. .
News am 21.11.2009
RSS Mobil Wetter stern.de Blogs Hefte
27. Oktober 2009, 10:37 Uhr
Schriftgröße: A A A

Israel verweigert Palästinensern ausreichend Wasser

Schwerer Vorwurf an Israel: Das Land beanspruche mehr als 80 Prozent des Grundwassers unter dem Westjordanland, kritisiert Amnesty International. Während Israelis sich Swimmingpools leisteten, hätten viele Palästinenser nicht einmal fließend Wasser. Israel wies den Bericht zurück.

Israel, Wasser, Westjordanland, Palästinenser, Amnesty International,

Ein ausgetrockneter Kanal im Westjordanland: Für viele Palästinenser ist Wasser laut Amnesty Luxus geworden© Jonathan Nackstrand/AFP

Amnesty International wirft der israelischen Regierung vor, den Palästinensern eine ausreichende Versorgung mit Trinkwasser zu verweigern. Durch die totale Kontrolle der gemeinsamen Wasserressourcen und eine benachteiligende Politik der Israelis würden der Zugang zum Wasser in den besetzten Gebieten unverhältnismäßig eingeschränkt und die Palästinenser am Aufbau einer effektiven Wasserversorgung gehindert, heißt es in einem am Dienstag im Internet veröffentlichten Bericht der Menschenrechtsorganisation.

"Israel erlaubt den Palästinensern nur Zugriff auf einen Bruchteil der gemeinsamen Wasservorräte, die größtenteils im besetzten Westjordanland liegen, während die rechtswidrigen israelischen Siedlungen dort geradezu unbegrenzt versorgt werden", sagte Donatella Rovera, bei Amnesty für Israel und die Palästinensergebiete zuständig. Im Gazastreifen habe sich die ohnehin angespannte Versorgungslage deshalb weiter verschlechtert.

"Oberflächlicher und lügnerischer Bericht"

Israel wies die Amnesty-Vorwürfe als tendenziös zurück. Es handele sich um einen "oberflächlichen und lügnerischen Bericht", der die Realität verzerrt darstelle, sagte Infrastruktur-Minister Uzi Landau. Israel halte sich an alle Vereinbarungen mit den Palästinensern und liefere ihnen sogar mehr Wasser, als in den bisherigen Verträgen vereinbart worden sei.

Die Palästinenser weigerten sich hingegen bisher, Kläranlagen zu bauen, obwohl sie dafür Geld von internationalen Geberländern erhalten hätten. Landau warf den Palästinensern zudem vor, mit Millionen von Kubikmetern Abwasser das gemeinsame Grundwasser zu verschmutzen.

"Wasser ist ein Grundbedürfnis und ein Recht"

Der Amnesty-Untersuchung zufolge beansprucht Israel dagegen mehr als 80 Prozent der Vorräte aus einem Grundwasserbecken unter dem Westjordanland, den Palästinensern würden nur 20 Prozent zugestanden. Das Becken sei die einzige Wasserquelle für die Palästinenser im Westjordanland, während Israel auch noch das gesamte verfügbare Wasser aus dem Jordan beziehe, heißt es in der Studie. Einem durchschnittlichen täglichen Wasserverbrauch von gerade mal 70 Litern pro Person auf palästinensischer Seite stünden 300 Liter bei den Israelis gegenüber.

In abgelegenen palästinensischen Gebieten hätten die Menschen täglich sogar nur 20 Liter zur Verfügung. Bis zu 200.000 Palästinenser würden in ihren Häusern nicht über fließend Wasser verfügen. Dagegen seien die Farmen der israelischen Siedler und ihre Gärten aufwendig bewässert. Außerdem gebe es dort Swimmingpools. "Wasser ist ein Grundbedürfnis und ein Recht", so Rovera. "Doch für viele Palästinenser ... ist es ein Luxus geworden, den sie sich kaum leisten können." Israel müsse deshalb seine benachteiligende Politik beenden und umgehend alle Einschränkungen bei der Wasserversorgung der Palästinenser aufheben.

DPA/AP
MEHR ZUM ARTIKEL
Israels Soldaten im Gaza-Krieg "Wenn du unsicher bist - töte!"

Es sind erschütternde Berichte: Mehr als 50 israelische Soldaten haben ihr Schweigen gebrochen und werfen ihrer Führung vor, sie während des Gaza-Krieges zu Gewalt und Willkür gegenüber Zivilisten animiert zu haben. "Wenn du nicht sicher bist - töte!", habe der Befehl gelautet. Israels Militärführung bezeichnet die Aussagen als Verleumdung. mehr...

Gaza-Krieg Israelis benutzten Kind als Schutzschild

Als israelische Soldaten während des Gaza-Krieg in ein Stadtviertel von Gaza-Stadt einrücken wollten, wurden sie beschossen. Zum Schutz schickten die Soldaten einen palästinensischen Jungen als menschlichen Schutzschild voraus - eine massive Menschenrechtsverletzung, die die Vereinten Nationen Israel vorwerfen. Und es ist nicht die einzige. mehr...

 
 
 
Aktuelle Extras
 
Adobe Flash Player

 
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Günther Jauch
sternTV - Information und Unterhaltung mit Günther Jauch

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...