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14. September 2006, 17:50 Uhr

Ärger um Iranbericht

Die Internationale Atomenergiebehörde hat sich beim US-Kongress bitter beschwert. Der Grund: ein Regierungsbericht zum Stand des iranischen Atomprogramms. Er sei empörend, fehlerhaft, irreführend und voreilig.

Der Generaldirektor der IAEO, Mohammed el Baradei, wird in dem US-Bericht beschuldigt, Informationen unterschlagen zu haben© Roland Schlager/DPA

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEO) hat sich mit scharfen Worten beim US-Kongress über einen Bericht zum Stand des iranischen Atomprogramms beschwert. Der Bericht sei empörend, zum Teil fehlerhaft, irreführend und enthalte unbegründete Behauptungen, zitierte die "Washington Post" für die Untersuchung der iranischen Nuklearkapazitäten zuständige Inspekteure der UN-Behörde. Sie nannte den öffentlichen Protest der IAEO zugleich einen bisher einmaligen Vorgang.

Der Zeitung zufolge enthält der vom Geheimdienstausschuss des Abgeordnetenhauses veröffentlichte Report den Vorwurf, dass die IAEO und auch US-Geheimdienste die iranischen Fähigkeiten zum Atomwaffenbau falsch eingeschätzt hätten. Die iranischen Kapazitäten seien weiter fortgeschritten als von beiden Seiten dargestellt. Konkret wird angeprangert, dass die IAEO und der US-Geheimdienst CIA nach ihren Untersuchungen keine Beweise zur Untermauerung der Annahme vorgelegt hätten, dass der Iran Atomwaffen baue.

Klar falsch oder nicht beweisbar

Warnende Stimmen, so heißt es mit Blick auf die IAEO, seien nicht genehm gewesen und zum Schweigen gebracht worden. So habe IAEO-Generaldirektor Mohammed el Baradei einen hochrangigen Inspekteur abgezogen, weil dieser Besorgnis über "das iranische Täuschungsmanöver hinsichtlich seines Nuklearprogramms" geäußert habe. Die IAEO bestreite diese Darstellung, berichtete die "Washington Post".

Der Beschwerdebrief ist laut Zeitung an den Republikaner Peter Hoekstra adressiert, der den Geheimdienstausschuss leitet, und listet mindestens fünf Fehler in dem 29-seitigen Report auf. Der beanstandete Bericht sei von einem einzelnen, ebenfalls republikanischen Mitarbeiter erstellt worden, der als "Hardliner" gelte und Gespräche mit dem Iran entschieden ablehne. Der im vergangenen Monat veröffentlichte Bericht sei nie vom gesamten Ausschuss erörtert worden, heißt es in der Zeitung weiter.

Sie zitiert zugleich die demokratische Vizevorsitzende des Gremiums, Jane Harman, mit den Worten, dass es in dem Report eine Reihe "analytischer Verkürzungen gebe, die die iranische Bedrohung größer darstellen als sie ist". Auch mehrere Geheimdienstbeamte hätten "privat" erklärt, dass der Bericht mindestens ein Dutzend Behauptungen enthalte, die entweder klar falsch oder nicht beweisbar seien.

DPA
 
 
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