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"Die Körper auf dem Boden liegen zu sehen, das vergesse ich nicht"

Christian Delhasse steuerte die Brüsseler Metro, die am Dienstag Ziel eines Anschlags war. Sofort nach der Explosion begann er mit der Evakuierung seines Zuges - und half den vielen Verletzten. Die Bilder, die er dabei sah, werden ihn wohl noch lange begleiten. 

Nach den Anschlägen von Brüssel werden Menschen durch die U-Bahn-Evakuiert

Menschen laufen nach der Explosion in der Brüsseler Metro die U-Bahn-Gleise entlang

Es begann wie ein ganz normaler Arbeitstag, doch sollte der gestrige Dienstag für viele Menschen in Brüssel ein Tag werden, den sie wohl nie vergessen. Auch auf den U-Bahn-Fahrer Christian Delhasse trifft dies zu. Er steuerte den Zug, der an der Brüsseler Metro-Station Maelbeek gegen 9.15 Uhr von einer mächtigen Explosion erschüttert wurde. Dem belgischen TV-Sender RTBF berichtete Delhasse nun, wie er die schrecklichen Ereignisse erlebte. Der Zug, der sich aus vier Waggons zusammensetzte, befand sich auf dem Weg in Richtung der Station d’Arts-Loi, als sich der Anschlag ereignete. Im ersten Augenblick glaubte Delhasse noch, es handle sich um einen technischen Defekt. Doch schnell wurde ihm klar, dass es etwas Schlimmeres war.

Da er sich ganz vorn im Zug befand, wurde er durch die Explosion nicht verletzt. Gegenüber RTBF erklärte er nüchtern, "Ich habe getan, was ich tun musste." Ohne zu zögern, begann er, den Opfern des Terrors zur Hilfe zu eilen. Im Gespräch sagte er: "Mir ist nichts passiert, ich habe keine Verletzung". Ich habe mich sofort an den Notfallplan gehalten, das ist alles, was ich dazu sagen kann.“ Doch der Schock über die Ereignisse sitzt offenbar tief. Delhasse räumt ein, “Die Körper auf dem Boden liegen zu sehen, das vergesse ich nicht“.

"Papi geht’s gut. Ich bin ok“ 

Der U-Bahn-Fahrer wirkt bescheiden, doch wie ein weiterer Mitarbeiter der Brüsseler Verkehrsbetriebe gegenüber RTBF bestätigt, hat Delhasse ein "überaus exemplarisches Verhalten an den Tag gelegt." Von der ersten Minute an habe er ruhig und beispielhaft professionell agiert. "Von der ersten Sekunde an hat er die Evakuierung geleitet und den Passagieren so gut geholfen, wie er nur konnte."  Bei den Verkehrsbetrieben sei man stolz darauf, wie ihr Kollege die Situation gemeistert habe.  

Erst nachdem Delhasse seine Passagiere in Sicherheit gebracht hatte, setzte er bei Facebook eine Nachricht ab, um auch seine Freunde und seine Familie darüber zu informieren, dass es ihm gut gehe: "An alle, vielen Dank für eure Anrufe, Papi geht’s gut. Ich bin ok." Laut belgischen Medienberichten starben bei der Detonation in der Metro 20 Menschen, etwa 130 erlitten Verletzungen. Landesweit rollte der Bankverkehr am Tag nach den Anschlägen wieder an, Passagiere müssen jedoch mit verstärkten Kontrollen rechnen. In Brüssel ist der Nahverkehr jedoch immer noch eingeschränkt.

amt
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