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Was über die Anschläge in Barcelona bekannt ist und was nicht

Ein Lieferwagen rast in Barcelona in Passanten, im Badeort Cambrils gibt es eine Schießerei, in Alcanar explodiert ein Haus. 14 Menschen werden von Terroristen getötet, mehrere Verdächtige sterben. Fakten und Fragen zum Terror in Spanien im Überblick.

Die Ermittler in Spanien ordnen der mutmaßlichen Terrorzelle drei Vorfälle zu: den schweren Anschlag mit einem Kleintransporter auf Flaniermeile Las Ramblas, bei dem 14 Menschen ums Leben gekommen sind; einen vereitelten Angriff in der Küstenstadt Cambrils, bei dem flüchtige Verdächtige Passanten anfuhren und eine Frau ums Leben kam; sowie die Explosion in einem Wohnhaus in der Ortschaft Alcanar.

Was über die Anschläge in Barcelona bekannt ist

  • Der Anschlag in Barcelona: Ein Lieferwagen raste am Donnerstag gegen 17 Uhr auf der Flaniermeile Las Ramblas im Zickzack in Menschen. Medien zufolge legte der Fahrer gut 550 Meter zurück und flüchtete dann zu Fuß.
  • Die Opfer: In Barcelona und Cambrils gab es nach Behördenangaben insgesamt 14 Todesopfer und mehr als 120 Verletzte. 5 Terroristen wurden erschossen. Die Opfer stammten nach vorläufigen Angaben aus 35 Ländern.
  • Deutsche Opfer: Nach Angaben des Auswärtigen Amts wurden 13 Deutsche verletzt, zwei Frauen lebensgefährlich. Eine von ihnen war in einem extrem kritischen Zustand. Andere Verletzte haben das Krankenhaus bereits verlassen.
  • Das Tatfahrzeug: War ein gemieteter weißer Lieferwagen. Ein zweiter Transporter, mit dem der oder die Attentäter womöglich hätten fliehen wollen, wurde Zeitungsberichten zufolge nahe Barcelona gefunden.
  • Anti-Terror-Einsatz in Cambrils: In dem Badeort südwestlich von Barcelona erschossen Einsatzkräfte fünf mutmaßliche Terroristen. Die Männer waren in einem Wagen von der Polizei kontrolliert worden. Auf der Flucht fuhren sie Passanten an, eine Frau kam ums Leben. Sie hatten wahrscheinlich Anschläge mit Messern geplant. Bei gefundenen Sprengstoffgürteln handelte es sich der Polizei zufolge um Attrappen.
  • Explosion in Alcanar: In der Ortschaft in der Provinz Tarragona kamen bereits am Mittwoch bei der Explosion in einem Wohnhaus mindestens zwei Menschen ums Leben, wie der katalanische Polizeichef sagte. Die Gruppe hatte dort wahrscheinlich Bombenanschläge geplant. Es wurden 120 Gasflaschen gefunden.
  • Selbstbezichtigung: Die Terrormiliz IS reklamierte die Angriffe in einer Erklärung am Samstag für sich. Von den Behörden in Spanien gab es dazu zunächst keine Äußerungen.
Nach der Terrorattacke von Barcelona fahndet Spanien nach Younes Abouyaaqoub

Nach der Terrorattacke von Barcelona fahndet Spanien nach Younes Abouyaaqoub, 22.


Was über den Terror in Spanien nicht bekannt ist

  • Details zur Terrorzelle: Die Polizei geht von einer zwölfköpfigen Zelle aus. Fünf der mutmaßlichen Attentäter wurden in Cambrils getötet. Vier wurden verhaftet, zwei weitere starben wahrscheinlich bei der Explosion in Alcanar. Dennoch wird laut Polizeichef Josep Lluis Trapero nach drei Verdächtigen gefahndet, da die menschlichen Überreste in Alcanar noch nicht identifiziert seien.
  • Wer der Haupttäter ist: Die Sicherheitskräfte fahndeten zunächst nach einem 17-jährigen mit Namen Moussa Oukabir als Haupttäter. Später hieß es, er könnte unter den Toten von Cambrils gewesen sein. Nun richtet sich das Hauptaugenmerk der Fahnder auf einen 22-jährigen Marokkaner. Er soll aus Ripoll kommen. Dort gab es am Montagmorgen eine Wohunungsdurchsuchung. Es könne aber nicht bestätigt werden, dass Younes Abouyaaquoub das Tatfahrzeug gesteuert habe.
  • Das Motiv: Die spanische Polizei spricht von einem Terroranschlag. Genauere Hintergründe sind unbekannt.
  • Wo befand sich das Zentrum der Terrorzelle befand: Die Polizei geht davon aus, dass in dem durch eine Explosion zerstörten Gebäude Anschläge vorbereitet wurden. Am Freitag fanden Ermittler "biologische Überreste" - möglicherweise eine weitere Leiche. Um wen es sich dabei handelt ist nicht bekannt. Medienberichten zufolge wurden Spuren des Sprengstoffs TATP entdeckt. Triacetontriperoxid wurde bei früheren Terroranschlägen in London und Paris benutzt.
  • Eine mögliche Verbindung zu Stadt Ripoll: Der verdächtige 22-jährige Marokkaner und zwei weitere Festgenommene kommen aus der Stadt rund 100 Kilometer nördlich von Barcelona. Die Polizei durchsuchte dort auch das Haus eines Imam. Es wird vermutet, dass er zum Zeitpunkt der Explosion in der zerstörten Wohnung in Alcanar gewesen sein könnte. Spanischen Medien zufolge könnte er der Kopf der Zelle sein. Am Sonntag hatten die Sicherheitskräfte via Twitter erklärt, es gebe eine neue Spur. "Wir sind sehr nah an einer Person dran, die mit beiden Attentaten in Verbindung steht." Welche Rolle die Person bei dem Anschlag genau gespielt haben könnte, blieb zunächst offen. Polizeichef Josep Lluis Trapero räumte ein, dass einer der Verdächtigen bereits das Land verlassen haben könnte.


nik/DPA

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