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22. Januar 2009, 17:33 Uhr

Obama schließt US-Lager Guantánamo

Als eine seiner ersten Amtshandlungen lässt der neue US-Präsident Barack Obama das umstrittene Gefangenenlager Guantánamo auf Kuba schließen. Obama hat eine Anordnung dazu unterzeichnet. Außerdem werden die USA sich künftig an internationale Konventionen halten.

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US-Präsident Barack Obama hat das Dekret unterzeichnet, das Gefangenenlager Guantánamo innerhalb eines Jahres zu schließen© Saul Loeb/AFP

Sieben Jahre nach der Einlieferung der ersten Insassen hat der neue US-Präsident Barack Obama die Schließung des Gefangenenlagers Guantánamo binnen eines Jahres angeordnet. Zudem verbot der Nachfolger von George W. Bush an seinem zweiten Amtstag Verhörmethoden wie das "Waterboarding", bei dem durch die Simulation von Ertrinken Geständnisse erzwungen werden.

Die USA würden ihren Kampf gegen Gewalt und Terrorismus in Zukunft in Übereinstimmung mit ihren demokratischen Werten und freiheitlichen Idealen fortsetzen, erklärte der 47-Jährige am Donnerstag in Washington. Der erste schwarze Präsident der USA erfüllte damit ein Versprechen aus dem Wahlkampf, in dem er eine Korrektur der Bush-Politik im Kampf gegen den Terrorismus und im Irak-Krieg angekündigt hatte.

Das Dekret sieht vor, dass das international kritisierte Lager so schnell wie möglich, jedoch spätestens in einem Jahr geschlossen wird. Auf dem Stützpunkt auf Kuba sitzen noch rund 250 Terror-Verdächtige ein, darunter der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge vom 11. September 2001. Zeitweise hielten die USA hier ohne juristischen Beistand oder Anklage mehr als 800 Männer fest, die sie der Unterstützung der radikal-islamischen Al Kaida bezichtigten. Obama hatte bereits an seinem ersten Amtstag angeordnet, alle laufenden Verfahren gegen Guantánamo-Häftlinge zu stoppen, um Zeit für eine Entscheidung über die von Bush eingerichteten Sondertribunale zu gewinnen.

Die USA streben lediglich gegen 80 Häftlinge Prozesse an. 50 Männer stehen vor der Freilassung, die bislang daran scheiterte, dass nicht klar ist, wohin sie gehen sollen. Wegen drohender Folter können sie nicht in ihre Heimat zurückkehren.

Obamas Entscheidungen fachten in Deutschland die Debatte über eine Aufnahme ehemaliger Häftlinge an. Während Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble eine Aufnahme ablehnt, spricht sich Außenminister Frank-Walter Steinmeier für ein entsprechendes Angebot aus. Die Bundesregierung will sich die Entscheidung offenhalten und abwarten, ob die USA überhaupt um eine Aufnahme von Ex-Gefangenen bitten. Neben Portugal und Frankreich sind auch Irland und die Schweiz bereit, ehemalige Insassen aufzunehmen.

UN-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay begrüßte das Guantánamo-Dekret und forderte, diejenigen zur Rechenschaft zu ziehen, die für Folter und ungesetzliche Verhörmethoden verantwortlich gewesen seien. Pillay appellierte zudem an Obama, sich auch die Lage in vergleichbaren Gefangenenlagern in Afghanistan und im Irak anzuschauen. Die Gefangenen müssten entweder angeklagt oder freigelassen werden.

In einem weiteren Schritt wies Obama zudem die Armee an, den Abzug aus dem Irak voranzutreiben. "Während der Diskussion habe ich die Militärführung gebeten, sich mit zusätzlichen Planungen zu beschäftigen, die für einen verantwortungsvollen militärischen Rückzug aus dem Irak notwendig sind", sagte er nach einem Treffen mit Militär- und Sicherheitsberatern. Auch die Lage in Afghanistan werde überprüft, "um eine umfassende Politik für die ganze Region voranzubringen".

