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Österreichischer Kommentator ätzt gegen Merkel

Wie in vielen EU-Ländern über Angela Merkel und die deutsche Flüchtlingspolitik gedacht wird, hat jetzt ein österreichischer Kommentator in Österreich gezeigt. Er ätzt gegen die Kanzlerin und die "lieben Merkel-Fans".

Angela Merkel

Sie soll eine "Luftbrücke der Herzen für Flüchtlinge" einrichten: Kanzlerin Angela Merkel

Jüngst hat der österreichische Bundeskanzler Werner Faymann seiner deutschen Amtskollegin einen Vorschlag in Sachen Flüchtlingskrise unterbreitet. Um den Flüchtlingsstau an der mazedonischen Grenze in Griechenland zu beenden, solle Deutschland wie Österreich eine Tagesqoute festlegen und die Menschen direkt nach Deutschland bringen. Zudem könnten deutsche Behörden Zertifikate ausstellen. Flüchtlinge, die diese Papiere erhielten, könnten dann über die Balkanroute direkt ins größte EU-Land reisen.

Diesen Vorschlag hat der konservative Journalist Richard Schmitt in einem Kommentar für die "Kronen"-Zeitung aufgegriffen. Es ist ein Text voller ätzender Schärfe und billiger Polemik, doch er zeigt, wie die Kritiker der Merkelschen Flüchtlingspolitik denken. Und wie viel Wut sich aufgestaut hat unter den Regierenden und vielen Bürgern in den osteuropäischen EU-Ländern und Österreich. Deutschland steht bei vielen wegen seiner offen Grenzen am Pranger, man hat die empfundene Bevormundung durch Merkel offensichtlich satt.

EU-Staaten wollen nicht länger am Pranger stehen

Schmitt will in dem Kommentar eine "klarere Übersetzung" des Faymann-Vorschlags "für unsere Freunde in Berlin nachliefern" und spricht die CDU und Angela Merkel direkt an. Dann schreibt er:  "Startet doch eine 'Luftbrücke der Herzen' und schickt die fettesten Jets eurer Lufthansa-Flotte nach Athen und Istanbul, holt die ehrlichen und die etwas weniger ehrlichen Asylwerber in Griechenland und in der Türkei ab"

Die Balkanstaaten wollen auch  nicht länger für eine angeblich inhumane Politik am Pranger stehen und die Drecksarbeit für Deutschland erledigen: "Aber bitte zwingt uns Österreicher, Slowenen, Tschechen, Slowaken, Ungarn, Serben, Mazedonier nicht mehr in die sehr unangenehme Rolle der bösen Türsteher am Eingang eures Asyl-Multikulti-Schlaraffenlandes", fordert Schmitt weiter.

Angela Merkel lehnt Österreichs Vorschlag ab

Dann höhnt er, bei einem entsprechen Einsatz von Flugzeugen könnten eine weitere Million Flüchtlinge nach Deutschland kommen. Merkel winke dann der "Friedensnobelpreis", die "Asylwerber hätten sich damit die Strapazen eines Tausende Kilometer langen Fußmarsches erspart" und "'unschöne Szenen'" an den "angeblich schrecklich bösen Grenzzäunen" würde es nicht mehr geben.

Den Vorschlag Faymanns hat Berlin zurückgewiesen. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte in Bezug auf die Bilder von der mazedonisch-griechischen Grenze:  "Sie zeigen leider überdeutlich, wie notwendig es ist, dass Europa abgestimmt und gemeinsam agiert und nicht Binnengrenzen in einer Weise schließt, die dann bei anderen Mitgliedstaaten die Belastungen in die Höhe schnellen lassen".

Die Frage bleibt, ob es angesichts der tiefen Gräben in der Flüchtlingspolitik jemals eine internationale Lösung geben wird.

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