10. Oktober 2012, 20:13 Uhr

Bibo will kein Wahlkampfhelfer von Obama sein

Mithilfe von Bibo aus der Sesamstraße veräppelt Barack Obamas Team Herausforderer Mitt Romney. Doch die Macher der Sesamstraße verbitten sich nun, dass mit ihrer Figur Wahlkampf gemacht wird.

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Bibo oder Big Bird, wie er im Original heißt, soll sich nach Willen der Sesamstraßen-Macher nicht an politischen Aktionen beteiligen©

Die beliebte US-Kinderserie Sesamstraße will nicht zum Nebenschauplatz des Präsidentschafts-Wahlkampfes werden. Die Macher der Sendung forderten US-Präsident Barack Obama auf, einen neuen TV-Werbespot mit Sesamstraßen-Vogel Bibo (im Original Big Bird) abzusetzen. "Wir unterstützen keinen Kandidaten", sagte die im Bildungsbereich tätige, gemeinnützige Produktionsfirma "Sesame Workshop". Man wolle sich nicht an politischen Aktionen beteiligen. "Wir haben keine Wahlkampfspots genehmigt und haben gemäß unserer üblichen Praxis darum gebeten, den Spot abzusetzen." Die Bitte werde geprüft, sagte die Sprecherin des Wahlkampfteams von Obama, Jen Psaki. Obama werde "weiter für Big Bird kämpfen", der Wahlkampf drehe sich aber um ernstere Themen.

In dem Werbespot macht sich das Obama-Lager über das von US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney vorgeschlagene Sparprogramm lustig. Dieser hatte während der TV-Debatte gesagt, er werde den Geldhahn für den mit Steuergeldern unterstützten Sender PBS zudrehen, auf dem die Sesamstraße seit Jahrzehnten läuft. "Ich liebe Big Bird." Aber: "Ich werde nicht weiterhin Geld für Dinge ausgeben, um dafür Geld aus China leihen". Damit hatte Romney den Zorn vieler amerikanischer Sesamstraßen-Fans auf sich gezogen.

In dem Werbespot wird Bibo als "groß, gelb und eine Bedrohung für unsere Wirtschaft" beschrieben. "Mitt Romney weiß, dass man sich nicht über die Wall Street Sorgen machen muss, sondern über die Sesamstraße", heißt es. Romney konterte am Dienstagabend in einem Interview mit dem Sender CNN: "Der Präsident spricht darüber, Big Bird zu retten. Ich werde darüber sprechen, Arbeitsplätze zu retten."

Ob der am Dienstag gestartete Spot beim Wähler verfängt ist noch nicht klar. Klar ist aber, dass Romneys Äußerungen zur Zukunft des öffentlichen Senders ihm zumindest nicht geschadet haben. Im Gegenteil: Noch nie zuvor konnte ein Präsidentschaftskandidat durch ein Rededuell die Umfragen derart zu seinen Gunsten beeinflussen. Lag der Amtsinhaber vor der Debatte in allen wichtigen Bereichen zum Teil deutlich vor dem Herausforderer, ist es nun Romney, der bei den Meinungsforschern führt.

nik/DPA
 
 
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