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30. März 2010, 08:37 Uhr

Ermittler jagen Drahtzieher des Terrors

Trauer und Wut nach dem doppelten Terroranschlag in der Moskauer Metro: In der russischen Hauptstadt wurden die Fahnen an offiziellen Gebäuden auf Halbmast gesetzt. Die Ermittler fahnden unterdessen nach zwei Frauen und einem Mann. Die Zahl der Toten ist auf 39 gestiegen.

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Blumen liegen vor der U-Bahn-Station Lubjanka in Moskau© DPA

Nach dem Doppelanschlag auf die Moskauer U-Bahn ist ein 39. Todesopfer zu beklagen. Eine Frau sei in der Nacht zu Dienstag ihren Verletzungen erlegen, zitierten die russischen Nachrichtenagenturen RIA Nowosti und Interfax den Chef der Moskauer Gesundheitsbehörde, Andrej Seltsowski. Bei den Anschlägen waren mehr als 60 weitere Menschen verletzt worden.

Als Zeichen der Trauer wurden in Moskau die Fahnen an offiziellen Gebäuden auf Halbmast gesetzt. Fernseh- und Hörfunksender verzichteten auf Unterhaltungsprogramme und Werbung. Die russisch-orthodoxe Kirche organisierte Trauergottesdienste.

Attentäterinnen hatten offenbar Helfer

Zwei Selbstmordattentäterinnen hatten sich am Montagmorgen im Berufsverkehr in den U-Bahn-Stationen Lubjanka und Park Kultury in die Luft gesprengt. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Der Chef des Inlandsgeheimdienstes FSB, Alexander Bortnikow, machte Rebellen aus den Konfliktgebieten im Nordkaukasus verantwortlich. Die Attentate wurden international scharf verurteilt. Nach dem Doppelanschlag fahnden die russischen Ermittler nach zwei Frauen und einem Mann, die den Selbstmordattentäterinnen geholfen haben sollen. Hinter der Bluttat werden islamistische Untergrundkämpfer aus dem Konfliktgebiet Nordkaukasus vermutet.

Präsident Dmitri Medwedew hatte an einem der Tatorte in der Metro Blumen niedergelegt. Er verurteilte das Blutbad und erklärte, die Täter seien keine Menschen sondern "Bestien" und würden getötet. Der Kremlchef ordnete verschärfte Sicherheitsvorkehrungen im Land an, um weitere Terrorakte verhindern zu lassen.

DPA/AFP
 
 
KOMMENTARE (8 von 8)
 