AFP/DPA/Reuters
 
 
KOMMENTARE (10 von 21)
 
LaoLu (24.01.2009, 13:05 Uhr)
Geschliffene Schreibe, echter demokrat...
aber wie geht hinter den Zeilen lesen???
gesichtsverlust (24.01.2009, 07:44 Uhr)
real obama face pops up
ein herber schlag ins gesicht für jeden echten demokraten. obama gibt der us amerikanischen folterzentrale aufschub, wahrscheinlich oder sicher, auch über 1 jahr hinaus.
dieses menschenrechtsverachtende instrument guantamo, dieses vernichtungslager jeglicher würde eines menschen, wird auf unbestimmte dauer weiterbesten! shame on you, barack obama, dieses US-KZ müsste sofort geschlossen, obama versagt hier kläglich. dies zeigt uns wieder einmal, wer die wirkliche macht im weißen haus in händen hält, wer die strippen zieht! am meisten schockiert jedoch, das die meisten leser hier nicht hinter den zeilen lesen können, wahrscheinlich solcher fähigkeit auf dauer beraubt...
verdad (23.01.2009, 23:59 Uhr)
usa raus von guantanamo und raus aus peru
USA soll guantanamo Gebiet zurück zu Kuba geben und nicht einfach weiter als USA Gebiet behalten da sagt Merkel keine Worte zumindest ihr gute freund Busch ist weg er war die wahre Kriegsmacher
und außerdem sollen die USA Militär Hände weg von Peru und seine soldaten raus nehmen
Aquarius2 (23.01.2009, 20:11 Uhr)
Keine unrealistischen Erwartungen
Es sieht bisher gut aus, was Nr.1 tut. Aber er ist kein Messias, sondern nur ein Mensch. Und die wirklich einflussreichen Kreise in den USA, die werden nicht gewählt. Die nehmen nur Einfluss auf die Gewählten.
Übrigens, noch vor kurzem wäre das, was Obama sagt und tut in deutschen Medien und von deutschen Politikern als Antiamerikanismus abqualifiziert worden.
Die Hoffnung lebt.
LaoLu (23.01.2009, 00:04 Uhr)
Yo!

Es kam schon wieder das böse Gerede von "Zurückrudern" auf, als Obama seine ersten Statements zu Guantanamo relativierte.
Und dann haut der, die Tinte der Unterschriften unter seiner Ernennungsurkunde ist noch nicht trocken, den Militärs erst die laufenden Tribunale um die Ohren, und einen Tag später macht er den Laden dicht.
.
Guantanamo war für mich übrigens der Grund, meine lang(sehr lang-)jährige finanzielle Unterstützung für amnesty international einzustellen.
Johann58 (22.01.2009, 23:30 Uhr)
ich finde 042020 eigentlich eher lustig
ich wuerde ueber seine Beitraege mir nur Gedanken machen wenn etwas Inhalt auszumachen waere, so aber freue ich mich immer auf seine Reaktion, die mich an einen wutschnaubenden Stier erinnert, der mit den Hufen im Sand scharrt.
Also verleien wir im den Dr. Humoris Causa unerhrenhalber.
Vielleich aergert er sich ja auch nur darueber, dass in den naechsten 4 Jahren der Kreationismus noch nicht in den Schulen gelehrt wird.
Dirk_37 (22.01.2009, 22:32 Uhr)
An alle Kritiker
Sicher kann Obama nicht Wunder vollbringen aber wie jede Reise beginnt auch seine mit dem ersten Schritt!
Was wäre denn die Alternative gewesen? Alles so lassen wie bisher? Manchmal hat man den Verdacht, einige wünschen sich die Bush´schen Verhältnisse wieder, um ihrem ungezügelten Antiamerikanismus fröhnen zu können. In den USA leben eine Menge guter Leute und das Land hat so einen Verbrecher wie G.W. einfach nicht verdient, ich erwarte mir deutliche Verbesserungen unter Obama. Aber alles braucht seine Zeit und die muß man Obama zugestehen.
@Stern:
Irgendwann könnt ihr mal damit aufhören, ständig zu betonen daß Obama der erste schwarze Präsident ist. Das haben, glaube ich, mittlerweile fast alle kapiert!
MfG Dirk
Dirk_37 (22.01.2009, 22:24 Uhr)
042020 oder nur 08/15??:-)
Vorsicht hamburg123, zufällig hocke ich gerade in der Flughafenlounch in Atlanta und vertreibe mir die Zeit mit dem Stern. Nicht jeder Amerikaner ist Soldat, nicht jeder Soldat ist ungebildet und nicht jeder Ungebildete schafft es in den Sternblog. Außer 08/15:-). MfG Dirk
Gisella (22.01.2009, 22:15 Uhr)
attention-achtung
42020 ist wieder da-er provoziert. Get him off the internet.
hamburg123 (22.01.2009, 22:11 Uhr)
@042020
Und was machst du? Bist bestimmt ein Soldat, der nichts anderes kann als mit der Waffe umzugehen. Naja was will man auch von dir als ungebildeter Ami erwarten...kann nichts ausser mit der Waffe umzugehen und in die Kirche zu gehen. Mit solchen Leuten sollte man gar nicht reden. Was Obama betrifft: Die Erwartungen an ihn sind sicherlich zu hoch.
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