. .
Politik im Ausland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
30. April 2009, 12:32 Uhr

Gefangen in der Eskalationsfalle

Der Anschlag auf die Bundeswehr in Afghanistan, bei dem ein Soldat ums Leben gekommen war, ist nach Ansicht des Generalinspekteurs Wolfgang Schneiderhan eine "militärisch geplante Aktion" gewesen. Offenbar sind die Taliban mittlerweile innerhalb kürzester Zeit aktionsfähig.

Anschlag, Afghanistan, Bundeswehr, Steinmeier

Risikoeinsatz Afghanistan: In den letzten Jahren ist das Land gefährlicher geworden© Anja Niedringhaus/AP

Nach den jüngsten Anschlägen auf die Bundeswehr hat die deutsche Regierung ihr Afghanistan-Engagement bekräftigt. "Nie wieder darf Afghanistan der Hort für weltweit agierenden Terrorismus werden", sagte Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) bei einem Besuch des Feldlagers Masar-i-Scharif im Norden des Landes. Auch Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) sagte, dass die Bundeswehr ihren Einsatz am Hindukusch fortführen wolle. "Dies sind wir auch unseren gefallenen und verwundeten Soldaten schuldig."

Am Tag zuvor war eine deutsche Patrouille in der Nähe von Kundus in einen Hinterhalt geraten, wobei ein Soldat getötet und vier verletzt wurden. "Die Täter schrecken auch vor kaltblütigem Mord nicht zurück, um ihr Ziel zu erreichen", so Steinmeier. Er sprach den Angehörigen des getöteten Soldaten sein Beileid aus. Nur wenige Stunden zuvor waren bei einem Selbstmord-Attentat ebenfalls nahe Kundus fünf andere Bundeswehr-Soldaten leicht verletzt worden. Nach Angaben Jungs sollen zwei der Verletzten nach Deutschland zurückgeflogen werden. Zu dem ersten Anschlag hat sich die radikal-islamische Taliban-Miliz bekannt. Es wird vermutet, dass sie auch hinter dem zweiten Anschlag steckt.

Vor allem in der Region um Kundus ist es zuletzt vermehrt zu Zwischenfällen gekommen. "Wir müssen wissen, dass Kundus eine Problemzone geworden ist", sagte der Generalinspekteur der Bundeswehr, Wolfgang Schneiderhan. Es sei dort schwieriger als noch vor vier Jahren. 440 deutsche Soldaten seien in der Region "ständig im Aufklärungseinsatz". Insgesamt sind derzeit mehr als 3800 Bundeswehrangehörige in Afghanistan stationiert. Seit Beginn des Einsatzes 2002 kamen 32 deutsche Soldaten ums Leben, davon 13 bei Anschlägen.

Schneiderhan sprach von einer "militärisch geplanten Aktion" und ging davon aus, dass kein Zusammenhang mit dem Afghanistan-Besuch Steinmeiers - dem vierten in der Amtszeit des Außenministers - bestehe. Nach Angaben des Generalinspekteurs war eine Patrouille von knapp 40 Soldaten in der Nähe des deutschen Feldlagers in einen Hinterhalt gelockt und unter anderem mit Panzerfäusten beschossen worden. Dabei wurde ein Hauptgefreiter getötet. Es habe ein "minutenlanges Feuergefecht" gegeben, so Schneiderhan. Vermutlich habe auch die Seite der Angreifer "Verluste" zu beklagen.

Der Grünen-Verteidigungsexperte Winfried Nachtwei hält es für durchaus denkbar, dass die Anschläge auf die Bundeswehr mit dem Besuch Steinmeiers zusammenhängen. "Die Aufständischen sind inzwischen sehr schnell aktionsfähig - zum Teil innerhalb von Stunden. Wenn durchsickert, ein Minister kommt, dann kann es in der Tat der Versuch sein, auf der Ebene des psychologischen Kampfes Zeichen zu setzen", sagte er dem Sender MDR Info.

Der Grünen-Politiker sieht die Lage in Afghanistan an einem Wendepunkt. Seit dem vorigen Jahr sei "die destruktive Dynamik nach unten stärker als die positive". Nachtwei kritisierte gravierende Fehler der westlichen Mission in Afghanistan. So sei man den militanten Kräften im Süden und Osten des Landes anfangs überwiegend militärisch entgegengetreten und "im Grunde in die Eskalationsfalle gelaufen".

 
 
KOMMENTARE (9 von 9)
 
