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Propalästinensische Fans stürmen Haifa-Testspiel

Kurz vor Ende des Freundschaftsspiels zwischen Maccabi Haifa und OSC Lille liefen 20 Zuschauer mit Fahnen Palästinas auf den Rasen und attackierten einen Spieler der israelischen Mannschaft.

Bei einem Freundschaftsspiel in Österreich zwischen Mannschaften aus Israel und Frankreich haben propalästinensische Fußballfans aus Protest gegen die israelische Militäroffensive im Gazastreifen den Rasen gestürmt. Etwa 20 Fans rannten drei Minuten vor Schluss mit palästinensischen Fahnen auf das Spielfeld in Bischofshofen und griffen mehrere Spieler der Mannschaft von Maccabi Haifa an. Nach einem Handgemenge wurden sie von Sicherheitsleuten fortgeführt. Der Schiedsrichter brach das Spiel aus Sicherheitsgründen ab. Die Mannschaft von OSC Lille führte zu diesem Zeitpunkt 2:0.

Maccabi Haifa erklärte anschließend gegenüber der "Jerusalem Post", der Club glaube an "Koexistenz und Toleranz". "Wir verurteilen die Gewalt, die gegen uns eingesetzt wurde. Dies geschah nicht wegen Sport oder Fußball, sondern weil wir ein Team sind, das Israel repräsentiert." Die israelische Armee geht seit 16 Tagen gegen die palästinensische Hamas-Bewegung im Gazastreifen vor, um den Raketenbeschuss Israels zu unterbinden. Bei dem Einsatz wurden mehr als 700 Palästinenser getötet, die meisten von ihnen Zivilisten. International wächst die Kritik an der hohen Zahl ziviler Opfer.

Kanzler Faymann verurteilt Vorfall in Bischofshofen

Der österreichische Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) hat auf den anti-israelischen Vorfall in Bischofshofen mit Empörung reagiert. "Gäste, die sich in Österreich aufhalten, haben das Recht, das in Sicherheit zu tun; unabhängig von ihrer Herkunft und ihrer religiösen Zugehörigkeit", erklärte Faymann.

Österreich stehe für den respektvollen Umgang aller Religionen miteinander, sagte Faymann weiter. "Übergriffe auf Sportler, die ihre Saisonvorbereitung in Österreich absolvieren, sind absolut nicht zu tolerieren. Österreich steht für ein friedliches Miteinander aller Religionen. Das soll auch in Zukunft so sein."

mka/AFP/DPA/DPA
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