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Westerwelle droht Nordkorea - mit Sanktionen

Pjöngjang droht den USA mit Atomkrieg, die UN verhängen Sanktionen gegen Nordkorea. Und Deutschlands Außenminister Westerwelle spricht jetzt ebenfalls Klartext.

  Das Atom- und Raketenprogramm Nordkoreas und seines jungen nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un wird von der Weltgemeinschaft schon lange mit großem Misstrauen verfolgt.

Das Atom- und Raketenprogramm Nordkoreas und seines jungen nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un wird von der Weltgemeinschaft schon lange mit großem Misstrauen verfolgt.

Das unheimliche Säbelrasseln in Asien schürt weltweit die Angst vor einem Krieg - oder sogar einem Atomkrieg. Südkorea ist überzeugt: Der Norden würde vernichtet werden, sollte er den Süden angreifen. Denn Südkorea hat die Atommacht USA auf seiner Seite. China mahnt alle Beteiligten des Konfliktes zur Besonnenheit, und die Europäer werden deutlich: Pjöngjang darf seine Grenzen nicht überschreiten. Diese Position macht jetzt Deutschlands Außenminister Guido Westerwelle klar.

Nach der Drohung Nordkoreas, das Waffenstillstandsabkommen mit Südkorea aufzukündigen, erwäge die Europäische Union weitere Sanktionen gegen die kommunistische Regierung in Pjöngjang. Kommenden Montag werde in Brüssel beraten, ob die EU über die UN-Sanktionen hinaus weitere Maßnahmen ergreifen werde, sagte Westerwelle am Freitag in Berlin. Er appellierte an China, seinen Einfluss auf Nordkorea zu nutzen, um die Provokationen und Verstöße gegen internationales Recht zu beenden. China ist der einzige internationale Partner Nordkoreas.

Es geht um die Sicherheitsarchitektur der ganzen Welt

"Es geht hier nicht nur um die koreanische Halbinsel. Es geht hier auch im die Sicherheitsarchitektur der Region und natürlich auch der Welt insgesamt", sagte Westerwelle. Die nordkoreanische Drohung eines atomaren Erstschlags und angedrohte Beendigung des Waffenstillstandsabkommens werde in aller Schärfe verurteilt. Nordkorea müsse seine Raketen- und Atombombentests umgehend einstellen.

Die stalinistische Diktatur hatte nach neuen UN-Sanktionen gedroht, das Abkommen mit Südkorea aufzukündigen. Alle Vereinbarungen seien nichtig, wenn die derzeit laufenden gemeinsamen amerikanisch-südkoreanischen Manöver am 11. März ihren Höhepunkt erreichten, hatte ein Sprecher des Außenministeriums gesagt.

Die Vereinten Nationen hatten am Donnerstag mit neuen Sanktionen auf den jüngsten Kernwaffenversuch des kommunistisch regierten Landes reagiert. Die Weltgemeinschaft werde das Streben Nordkoreas nach Atomwaffen nicht tolerieren, sagte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon. Durch die Sanktionen wird eine weitere Beschränkung von Finanztransaktionen festgelegt und ein hartes Durchgreifen gegen den Im- und Export verbotener Güter gefordert.

Merkel "besorgt"

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) äußerte sich "sehr besorgt" über das verbale Säbelrasseln in Asien und die Drohung mit einem Atomkrieg. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte aber auch, dass die Staatengemeinschaft trotz der jüngsten Eskalation weiterhin gesprächsbereit sei. "Sollte sich das nordkoreanische Regime entschließen, dass es seine Verantwortung gegenüber der eigenen Bevölkerung und der Welt wahrnehmen will, muss es nur die ausgestreckte Hand ergreifen." Zugleich appellierte er an Nordkorea, die "technischen Kommunikationsmöglichkeiten" wieder herzustellen. Pjöngjang hatte angekündigt, auch den "Heißen Draht" nach Seoul zu kappen, einen Verbindungskanal im Grenzort Panmunjom.

Der Hamburger Politikwissenschaftler August Pradetto sieht im angedrohten Nuklearschlag Nordkoreas keine ernstzunehmende Gefahr. Nordkorea habe keine adäquaten Kapazitäten, um einen solchen Angriff auszuführen, sagte der Experte für internationales Krisenmanagement am Freitag im Deutschlandradio Kultur. "Es gibt ein paar nukleare Sprengköpfe, es gibt einige Raketen - aber das bedeutet noch lange keine interkontinentale Schlagfähigkeit", sagte der Professor der Universität der Bundeswehr Hamburg.

Nordkorea wisse, dass ein auch nur begrenzter Angriff auf US-Streitkräfte in Südkorea die vollständige Vernichtung des nordkoreanischen Militärs und auch seiner politischen Führung nach sich ziehen würde, sagte Pradetto. "Die USA und Südkorea sind militärisch haushoch überlegen."

anb/DPA/AFP/DPA

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