Anleger007 (31.03.2010, 16:53 Uhr)
Aus der Geschichte nichts gelernt
Die Geschichte der russischen Eroberung des Kaukasus im 19. Jahrhundert war äusserst brutal und hat zur Ermordung und Vertreibung hunderttausender Menschen geführt, die Kontrolle über die Region hat Russland bis heute nicht. Anstatt den Fehlschlag einzusehen, wird immer weiter gemordet. Neue Gewalt gegenüber unschuldigen Menschen führt dazu, dass sich auch die letzten von Russland abwenden. Der russische Hass gegenüber den Menschen aus dem Kaukasus, der selbst bis zu uns herüberschwappt, ist der typische Geifer von Kolonialherren, die eine Rechtfertigung für ihre Eroberungszüge suchen. Wer die Kononialisierten herabwürdigt, versucht sein eigenes verwerfliches Verhalten zu beschönigen.
Helmers (30.03.2010, 17:30 Uhr)
Jetzt kommt die Rache des russischen Bären
Wer den Bären zur Tollwut reizt muss sich nicht wundern, wenn jetzt die Fetzen fliegen. Die sog. schwarzen Witwen, die Werkzeuge des Terrors werden nun ausgelöscht und dazu ihre Anstifter. Früher hat man Völkerstämme in Russland einfach nach Sibirien und bis vor China umgesetzt. Diese Tschetschenen bekommen jetzt die Knute einer Weltmacht zu spüren und zwar mit recht.
jetrabbit (30.03.2010, 15:19 Uhr)
tschetschnia ist ein teil russlands
und es ist voller rohstoffe. die hätten wissen müssen, das russland eine abspaltung nicht geduldet hätte. das wäre so ähnlich wie, die bayern würden sich unabhängig machen, und dann mit hilfe der chinesen oder russen die rohstoffe verkaufen, vorbei an der BRD.
Anleger007 (30.03.2010, 13:56 Uhr)
unschuldige Opfer
Der Anschlag in Moskau, wenn er tatsächlich von Tschetschenen begangen worden ist, hätte sicher mit einer anderen Politik gegenüber dem Kaukasus verhindert werden können. Wer auch nur einmal die Bücher von Anna Politkowskaja gelesen hat wundert sich nicht, dass die russischen Politik der letzten 20 Jahre nur Hass hervorgebracht hat. Der Kreml hat in Tschetschenien soviele Verbrechen begangen, dass man sich wundern muss, dass nicht noch mehr Anschläge verübt werden. Leider hat die katastrophale Menschenrechtslage in Tschetschenien hier nie jemanden interessiert, Putin ist sogar zum Teil noch ermutigt worden (von Schröder und anderen). Angeblich wäre das russische Vorgehen gegen die tschetschenische Zivilbevölkerung eine innere Angelegenheit Russlands, in die man sich nicht einmischen darf. Vielleicht hätten wir uns besser eingemischt.
JohannesHannes (30.03.2010, 13:49 Uhr)
Wenn man nicht bescheid weiß...
hält man den Mund!
Nach dem zweiten Chechenienkrieg hat sich dort die Lage klar verbessert! Es fließen Gelder aus Moskau nach Chechenien. Man baute z.B. in Grozny die größte Moschee Europas mit russischen Geldern. Natürlich ist die Lage noch nicht so gut, wie im Rest des Landes, die Arbeitslosigkeit ist noch relativ hoch...

Zum Thema Friendssicherung: Ihr findet das Verhalten der russ. Regierung, falsch die Rebellen zutöten.
Wie will man anders endlich Ruhe in die Region einbringen? Alle verantwortlichen müssen beseitigt werden.
Diese Leute werden sich nicht auf Verhandlungen einlassen. Die Rebellen wollen einen Chechenischen Sharia Staat.
Man wird sich nicht mit halben zufrieden geben. Und sie werden nicht Ruhe geben, bevor sie ihr Ziel erreicht haben.
berns4000 (30.03.2010, 11:05 Uhr)
Warum
hat sich niemand für die Menschen in Tschetschenien interessiert?

Überall wird mit Millionenspenden geholfen, ob Thailand nach dem Tsunami, ob Haiti nach dem Erdbeben. Aber den Menschen in Grosny, die immer noch in zerbomten Häusern und Ruinen leben, wo es kein richtiges Krankenhaus gibt und vieles fehlt, denen wird nicht geholfen.

Ganz im Gegenteil: Das russische Militär soll angeblich immer noch dort Menschen quälen.

Warum sagt weder Frau Merkel noch Herr Westerwelle etwas dazu?

Ihr Bedauern über die Folgen des furchtbaren Anschlags in Moskau haben sie ausgesprochen, warum bedauern sie nicht die Opfer des russishen Militärs in Tschetschenien?
Pijey (30.03.2010, 10:49 Uhr)
Sch... Terror....
... wo man hinschaut.
Er trifft immer die Unschuldigen und Unbeteiligten die nichts dazu können. Terror ist keine Weg politische Probleme zu lösen.
Das sollte auch Moskau inzwischen verstanden haben. Gehen sie doch selbst mit äußerster Brutalität in dem Krieg im Kaukasus vor nehmen keine Rücksicht auf unschuldige Menschen dort.
Man kann nicht sagen Auge um Auge, Zahn un Zahn, aber vielleicht sollte man in Moskau einmal überlegen ob man nicht in dieser Region mit vernünftigen Gespächen etwas erreichen kann.
Aber was machen sie schon im Vorfeld? Vergeltung ankündigen, was ssoviel heißt wie noch brutaler.
Das Ergebnis wird sein das es noch mehr Menschn treffen wird, auch in den russ. Städten die fernab von diesem Krieg sind.
jo--jo (30.03.2010, 10:17 Uhr)
Ach...
man darf wieder schreiben... bis zur nächsten Zensur.

Nein danke!!!
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