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8. Februar 2007, 16:32 Uhr

Iran droht USA mit Gegenangriff

Der Iran lässt die Muskeln spielen: Der religiöse Führer Ajatollah Ali Khamenei drohte im Falle eines US-Angriffs mit weltweiten Gegenschlägen. Ein General warnte zudem, dass sich alle ausländischen Kriegsschiffe im Persischen Golf in Reichweite iranischer Raketen befänden.

Der oberste iranische Führer Ajatollah Ali Khamenei spricht vor Kommandeuren der iranischen Luftwaffe in Teheran© Rouzbeh Jadidoleslam/AP/Mehr News Agency

Der Iran hat heute den USA im Fall eines militärischen Angriffs mit Gegenschlägen weltweit droht. Der oberste iranische Führer Ajatollah Ali Khamenei erklärte in einer Rede vor Luftwaffenchefs weiter, Teheran lasse sich von Drohungen mit meinem Angriff nicht einschüchtern. "Die Feinde (des Irans) wissen ganz genau, dass jeder Übergriff umfassende Reaktionen gegen den Eindringling und dessen Interessen weltweit nach sich ziehen würde", sagte Chamenei, der in allen Staatsangelegenheiten das letzte Wort hat.

Spekulationen über einen möglichen amerikanischen Militärschlag gegen den Iran haben dort in den vergangenen Wochen Besorgnis ausgelöst. Chamenei bezweifelte jedoch, dass sich die Regierung in Washington zu einem solchen "irrationalen Schritt" hinreißen lassen würde, der "die eigenen Interessen der USA gefährden würde". Auch der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hatte einen solchen Angriff unwahrscheinlich genannt.

Alle US-Schiffe könnten beschossen werden

Ebenfalls an die Adresse der USA warnten die paramilitärischen Revolutionsgarden, dass alle ausländischen Kriegsschiffe im Persischen Golf in Reichweite iranischer Raketen seien. General Hossein Salami von den Revolutionsgarden erklärte, die neuen russischen Raketen vom Typ Tor-M1 seien erfolgreich getestet worden. Damit könnten nun alle Kriegsschiffe im Golf unter Beschuss genommen werden. Das staatliche Fernsehen zeigte Bilder des Tests. Die Revolutionsgarden hatten am Mittwoch mit einem Militärmanöver im Golf begonnen. Damit soll Irans Verteidigungsbereitschaft angesichts einer wachsenden Präsenz der US-Marine im Golf demonstriert werden.

Letzte Chance der Diplomatie

Der Iran hatte 2005 in Russland 29 Tor-M1-Abwehrsysteme bestellt, die ungeachtet von Protesten der USA im Januar geliefert worden waren. Die Lieferung falle nicht unter die Sanktionen, die der UN- Sicherheitsrat im Dezember wegen des Atomprogramms gegen den Iran verhängt habe, hatte Russland dazu erklärt. Nach russischen Angaben kann die Tor-M1 bis zu 48 Ziele erkennen und orten und gleichzeitig zwei Objekte in einer Flughöhe zwischen 20 und 6000 Metern unter Beschuss nehmen. Russland hatte zwar für die UN-Resolution gestimmt, jedoch Änderungen durchgesetzt. So fallen zuvor abgeschlossene Verträge nicht unter die Resolution. Der Westen befürchtet, dass der Iran heimlich am Bau der Atombombe arbeitet. Teheran hat das stets bestritten, ist aber nicht zu einem Ende der Urananreicherung bereit.

Der iranische Chefunterhändler bei den Atomverhandlungen, Ali Laridschani, will am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz an diesem Wochenende mit Kanzlerin Angela Merkel zusammenkommen. München ist nach Ansicht von Beobachtern ein letzter internationaler Schauplatz für den Iran, über diplomatische Kanäle die ab 21. Februar drohenden UN-Sanktionen im Atomstreit zu vermeiden.

DPA
 
 
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