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18. November 2008, 17:55 Uhr
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Amerikaner stürmen Waffengeschäfte

Waffenhändler machen in den USA derzeit ein Bombengeschäft. Weil viele Amerikaner fürchten, dass der neue US-Präsident Barack Obama schärfere Waffengesetze erlassen wird, decken sie sich rechtzeitig vor dem Machtwechsel noch mal mit Pistolen, Gewehren und Revolvern ein.

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Die passionierte Jägerin Rachel Smith deckt sich in einem Waffenladen noch einmal mit neuen Gewehren ein© Steve Helber/AP

Der zehnjährige Austin Smith hat nach dem Wahlsieg von Barack Obama nur eine Frage: "Bekomme ich jetzt kein neues Gewehr zu Weihnachten?" In seiner kindlichen Naivität drückt der Junge aus, was die Befürworter des privaten Waffenbesitzes in den USA derzeit umtreibt: Sie befürchten, dass Obama als neuer US-Präsident gemeinsam mit dem von seiner Demokratischen Partei dominierten Kongress den Waffenbesitz einschränken wird. Deshalb decken sich viele Waffenliebhaber vor dem Machtwechsel im Weißen Haus am 20. Januar noch einmal kräftig mit Flinten und anderen Schusswaffen ein.

Landesweit meldeten die Waffengeschäfte in den vergangenen Wochen Rekordumsätze. Vorigen Monat, als sich der Wahlsieg Obamas bei der Präsidentenwahl am 6. November bereits klar abzeichnete, gab es knapp 110.000 mehr der für den Erwerb von Waffen notwendigen Personenüberprüfungen als im Oktober 2007. Dies ist nach Angaben der Bundeskriminalpolizei FBI eine Steigerung um 15 Prozent.

Auch Austins Mutter, eine begeisterte Jägerin, will noch vor dem Amtsantritt Obamas mindestens fünf neue Schusswaffen kaufen. Die mit einem Kampfanzug bekleidete 32-jährige Rachel Smith aus Richmond im US-Staat Virginia sieht sich deshalb in einem Sportgeschäft um, das über ein reichhaltiges Angebot diverser Waffen verfügt. "Ich glaube, die neue Regierung wird den privaten Waffenkauf erschweren", sagt die Mutter von fünf Kindern im Alter von vier bis zehn Jahren. Allen hat sie bereits den Umgang mit Schusswaffen beigebracht.

"Die Leute haben Angst, das Recht auf Waffenbesitz zu verlieren", sagte David Hancock von der Sportgeschäftskette Bob Moates. Die Befürworter des privaten Waffenbesitzes beziehen sich in ihrer Haltung auf den zweiten Zusatzartikel der US-Verfassung. Kritiker wenden dagegen ein, dieser verbiete einer Regierung lediglich, Milizen zu entwaffnen, die beispielsweise im Unabhängigkeitskrieg gegen britische Truppen kämpften.

Obama hat als Senator in Illinois ein Verbot des freien Erwerbs von halbautomatischen Schusswaffen unterstützt und tritt für striktere Regelungen in den Einzelstaaten ein. Im Wahlkampf versprach Obama den Waffenbesitzern allerdings auch: "Ich will euch nicht eure Flinten wegnehmen." Im Obersten Gerichtshof sind die Befürworter des privaten Waffenbesitzes noch knapp in der Mehrheit. Dies könnte sich aber mit der Berufung neuer Richter durch den künftigen Präsidenten Obama ändern.

Kein Verbot von Sturmgewehren

Ob die Verschärfung der Waffengesetze im Land aber tatsächlich höchste Priorität bei der künftigen Regierung haben wird, bezweifelt der Harvard-Professor Mark Tushner, der ein Buch zur Diskussion in den USA über den Waffenbesitz veröffentlicht hat. Er verweist dabei auf die aktuellen Probleme wie die Finanzmarktkrise und die Kriege im Irak und in Afghanistan. "Ich wäre überrascht, wenn der Kongress ein neues Gesetz zum Verbot von Sturmgewehren verabschieden würde", schrieb Tushner in einer E-Mail.

Die Diskussion über eine Verschärfung der Waffengesetze hält in den USA seit Jahren an. Besonders nach spektakulären Amokläufen wird der Ruf nach strengeren Regeln lauter. Der mächtigen Waffenlobby National Rifle Association (NRA) gelingt es allerdings immer wieder, die Mehrheit der Bevölkerung in ihrem Kampf gegen schärfere Gesetze hinter sich zu bringen.

Wie heikel das Thema ist, musste vor wenigen Wochen der Chef einer Waffenfabrik in Montana erfahren. Nachdem er sich im Wahlkampf für Obama ausgesprochen hatte, gab es Boykottaufrufe gegen die Firma. Der Geschäftsführer trat daraufhin von seinem Posten zurück.

Lara Jakes Jones, AP
KOMMENTARE (10 von 14)
 
