. .
Politik im Ausland
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
6. Oktober 2006, 16:50 Uhr

Merkel gegen türkischen EU-Beitritt

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ihre Skepsis gegenüber einer Vollmitgliedschaft der Türkei in der EU bekräftigt. Sie wolle die Beitrittsverhandlungen aber nicht behindern, betonte sie am Ende ihres Antrittsbesuchs.

Angela Merkel spricht mit dem Bild des türkischen Ministerpräsidenten Erdogan im Hintergrund© Michael Kappeler/AFP

Als CDU-Vorsitzende setze sie weiterhin auf das Konzept einer "privilegierten Partnerschaft" mit der Türkei, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel in Istanbul und zeigte sich damit weiterhin skeptisch gegenüber einer Vollmitgliedschaft des Landes. Aber in der Regierungsverantwortung werde sie sich an geschlossene Verträge halten, sagte sie am Ende ihres Antrittsbesuchs in der Türkei.

Merkel fordert Öffnung der Häfen

Bei ihren Gesprächen mit Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan und Präsident Ahmet Necdet Sezer in Ankara standen die Beitrittsverhandlungen der Türkei mit der Europäischen Union im Mittelpunkt. Diese sind ein Jahr nach Beginn wegen der Zypern-Frage ins Stocken geraten. Merkel bestand darauf, dass die Türkei ihre See- und Flughäfen für Güter aus der Republik Zypern öffnen müsse. Erdogan forderte die EU indessen auf, zunächst die Isolation des türkischen Nordens der seit 1974 geteilten Mittelmeerinsel aufzuheben. Merkel ermahnte alle Beteiligten zur Sachlichkeit in der gesamten EU-Debatte.

Auf einem Wirtschaftsforum mit deutschen und türkischen Unternehmern in Istanbul versicherte sie, dass die EU in der Zypern-Frage keine zusätzlichen Hürden aufbauen werde. "Ich glaube, wir sollten aufpassen, dass wir das wirklich in einer konstruktiven Weise diskutieren." Die Kanzlerin ermutigte die Türkei, ihren Reformkurs fortzusetzen. "Ich glaube, inzwischen ist in der Türkei auch ganz klar geworden, dass man dies nicht tut, um Europa einen Gefallen zu tun", sagte sie. "Ihre Wachstumsraten wären ohne viele der Reformen, die Sie implementiert haben, überhaupt nicht möglich geworden."

Erdogan wirbt für EU-Beitritt

Erdogan warb auf dem Wirtschaftsforum erneut eindringlich für eine Aufnahme der Türkei in die Europäische Union. Sein Land bilde "eine wichtige Brücke zwischen dem Islam und dem Rest der Welt, zwischen Osten und Westen". Der türkische Ministerpräsident betonte, dass Deutschland die Beitrittsbemühungen der Türkei bis heute unterstützt habe. Er hoffe auf eine Fortsetzung dieses Kurses.

Einig in Ablehnung von religiöser Gewalt

Zum Abschluss ihres zweitägigen Türkei-Besuchs traf Merkel mit Vertretern der islamischen, christlich-orthodoxen, jüdischen und armenisch-apostolischen Religionsgemeinschaften in Istanbul zusammen. Das Treffen, an dem auch Erdogan teilnahm, sollte als Zeichen für einen verstärkten Dialog zwischen den Kulturen dienen.

Die Kanzlerin sagte, solche Begegnungen sollten zur Normalität werden, und sie plane eine ähnliche Veranstaltung auch in Deutschland. Gemeinsam mit Erdogan habe sie den Religionen ihren Respekt zollen wollen. "Wir waren uns einig, dass Gewalt im Namen von Religionen niemals verursacht werden darf", sagte Merkel. Bei dem Gespräch seien auch die Bedingungen der Religionsausübungen in der Türkei thematisiert worden. Man sei sich einig gewesen, "dass da, wo Probleme auftreten, diese Probleme auch angepackt werden müssen".

Vor dem Gespräch hatte sich Merkel allein mit Patriarch Bartholomäus I. getroffen, dem geistlichen Oberhaupt der christlichen Orthodoxie. Merkel zog eine positive Bilanz ihres zweitägigen Türkei-Besuchs: "Es war eine wunderschöne Reise in die Türkei." Erdogan nannte das Gespräch mit den Religionsvertretern ein "sehr fruchtbares Zusammentreffen zu einer Zeit, in der die Welt den Frieden am meisten braucht".

AP
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Merkel in der Türkei Einigung in der Zypern-Frage möglich

Der EU-Beitritt der Türkei stand im Mittelpunkt bei Angela Merkels Treffen mit dem türkischen Ministerpräsidenten Tayyip Erdogan. Beim Streit um Zypern zeigt sich die Türkei erstmals kompromissbereit. mehr...

Merkel in der Türkei Patt am Bosporus

Merkels Besuch in der Türkei lässt kaum Freude aufkommen. Die Herzlichkeit der Ära Schröder ist verflogen, eine Ende des Beitritt-Pokers ist vorerst nicht in Sicht. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (23/2012)
Rettet die Liebe