Gisella (30.04.2009, 20:16 Uhr)
viele artikel über Afghanistan
-gleiche Sch... Raus, da und das ganz schnell. Wir haben da nichts zu verteidigen und auch nichts zu suchen.sieben jahre -ohne erfolg müßten doch eigentlich reichen.
Aquarius2 (30.04.2009, 19:21 Uhr)
So sind Deutsche,
vor allem deutsche Politiker:
Es darf nicht falsch gewesen sein, was einmal undurchdacht entschieden wurde. Koste es, was es wolle. Hier sind es nun mal Menschenleben!
Kapiert wirklich niemand, dass seit 1945 keine Konflikte mehr durch militärische Gewalt von außen gelöst wurden?
Zudem gibt es, z.B. in Südamerika und in Afrika noch viel schlimmere Verhältnisse, bei denen unsere Politiker keinen Grund zum militärischen Eingreifen sehen.
Die ganze Bande sollte mal für ein viertel Jahr in Zeltlagern am Hindukusch untergebracht werden.
Ach nein, das geht ja nicht. Ein großer Teil ist ja Wehrdienstverweigerer ...
havit (30.04.2009, 17:53 Uhr)
@AR1970
Um es nochmals ganz kurz zu sagen, es geht hier um das afghanische Volk und nicht um ein anderes. Und die haben das gewählt, was sie jetzt haben als Regierung. Warum soll ich als deutscher Soldat den Kopf für deren Wahlverhalten hinhalten.
AR1970 (30.04.2009, 16:07 Uhr)
@Havit
genau, die Leute wollen ja gar nicht anders leben. Ich bin sicher, dass die Mehrheit der unterdrückten Frauen förmlich nach Unterdrückung lechzen und junge Männer die im Auto Radio hören von der Taliban zur Strafe den Bart gestutzt bekommen und eine Glatze geschnitten bekommen auch sehr zufrieden sind. Es gab schon mal ein Personenkreis die einfach nur nach gewissen Vorstellungen leben wollten (2. Weltkrieg), hätten da alle anderen auch nur zugucken sollen weil es ja nicht im eigenen Land passiert ist?
Aber ich vergaß, wenn radikale Islamisten zur Vernichtung der Nichtgläubigen aufrufen und Flugzeuge in Hochhäuser fliegen lassen ist das ja alles nur ein Fake und Propaganda. Wahrscheinlich denken Sie auch noch, dass die Taliban-Kämpfer in Pakistan in Wirklichkeit mit Rauschebart verkleidete CIA-Agenten sind.....
Malt (30.04.2009, 14:10 Uhr)
Na sowas!
Da trauen sich diese Taliban doch tatsächlich, in einem Krieg auf militärisch geplante Aktionen zurück zu greifen... sowas unfaires! Können die sich nicht einfach mit erhobenen Händen zum Erschiessen aufstellen? Was fällt denen denn ein? Jetzt greifen die sogar an! Und dass in deren Land! Hat denen denn niemand gesagt, dass wir doch nur ihre Opiumfelder schützen wollen? Manmanman...
.
Ernsthaft: Wenn ein Soldat in einem bewaffneten Konflikt während einer Schiesserei stirbt, dann ist das, beim besten Willen, kein Mord! Und ich finde auch, dass das Wort "feige" eher auf die zutrifft, die von See aus per Knopfdruck Marschflugkörper in über tausend Kilometer entfernte Städte lenken... dass hier war, wie man liest, ein Feuerüberfall, und der gehört im militärischen Bereich zum infanteristischen Standardrepertoir!
p_hakel (30.04.2009, 13:59 Uhr)
In einem Lied
von Udo Jürgens heißt es: "Ich glaube das man nichts vom Krieg mehr wüßte, wenn wer ihn will, ihn auch am meisten spürt!" Dem ist m.E. nicht hinzuzufügen.
havit (30.04.2009, 13:44 Uhr)
Warum noch lange warten?
Alle westliche Welt will überall die Demokratie einführen, damit sie die überproduzierten Waren an den Mann bringt. Herrn Struck's Aussage, dass die Freiheit oder Demokratie Deutschlands am Hindukusch verteidigt werden muss ist so dumm wie andere von ihm losgelassene Sprüche. Was wäre passiert, wenn unserem Aussenminister die Kugeln um die Ohren geflogen wären? Hätte Deutschland dann Afghanistan den Krieg erklärt oder sonst was? Die Leute dort wollen doch gar nicht anders leben, wie sie es gewohnt sind. Wann endlich kapieren das unsere Politiker. Deutsche Autos werden nie in Afghanistan gekauft werden, dass eine Rettung von Opel und Schaeffler davon in Sicht ist. Genausowenig wie GM und Chrysler. Wer als Politiker diesen unsinnigen Krieg führen möchte, der soll selbst hingehen und mit Gewehr die Heimat verteidigen. Aber solange, bis der Krieg wirklich zu Ende ist, nicht nur für einen Moment für die Mediendarstellung, schaut was bin ich für ein tapferer Politiker. Das was hier dargestellt wird, ist Steuerverschwendung und Ablenkung von den Problemen im eigenen Land.
dippegucker (30.04.2009, 13:33 Uhr)
Warum führt Herr Jung...
...mit seiner Argumentation nicht gleich den 2. Weltkrieg weiter ?
"Dies sind wir auch unseren gefallenen und verwundeten Soldaten schuldig."
Motzerator (30.04.2009, 13:15 Uhr)
Sinnlose Opfer in Afghanistan
Die Politik der westlichen Länder hat in Afghanistan versagt, genauso wie im Irak.
Man hat es hier mit einem Gegner zu tun, der erbittert bis zum endgültigen Sieg kämpfen wird. Mit Militär ist dort nur eine kriegerische Lösung möglich.
Militärischer Erfolg für den Westen ist nur mit totalem Krieg inklusive Genozid möglich, ansonsten sollte man zusehen, das man sich zurückzieht und kapituliert.
MEHR ZUM ARTIKEL
Anschlag in Afghanistan Deutscher Soldat stirbt im Hinterhalt

Tödlicher Hinterhalt in Afghanistan: Eine Bundeswehr-Patrouille ist in der Nähe von Kundus mit Granaten und Handfeuerwaffen angegriffen worden. Ein Soldat kam dabei ums Leben, vier weitere wurden leicht verletzt. Die Taliban hatten zuvor eine Offensive gegen ausländische Truppen angekündigt. mehr...

Anschläge in Afghanistan Steinmeier besucht verletzte Soldaten

Außenminister Frank Walter Steinmeier hat sieben verletzte Bundeswehrsoldaten im Feldlager Masar-i-Scharif in Afghanistan besucht. Bei zwei Anschlägen war zuvor ein Soldat getötet worden, neun weitere wurden verwundet. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe