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4. Juni 2009, 14:31 Uhr

Berlusconi im Visier der Staatsanwälte

Die Affäre um den italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi weitet sich aus. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Vorermittlungen wegen Amtsmissbrauchs eingeleitet, weil Berlusconi Freunde und Bekannte in einer Militärmaschine zu seiner Villa auf Sardinien mitgenommen hatte. Bei seiner Beanstandung pikanter Party-Fotos ruderte der Politiker inzwischen zurück.

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Im Wettbewerb "Europas peinlichster Politiker" läge der italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi vermutlich weit vorn© Gregorio Borgia/AP

Der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi gerät kurz vor den Europawahlen ins Visier der Staatsanwaltschaft. Vorermittlungen sollen klären, ob der 72-Jährige sein Amt missbraucht hat, als er Freunde und Bekannte mit einer Militärmaschine zu seiner Luxusvilla auf Sardinien fliegen ließ. Italienische Medien berichteten am Donnerstag, es handele sich um ein übliches Verfahren, eingeleitet auf Drängen der Verbraucherschutzorganisation Codacons.

Berlusconi gab sich gelassen und sprach von einem "lächerlichen Fall", der nur bezeuge, wie kleinlich die Opposition sei. Nach den Vorwürfen wegen Steuerverschwendung sei die Untersuchung gegen ihn für die Staatsanwälte "obligatorisch, wird aber sicherlich zu den Akten gelegt." Am Vorabend hatte er es als praktisch bezeichnet, auch private Gäste auf einen auch ohne sie geplanten Flug in einer Staatsmaschine mitzunehmen. Das koste den Steuerzahler doch nichts.

Auf einem in Olbia aufgenommenen Foto eines sardischen Paparazzo ist zu sehen, wie Berlusconi zusammen mit seinem Lieblingssänger Mariano Apicella und einer Tänzerin ein Staatsflugzeug verlässt.

In einer weiteren Affäre vollführte Berlusconi unterdessen eine Kehrtwende. Die angeblich pikanten Fotos von Partys auf seinem Anwesen in Sardinien dürfen nun doch veröffentlicht werden. In einem Interview des italienischen Fernsehsenders Rai sagte Berlusconi, er habe die Bilder gesehen und habe nichts gegen die Veröffentlichung einzuwenden. Es sei nichts Unanständiges zu sehen. Berlusconi hatte die Veröffentlichung zunächst per einstweiliger Verfügung untersagt.

Presseberichten zufolge zeigen die von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmten Fotos unter anderem junge Frauen im Bikini oder oben ohne im Garten des Berlusconi-Anwesens sowie bekleidete Mädchen neben Berlusconi im Hof der Gästewohnungen.

AP
 
 
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