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19. Januar 2007, 14:39 Uhr

Henri-Nannen-Preisträger erschossen

Der armenische Journalist Hrant Dink ist bei einem Anschlag in Istanbul erschossen worden. Wegen seines Engagements für die armenische Minderheit in der Türkei war Dink im vergangenen Jahr in Hamburg mit dem Henri-Nannen-Preis für Pressefreiheit ausgezeichnet worden.

Henri-Nannen-Preisträger Dink wurde erschossen© Fatih Saribas/Reuters

Bei einem Anschlag in Istanbul haben Unbekannte am Freitag in Istanbul einen bekannten türkisch-armenischen Journalisten erschossen. Auf den Herausgeber der Wochenzeitung "Agos", Hrant Dink, seien mehrere Schüsse abgefeuert worden, als er das Zeitungshaus in Istanbul verließ. Er sei auf der Stelle tot gewesen, berichteten türkische Nachrichtensender. Hinweise auf den oder die Täter gab es zunächst nicht.

Wegen seines Engagements für die armenische Minderheit in der Türkei war Dink im vergangenen Jahr in Hamburg mit dem Henri-Nannen- Preis für Pressefreiheit 2006 ausgezeichnet worden. In der Türkei sah sich der Journalist Anfeindungen nationalistischer Kreise ausgesetzt. Wegen "Beleidigung des Türkentums" war Dink zu einer Haftstrafe von sechs Monaten verurteilt worden. Das Urteil war erst im vergangenen Jahr vom obersten Gericht der Türkei bestätigt worden.

DPA
 
 
KOMMENTARE (1 von 1)
 
Sinuhe55 (19.01.2007, 17:43 Uhr)
Unterschiedliches Maß?
Nach der kürzlichen Ermordung der russischen Journalistin Politkowskaja gab es (berechtigt) einen empörten Aufschrei des Westens. So musste sich u. a. auch in S. Christiansens TV-Talk der russische Botschafter dafür quasi "an die Wand nageln lassen". Jetzt kann man auf einen neuen Aufschrei des Westens gespannt sein, oder? Ich bin auf die Statements des türkischen Botschafters und der türkischen Regierung - insbesondere aber auch auf Frau Merkels "Ermahnungen" an die Türkei - jedenfalls sehr gespannt ...
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