14. Dezember 2005, 09:03 Uhr

Ahmadinedschad bezeichnet Holocaust als "Mythos"

Von Tag zu Tag verschärfen sich die Hassparolen des iranischen Präsident Machmud Ahmadinedschad gegen Israel. Nun hat er den Holocaust als "Mythos" bezeichnet.

In seiner neuesten Verbalattacke bezeichnete Mahmud Ahmadinedschad den Holocaust als "Mythos"©

Der iranische Präsident Machmud Ahmadinedschad hat seine Verbalattacken gegen Israel und den Westen verschärft und den Holocaust geleugnet. Statt die israelischen Angriffe gegen die Palästinenser zu thematisieren, "widmet sich der Westen dem Märchen vom Massaker an den Juden", sagte Ahmadinedschad am Mittwoch in einer Rede in der Stadt Zahedan im Südosten Irans, die der Nachrichtensender Khabar direkt übertrug.

Der ultrakonservative iranische Präsident wiederholte seine Forderung nach Verlagerung des jüdischen Staates, die er in einer Rede in der vergangenen Woche auf einer Konferenz islamischer Staaten erhoben hatte. Dabei hatte er bereits das Ausmaß des Holocaust in Zweifel gezogen. Am Mittwoch erklärte er, wenn der Westen an die Ermordung von sechs Millionen Juden während des Zweiten Weltkrieges glaube, sollte Israel "ein Stück Land in Europa, den Vereinigten Staaten, Kanada oder Alaska zur Verfügung gestellt werden." Bereits Ende Oktober hatte Ahmadinedschad gefordert, Israel müsse von der Landkarte getilgt werden.

In Jerusalem äußerte der Sprecher des israelischen Außenministeriums, Mark Regev die Hoffnung, dass Ahmadinedschads neue Aussagen "ein Weckruf für die Leute sind, die noch immer Illusionen über die Art des Regimes in Teheran" hätten.

"Der Westen verurteilt mich

Seine Äußerungen haben weltweit Empörung ausgelöst. Ahmadinedschad wies am Mittwoch die Kritik zurück: "Der Westen sagt, dass der iranische Präsident viele hässliche Dinge gesagt hat und unzivilisiert ist, und er verurteilt mich". An die westlichen Staaten gewandt sagte der iranische Präsident: "Wenn (aber) eure Zivilisation Aggressionen gegen unschuldige Nationen, Unterdrückung der Stimmen für Gerechtigkeit und die Ausweitung von Armut zum Nutzen des Wohlstandes in euren Ländern einschließt, dann hassen wir eure Art von Zivilisation."

DPA
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Antisemitismus Ahmadinedschad gießt Öl ins Feuer

Gerade waren die internationalen Proteste gegen israelfeindliche Äußerungen des iranischen Präsidenten ein wenig abgeklungen, da legt Ahmadinedschad nach: Er ruft die islamische Welt zu Aktivität in "der palästinensischen Frage" auf.

Iran auf Anti-Israel-Kurs Empörung über Holocaust-Äußerung

Deutschland hat wie andere europäische Staaten empört auf neue israelfeindliche Äußerungen des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad reagiert. Angela Merkel wurde darin von einem prominenten Berlin-Besucher unterstützt.

Anti-israelische Parolen Iran auf Konfrontationskurs
mit dem Westen

Der iranische Präsident Ahmadinedschad hat seine Hasstiraden gegen Israel verteidigt. Während der internationale Druck auf den Präsidenten wächst, demonstrierten zehntausende Iraner für die Auslöschung Israels.

 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (22/2013)
Hoffen oder handeln?