DickBush (19.04.2009, 12:34 Uhr)
Michael, sei mir bitte nicht böse, aber...
... der Pudel ist eine französiche Rasse mit langer Tradition, war auch mal ein Wasserjagdhund, der zum Kindersatz gezüchtet wurde. Caniche ist ein Franzose mit Haut und Haare, so zu sagen. Also, prall bitte nicht mit fremden Federn ;*)
botoxia (19.04.2009, 10:01 Uhr)
Ob Obama wohl
die Kackhäufchen seines neuen Hundes aufhebt? (Und wenn ja, wie lange?)
gmathol (19.04.2009, 09:19 Uhr)
@utospatz
Vietnam ist noch nicht zu Ende. Ich empfehle die Dokumentation: Battle's poison cloud - anzuschauen.
Der Einsatz von Agent Orange in Vietnam toetet und missbildet immer noch Menschen und wird noch fuer Jahrhunderte wirksam sein.
Die Nazis waren Schweinehunde, aber die Amis setzen noch eins drauf: Agent Orange und Plutonium Munition toeten noch nach dem Krieg ueber Jahrzehnte.
Das vietnamesiche Volk bekommt aufgrund des Nazi besetzen UN Sicherheitsrats - auch die Steinmeier Fraktion gehoert dazu - keine Kompensation oder die Bezahlung um das Land zu entgiften.
Wer den Ami mag - muss wohl ein noch groesserer Lump sein als Dr. Mengele.
Xennia (19.04.2009, 08:28 Uhr)
lieber um die Nachbarn kümmern!
@ grins
Derartige Nachrichten aus den Schlössern der Mächtigen der Welt finde ich nicht so lustig, weil sie uns manipulieren sollen: nicht die eigene Lebensrealität und jene von Familie und Nachbarschaft wird durch Prominentenklatsch wichtig, sondern das Leben jener, die über uns entscheiden. Diese Nachrichten fördern die engstirnige Autoritätsgläubigkeit, von der wir Deutschen doch sowieso viel zu viel besitzen.
hevosenkuva (19.04.2009, 01:20 Uhr)
Jacob-Sister Obama?
Von Paradigmenwechsel weit und breit nichts zu sehen, eher im Gegenteil.
Das Sommerloch beginnt dieses Jahr offensichtlich schon vor Pfingsten.
Pallang (18.04.2009, 22:47 Uhr)
Mehr davon bitte ...
Genial – ich habe mich über den Artikel, der sich breit grinsend super liest, köstlich amüsiert. Mehr davon!
starmax (18.04.2009, 21:50 Uhr)
Geigen Sie Obama die Meinung! Hier:
http://www.rian.ru/infografika/20090120/159718394-ig.html
Sehr gehrter Herr Präsident,
ich glaube nicht, daß Sie zu dem, was wirklich getan werden müßte, im Sinne des Weltfriedens und einer gesunden weltwirtschaftlichen Entwicklung, auch nur annähernd in der Lage sind.
Trotzdem schreibe ich Ihnen, und zwar nur aus folgendem Grund: Sie sollen wissen, daß immer mehr Menschen das schmutzige Spiel durchschauen, daß der "Geldadel" auf dem Rücken des eigentlich ehrlichen und großherzigen , aber weitgehend ahnungslosen amerikanischen Volkes aufführt.
Wenn Sie sich für deren Ziele hergeben, wird die Geschichte das passende Urteil für Sie bereithalten, be sure of it.
Best regards, starmax
http://www.rian.ru/infografika/20090120/159718394-ig.html
ikaron (18.04.2009, 20:44 Uhr)
grins
1) Das macht doch Spaß beim lesen :) Nicht immer alles so ernst nehmen Leute, das Leben ist hart genug
2) mindestens genauso viel Spaß hat der Autor selbst beim lesen einiger Beiträge unten, allen voran "confused" dessen Name anscheinend Programm ist. Gibt´s keinen Flachzangen-Preis? :)
Xennia (18.04.2009, 20:39 Uhr)
In China fällt ein Sack Reis um
Der Hund von Obama lenkt prima von der
Wirtschaftskrise ab. Vor siebzig Jahren wurde auch jeder Furz des Großen Führers, vom dummen Volk, gierig notiert, darin haben wir Deutschen Übung. Vielen Dank, Stern-online-PraktikantIn!
Bebuquin (18.04.2009, 19:56 Uhr)
Irgendetwas schlimms muss...
... ja derzeit passiert sein oder es muss uns doch schlechter gehen als angenommen, wenn mit so einem banalen Thema tagelang "Nachrichten" gemacht werden.
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