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29. Oktober 2009, 11:04 Uhr

Iran geht auf Uran-Kompromiss ein

Gibt es Bewegung im Atomstreit mit dem Iran? Präsident Mahmud Ahmadinedschad ist auf den Vorschlag des Westens eingegangen, Uran im Ausland aufbereiten zu lassen. Allerdings verlangt Teheran eine "wichtige technische Änderung". Israel bleibt misstrauisch.

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Ja, aber: Irans Präsident Ahmadinedschad stimmt dem Uran-Kompromiss unter Vorbehalt zu© Behrouz Mehri/AFP

Der Iran hat im Atomstreit kurz vor einem wichtigen Treffen bei der UN-Atomenergiebehörde IAEA in Wien einen Kompromissvorschlag zur Uran-Aufbereitung angenommen, seine harte Haltung aber dennoch bekräftigt. "So lange diese Regierung im Amt ist, wird sie nicht ein Jota von den unbestreitbaren Rechten der iranischen Nation abweichen", kündigte Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad am Donnerstag in einer im staatlichen Fernsehen übertragenen Rede an.

Zugleich begrüßte er die Angebote der westlichen Länder für eine Zusammenarbeit bei atomaren Brennstoffen, Kraftwerken sowie Technologie. Auf einer Kundgebung in Maschhad im Nordosten des Landes sprach der Präsident sogar davon, dass der Westen sich bezüglich des iranischen Atomprogramms "von der Konfrontation zur Interaktion" bewegt habe. Das Angebot, atomaren Brennstoff für einen Teheraner Forschungsreaktor zu liefern, sei für den Iran die Gelegenheit, die Aufrichtigkeit der Weltmächte sowie der IAEA zu prüfen, hatte er in seiner TV-Ansprache allerdings Skepsis durchblicken lassen.

Uran soll nicht auf einmal ins Ausland

Ahmadinedschad äußerte sich nur wenige Stunden bevor sein Land offiziell auf den internationalen Vorschlag zur Entschärfung des Atomstreits reagierte. Der iranische Gesandte bei der IAEA in Wien, Ali Asghar Soltanieh, sagte der Agentur ISNA, dass Teheran positiv zu dem Vorschlag stehe, aber einige "wichtige technische und wirtschaftliche" Änderungen verlange. Was das bedeutet, verlautete bisher nicht. Im Vorfeld hatte es geheißen, die Regierung wolle unter anderem nicht alle Uranvorräte auf einmal ins Ausland bringen.

Konkret hatte die IAEA dem Iran jüngst vorgeschlagen, einen Großteil seiner Uran-Bestände in Russland anzureichern und in Frankreich zu Brennstäben weiterverarbeiten zu lassen. Das gilt als Möglichkeit, die Vorräte des Landes an spaltbarem Material unter die für den Bau von Waffen notwendige Menge zu drücken. Der Westen verdächtigt den Iran, unter dem Deckmantel eines zivilen Atomprogramms den Bau von Nuklearwaffen anzustreben. Die Islamische Republik bestreitet das.

Israel bleibt misstrauisch

Der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak hat unterdessen zur Vorsicht gemahnt. Dem israelischen Rundfunk sagte der Minister am Donnerstag, grundsätzlich sei ein Einlenken des Iran zu begrüßen. "Wenn diese Vereinbarung umgesetzt wird, wird es Iran technisch um etwa ein Jahr zurückwerfen."

Negativ sei jedoch, dass damit grundsätzlich anerkannt werde, dass der Iran Uran anreichert. Dies könne dem Iran bei der Behauptung helfen, es strebe nur eine friedliche Nutzung von Atomenergie an, sagte Barak. "Es ist wichtig, auf einen vollständigen Stopp der Uran-Anreicherung im Iran zu bestehen", betonte der Verteidigungsminister.

Inspektoren prüften unterirdische Anlage

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hatte früher am Tag Teheran dazu aufgerufen, das Kompromissangebot anzunehmen. Eine Zustimmung wäre "eine wichtige vertrauensbildende Maßnahme". Die USA und die EU haben dem Iran wiederholt mit verschärften Sanktionen gedroht, falls er im Streit über sein Atomprogramm nicht einlenkt.

Unterdessen kehrte eine Delegation der IAEA nach ausgiebiger Inspektion einer neuen iranischen Atomanlage nach Wien zurück. Er werde IAEA-Generalsekretär Mohamed El Baradei in Kürze ausführlich Bericht erstatten, erklärte Herman Nackaerts, der Leiter des Inspektoren-Teams. Er sprach von einer erfolgreichen Reise. Die Inspektoren überprüften eine im Bau befindliche Anlage zur Urananreicherung nahe der heiligen Stadt Kom südlich von Teheran. Die Existenz der unterirdischen Fabrik wurde erst Ende September bekannt gegeben, was internationale Kritik am Iran auslöste.

Reuters/DPA/AP
 
 
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