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Taliban töten Isaf-Soldaten im Camp von Prinz Harry

Bei einem Angriff auf ein Militärcamp in Afghanistan sind zwei Soldaten getötet worden. Auslöser des Angriffs war ebenfalls das islamfeindliche Schmäh-Video. Ziel könnte auch Prinz Harry gewesen sein.

  Ein Apache-Helikopter steht auf dem Flugfeld von Camp Bastion, das nun von Taliban angegriffen wurde (Archivbild vom Dezember 2011)

Ein Apache-Helikopter steht auf dem Flugfeld von Camp Bastion, das nun von Taliban angegriffen wurde (Archivbild vom Dezember 2011)

In Afghanistan sind bei einem Angriff auf einen Militärstützpunkt zwei US-Marinesoldaten getötet worden. Dazu bekannten sich am Samstag die Taliban und sprachen von einem Vergeltungsakt wegen des in den USA gedrehten Mohammed-Hetzfilms, der derzeit wütende Proteste in der arabischen Welt auslöst.

Nach US-Angaben wurde das Lager Camp Bastion in der heftig umkämpften südafghanischen Provinz Helmand am Freitagabend mit Minenwerfern, Panzerfäusten und Handfeuerwaffen beschossen. Mehrere Soldaten wurden verletzt. Ein Sprecher des Gouverneurs von Helmand berichtete zusätzlich von 17 Leichen, dabei handele es sich vermutlich um in den Gefechten mit Soldaten getötete Aufständische. Ein Sprecher der internationalen Schutztruppe Isaf erklärte, dabei seien zwei Isaf-Soldaten und 20 Angreifer getötet worden. Der US-Sender Fox News sprach zudem von mehreren verwundeten US-Soldaten.

Unterschiedliche Angaben über Folgen des Angriffs

Die Angreifer hätten Gebäude, einen Hangar und mehrere Flugzeuge beschädigt. Dagegen erklärten der Taliban-Sprecher, die Mudschaheddin hätten "Dutzende Amerikaner und andere ausländische Invasoren getötet und mehrere Fahrzeuge und Hubschrauber beschädigt".

Die Verantwortung für die Attacken übernahmen die Taliban. "Das Ziel dieses Angriffs war Rache an den Amerikanern wegen des Films, der sich gegen den Propheten richtet", sagte ein Taliban-Sprecher. Während der Feuergefechte befand sich auch der britische Prinz Harry in Camp Bastion, er blieb aber unverletzt. "Prinz Harry befand sich niemals in Gefahr", sagte ein Sprecher der Nato-Schutztruppe Isaf. Es werde nun geprüft, ob die Anwesenheit des Enkels von Königin Elizabeth auf dem Stützpunkt ein Motiv für den Angriff gewesen sei. Die Taliban hatten jüngst mit einer Ermordung oder Entführung des Prinzen gedroht.

Prinz Harry außer Gefahr

Prinz Harry war einem Bericht der britischen Nachrichtenagentur PA zufolge am Freitag vor einer Woche in Camp Bastion, dem britischen Teil des Lagers, eingetroffen. Zum Zeitpunkt des Angriffs habe er sich mit anderen Mitgliedern seiner Einheit mit Kampfhubschraubern des Typs Apache rund zwei Kilometer entfernt aufgehalten.

Die Nummer drei in der britischen Thronfolge, die an diesem Samstag ihren 28. Geburtstag feiert, war bereits 2008 am Hindukusch stationiert gewesen. Der geheime Einsatz war jedoch nach kurzer Zeit abgebrochen worden, nachdem die Presse darüber berichtet hatte. Diesmal soll "Captain Wales" vier Monate in Afghanistan bleiben.

Bereits am Dienstag waren in der libyschen Stadt Bengasi bei einem Angriff auf das US-Konsulat der amerikanische Botschafter und drei seiner Mitarbeiter getötet worden. Es folgten am Freitag tumultartige Proteste in zahlreichen islamischen Ländern. US-Präsident Barack Obama versicherte, sein Land werde der Gewalt nicht weichen.

tkr/DPA/Reuters/DPA/Reuters

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