jackiki (19.11.2008, 16:07 Uhr)
keinheiliger
ich habe nicht behauptet, dass waffen für die demokratie in den usa heutzutage förderlich sind. jedoch sollte man wissen, dass eben ohne diese waffen nie eine demokratie in den usa oder in frankreich hätte eingeführt werden können und dass deren demokratie vom volk mit ihren waffen erkämpft wurde. eben das ist der unterschied zu deutschland, deutschland wurde besiegt und hat die demokratie von "oben herab" bekommen. hier hat keiner zur waffe greifen müssen oder wollen, wieso auch immer, das sind andere gründe. das demokratieverständnis der usa ist eben anders als das der deutschen. staat heißt für die amerikaner nicht "die da oben", für sie heißt staat einfach nur mittel zum zweck um das durchzusetzen, was das volk möchten. in deutschland ist immer die rede, wenn es um regierung geht, von "den da oben"! das wollte ich nur damit sagen. auch wenn es veraltet klingt, dass jeder ein recht auf waffen hat, so muss man auch sehen, wieso sie dieses recht denn überhaupt haben und dann kann man vielleicht uach verstehen, wieso es einigen so schwer fällt von diesem recht abschied zu nehmen. und ganz so einfach ist es eben nicht, wie manche behaupten, es ginge nur um geld oder die amis seien blöd! sie waren die ersten, die es schafften sich von irgendwelchen königen zu befreien und selbstbestimmend zu leben, demokratisch eben. und was die usa, die vereinigten staaten von amerika schon vor jahrhunderten schafften, und zwar eine BUNDESREPUBLIK zu gründen, gelang deutschland erst vor einigen jahrzehnten und europa in absehbaren zeit!
Bender.B.Rodriguez (19.11.2008, 10:34 Uhr)
nur mal so am rande..
..weil hier jeder dumm daherbratzelt und keiner wirklich weiss was sache ist:
1) in der amerikanischen verfassung steht drin, es ist die pflicht eines jeden bürgers und auch der regierung, dort einzugreifen, wo unrecht geschieht (eigentlch ne gute sache..wird aber von der hochfinanz als vorwand genommen um in anderen ländern "demokratie" zu etablieren, um diese länder dann später genaz aufkaufen zu können)
2) angesichts der lage auf der welt solltet ihr die amis eher beneiden.. hierzulande kann jeder pisser als polizist oder ordnungsamt-schwuchtel den bürger terrorisieren.. die regierung hat keinerlei skrupel den bürger zu knechten und erzäglt mir nciht, dass die regierung es nicht bringen würde, den bürger mit millitärischer waffengewalt daran zu hindern sein recht durchzusetzen oder sogar einfach die meinung zu sagen... dafür habe ich schon zu viel erlebt..
------------------------------------
wir werden nur solange rumgeschubst wie wir uns das gefallen lassen
keinheiliger (19.11.2008, 07:23 Uhr)
Dumme Pseudofreiheit
Also, wenn ich mir den verklaerten Blick der Dame auf dem Foto anschaue, die Zeit und Raum beim Anblick des Waffenarsenals zu vergessen scheint, habe ich deutlich das Gefuehl etwas nicht zu verstehen. Aber man muss wohl als Amerikaner geboren sein, um diese laecherliche Leidenschaft fuer Waffenbesitz zu teilen, welches ihnen von der Lobby als so etwas wie Freiheit verkauft wird.
Dabei ist es lediglich ein Geschaeft, aber offenbar ein sehr gutes, leider aber auch nicht ganz ungefaehrlich.
@ Hey, Countryjoe, dass darf man hier auch!
@ jackicki Ich bezweifle sehr, ob freier Waffenbesitz in irgendeiner Form demokratieverstaerkend wirkt. In tendiere eher zu einer gegenteiligen Meinung.
MfG
Countryjoe (19.11.2008, 06:43 Uhr)
Gutes Recht!
Glückliches Amerika. Dort darf man sich wenigstens noch zur Wehr setzen. Hoffentlich gibt es dort keine nachträgliche Enteignung wie hierzulande.
jackiki (19.11.2008, 00:36 Uhr)
also ich finde, ....
...dass zuviele menschen sich zu herabwürdigend über diejenige demokratie äußern, die sich den grundsatz "das volk ist der souverän" selbst und mit eben mit dieser so oft kritisierten waffengewalt erkämpft hat. das kann man von deutschland nicht behaupten. hier wurde sie den menschen von oben herab aufs auge gedrückt und ich schreibe aufs auge gedrückt, nicht etwa weil ich demokratie schlecht finden würde, sondern weil so mancher das heute so empfindet habe ich das gefühl. eine amerikanisch oder französiche demokratie ist um einiges stabiler als eine deutsche.
peterpan1001 (19.11.2008, 00:07 Uhr)
bürgerkrieg in usa
meine profezeiung: es wird in 1 - 2 jahren bürger krieg geben in usa, und das sind die besten vorraussetzungen dafür.
obama hat für sich shcon eine schutztruppe angekündigt, direkt ihm unterstellt und mindestens so stark wie das militär, ca 500 tausend mann.
kenn ich das von irgendwoher?
utospatz (18.11.2008, 19:35 Uhr)
So ist es nun mal bei Hirnrissigen,
die glauben dass 100derte erschosserne Schulkinder für ihren Waffenbesitz die Berechtigung gefunden haben!
Legt jedem Neugeborenen einen Colt in die Wiege, dann ist Amerika gesund, genau wie GM!
Cienne (18.11.2008, 18:33 Uhr)
Oh man...
Sollen sie sich doch über den Haufen schießen.
Datenaktuell (18.11.2008, 18:20 Uhr)
10 Meilen bis zum nächsten Nachbarn ...
Die Amis sind mangels beweglichen Zielen eben auf die Waffen selbst fixiert.
Die Schweizer haben auch ihre Strumgewehre im Schrank - wenn es gegen die Finanzkrise hilft, weshalb nicht.
toemmel (18.11.2008, 18:17 Uhr)
absurd - hab ich auch immer gedacht
...dann hab ich mal so "gegoogelt" was in Deutschland so Sache ist.
Bei einer Schätzung von 20Mio ILLEGALER Waffen in Deutschand ist es mir dann aber schon eiskalt den Rücken runtergelaufen...
..und wenn ich dann in meinem weitesten Bekanntenkreis feststelle, dass ausser einem Polizisten und einem Jäger keiner etwas mit Waffen am Hut hat...
...will ich eigentlich gar nicht wissen wo die 10Mio legalen und eben 20Mio illegalen Waffen unterwegs sind...
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