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4. Oktober 2009, 17:23 Uhr

Iran lässt Inspekteure in Aufbereitungsanlage

Der Iran zeigt sich im Konflikt um sein Atomprogramm kompromissbereit. Die Regierung in Teheran akzeptierte eine internationale Inspektion der bis vor kurzem noch geheim gehaltenen Anlage zur Urananreicherung in der Nähe der Stadt Qom.

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IAEA-Chef El Baradei (r.) und Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad vereinbarten eine Inspektion der Atomanlage in Qom© Abedin Taherkenareh/DPA

Im lange festgefahrenen Atomstreit mit dem Iran hat die internationale Gemeinschaft Zugeständnisse Teherans erreicht. Nur drei Tage nach den ersten Gesprächen mit den Weltmächten in Genf vereinbarte der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA Mohammed El Baradei in Teheran, dass IAEA-Inspekteure am 25. Oktober die neue iranische Urananreicherungsanlage nahe der Stadt Qom kontrollieren werden. Zudem will der Leiter der iranischen Atombehörde, Ali Akbar Salehi, am 19. Oktober in Wien mit Vertretern Russlands und Frankreichs über die Details für einen Transport von bereits niedrig angereichertem Uran aus der Atomfabrik Natans zur weiteren Anreicherung ins Ausland sprechen.

Damit erfüllt das Regime zentrale Forderungen der Weltgemeinschaft, die befürchtet, Teheran könnte hoch angereichertes Uran zum Bau von Atombomben abzweigen. Erstmals seit mehr als 14 Monaten hatten am vergangenen Donnerstag Vertreter der Vetomächte im Weltsicherheitsrat plus Deutschlands mit Gesandten des Irans in Genf gesprochen. Die Gespräche sollen noch in diesem Monat fortgesetzt werden. El Baradei sagte nach seinen Treffen mit Präsident Mahmud Ahmadinedschad und Atomchef Salehi: "Wir befinden uns in einer kritischen Phase, aber ich glaube, dass wir auf dem richtigen Weg sind."

Zu der vereinbarten Inspektion der Anlage bei Qom rund 130 Kilometer südlich Teherans erklärte der IAEA-Chef: "Es ist für uns sehr wichtig, die friedliche Natur der neuen Fabrik zu verifizieren". Er warf dem Iran erneut vor, die IAEA nicht rechtzeitig über den Bau der Anlage informiert zu haben. Er teile die Auffassung der Führung in Teheran nicht, das sie dies nach den Abkommen im Rahmen des Atomwaffensperrvertrags erst drei Monate vor Inbetriebnahme tun müsse. Der Iran hatte vergangene Woche den Bau der Anlage eingeräumt, die Ende kommendes Jahr mit Uran beschickt werden solle. Das hatte das Misstrauen vieler Länder gegenüber den Beteuerungen der Führung in Teheran geschürt, dass sie keine Atombombe anstrebt.

Die Urananreicherung im Ausland ist seit langem ein Vorschlag des Weltsicherheitsrates, den der Iran bisher aber zurückgewiesen hatte. Der Iran hat nach Schätzungen in Natans bereits rund 1,5 Tonnen Uran auf rund 3,5 Prozent angereichert. Für den Betrieb in speziellen Reaktoren, aber auch für den Bau einer Atombombe muss es weiter auf 20 Prozent angereichert werden. Jetzt muss geklärt werden, wie viel des niedrig angereicherten Urans aus Natans ins Ausland gebracht wird. Von dort soll es zu einem Forschungsreaktor in Teheran zurück transportiert werden. Durch dieses Verfahren kann die IAEA besser überwachen, dass kein Material zum Bombenbau abgezweigt wird. Teheran beteuert seit Jahren, das Uran allein zur Energiegewinnung nutzen zu wollen.

DPA/AP
 
 
KOMMENTARE (1 von 1)
 
Administrator (05.10.2009, 08:33 Uhr)
Liebe User,
wir haben die vier bisher abgegebenen Kommentare gelöscht, da diese sich nicht mit dem Thema des Artikels beschäftigt haben.

Herzliche Grüße,

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