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9. August 2005, 08:10 Uhr

Iran bleibt uneinsichtig

Nach der demonstrativen Wiederaufnahme der Uranverarbeitung im Iran berät die Atomenergiebehörde über das weitere Vorgehen. Diplomaten erwarten, dass der Konflikt vor dem UN-Sicherheitsrat landet - doch den Iran kümmert's nicht.

In der iranischen Atomanlage Isfahan stehen die Behälter mit Uran-Oxid ("Yellowcake") zur Anreicherung bereit© Mehdi Ghasemi/AP

Einen Tag nach der Wiederaufnahme der Uranverarbeitung in Iran berät die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) über das iranische Atomprogramm. Im Mittelpunkt der Sondersitzung in Wien steht das Nein Teherans zu dem Kooperationsangebot der Europäischen Union. Iran hatte ein Abkommen mit Brüssel abgelehnt, weil es nicht bereit ist, vollständig auf die Anreicherung von Uran zu verzichten. Die EU fordert dies, um sicherzustellen, dass Iran künftig keine Atomwaffen baut.

UN-Generalsekretär Kofi Annan, appellierte unterdessen an Iran, im Streit um seine Atomenergie-Pläne Zurückhaltung zu üben. Teheran müsse die Verhandlungen mit der EU fortsetzen, erklärte Annan nach Angaben eines UN-Sprechers bei einem Telefonat mit dem neuen iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad.

Teheran hatte am Montag die Arbeit in der seit rund neun Monaten stillgelegten Uranumwandlungsanlage nahe der Stadt Isfahan zum Teil wieder aufgenommen. Vor den Kameras von Journalisten wurde ein Fass mit Uranerz geöffnet, das dort zu dem Gas Uranhexaflorid verarbeitet wird. Aus dem Gas kann hochangereichertes Uran gewonnen werden, das sowohl als Brennstoff für Kernkraftwerke als auch zum Bau einer Atombombe verwendet werden kann.

Kaum Kompromissbereitschaft

IAEO-Generaldirektor Mohammed el Baradei bestätigte am Abend, dass Iran damit begonnen habe, Uranerz in die Umwandlungsanlage einzufüllen. Dies sei zwar erst nach der Installation von Überwachungskameras der IAEO geschehen, jedoch "bevor sie vollständig getestet werden konnten". Die von der IAEO versiegelten Bereiche der Fabrik seien ungeöffnet geblieben.

Die EU will der Wiener Atombehörde eine Resolution vorlegen, in der Iran zur Einstellung aller Arbeiten in Isfahan gedrängt wird. Die USA haben die Atomprogramms- Wiederaufnahme scharf kritisiert, auf eine neuerliche Androhung von Sanktionen aber zunächst verzichtet. Auf die Frage, ob Washington wie in der Vergangenheit angekündigt im Weltsicherheitsrat auf Sanktionen gegen Teheran drängen werde, wollten Regierungssprecher nicht direkt eingehen.

Außenamtssprecher Adam Ereli sagte lediglich, die Haltung der USA sei bekannt. Er fügte hinzu, die USA würden die EU im Bemühen um weitere Verhandlungen mit dem Iran unterstützen. Zugleich kritisierte er, mit der Zurückweisung des jüngsten Verhandlungsangebots habe der Iran "einem produktiven Vorschlag eine lange Nase gedreht".

"Flaschengeist" Iran

Dennoch hofft Washington noch, dass die Verhandlungspartner "den Geist in seine Flasche zurückzwingen können", wie ein hochrangiger Mitarbeiter des Außenministeriums der Nachrichtenagentur AP bestätigte. Neue Anreize werde man Teheran für ein Einlenken aber nicht bieten. Das Streben des erdölreichen Landes nach Atomwaffen beobachten die USA schon länger mit Argwohn.

Derweil mehren sich im UN-Hauptquartier in New York die Stimmen, die von einer Einschaltung des Sicherheitsrates ausgehen. Amerikanische Diplomaten würden bereits eine Resolution zur Verurteilung Teherans ins Gespräch bringen, hieß es in UN-Kreisen. Danach könnten Sanktionen gegen den Iran folgen.

DPA/AP
 
 
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