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Ein Mord, kaum Beweise und elf Verdächtige

Nach dem Mordanschlag auf einen hochrangigen Hamas-Funktionär in Dubai gibt es elf Verdächtige: Einer von ihnen besitzt einen französischen Pass, er soll der Drahtzieher gewesen sein. Israel weist Vorwürfe zurück, wonach sein Geheimdienst Mossad hinter dem Anschlag stecken soll.

Bei dem aufwendig inszenierten Mord an dem hochrangigen Hamas-Funktionär Mahmud Abdel Rauf el Mabhuh in Dubai soll ein Verdächtiger mit einem französischen Pass der Drahtzieher gewesen sein. Der Mann, der laut Pass Peter Elvinger heißt und auf dem Foto Vollbart, rasierte Glatze und Brille trägt, gilt als einer Hauptverantwortlichen, wie die Zeitung "Le Parisien" unter Berufung auf Ermittler schreibt.

Interpol hatte am Vortag die Passfotos und Namen der elf Verdächtigen im Internet veröffentlicht und eine "Red Notice" ausgestellt. Dabei handelt es sich nicht um einen internationalen Haftbefehl. Interpol hilft damit nach eigenen Angaben lediglich der Polizei der Vereinigten Arabischen Emirate, die von ihr per Haftbefehl gesuchten Personen zu identifizieren und aufzuspüren. Unter den Verdächtigen sind zehn Männer und eine Frau mit langen blonden Haaren. Interpol geht davon aus, dass es sich um gefälschte Pässe handelt und die Namen unschuldiger Bürger benutzt wurden.

"Bis heute weiß niemand, was passiert ist"

Israel wies Vorwürfe zurück, wonach der israelische Geheimdienst Mossad hinter dem Mordanschlag in Dubai stecken soll. Die dortige Polizei habe keinerlei Beweise dafür vorgelegt, sagte ein hochrangiger israelischer Vertreter, der namentlich nicht genannt werden wollte. "Bis heute weiß niemand, was passiert ist", sagte er. Die Polizei habe nicht einmal die genauen Umstände des Todes von Mahmud Abdel Rauf el Mabhuh erläutert. "Es gibt nicht einmal einen Beweis, dass er ermordet wurde", sagte der Israeli. Auf den Aufnahmen der Überwachungskameras seien nur Leute zu sehen, die telefonieren.

Der Hamas-Führer Mabhuh, der von Israel unter anderem für die Entführung und Ermordung zweier israelischer Soldaten verantwortlich gemacht wird, war am 20. Januar in einem Luxushotel in Dubai ermordet worden. Bei dem Mordkomplott waren von den Tätern insgesamt sechs britische, drei irische Pässe sowie ein deutscher und ein französischer Pass eingesetzt worden.

DPA/AFP/DPA

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    Wie heißt der Film?
    Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo

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