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19. Februar 2012, 15:12 Uhr

Iran stoppt Ölverkauf an Paris und London

Der Iran hat einen Lieferstopp von Öl an Großbritannien und Frankreich ausgerufen. Teheran kommt damit einem Importverbot der EU zuvor. Der Westen verdächtigt das Land, Atomwaffen zu entwickeln.

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Öl als Waffe: Ein iranischer Wachmann vor dem petrochemischen Komplex Mahshahr im Südwesten des Iran© Abedin Taherkenareh/DPA

Der Iran hat seine Erdölexporte nach Großbritannien und Frankreich eingestellt. Das teilte ein Sprecher des iranischen Öl-Ministeriums am Sonntag in Teheran mit. "Der Rohöl-Export nach Großbritannien und Frankreich wurde gestoppt, und wir haben stattdessen neue Abnehmer gefunden", wurde der Sprecher auf der Internetseite des Ministeriums zitiert. Weitere Einzelheiten wurden nicht mitgeteilt.

Teheran hatte in jüngster Zeit immer wieder damit gedroht, den Ölexport in europäische Länder einzustellen, die sich an den wegen des Atomstreits verhängten Sanktionen beteiligen. Im Laufe der Woche hatte es bereits Berichte gegeben, wonach die Exporte nach Frankreich, Griechenland, Italien, Portugal, die Niederlande und Spanien eingestellt worden seien. Dies war jedoch vom Teheraner Ölministerium bestritten worden.

Das iranische Parlament plant, ein Gesetz zu verabschieden, das die an den EU-Sanktionen gegen Iran beteiligten Länder mit einem Öl-Exportstopp belegt. Die Beratungen darüber wurden jedoch auf März vertagt.

Israel erwägt offen einen Angriff

Der Westen wirft dem Iran vor, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Kernenergie ein Atomwaffenprogramm zu betreiben, und hat deshalb umfangreiche Sanktionen gegen das Land verhängt. Unter anderem hatten die EU-Außenminister im Januar ein Öl-Embargo gegen den Iran verhängt, das aber erst im Sommer in Kraft treten soll. Außerdem wurde beschlossen, das Vermögen der iranischen Zentralbank einzufrieren. Mit den Strafmaßnahmen will die EU einen Stopp der Urananreicherung im Iran erreichen.

Der Iran hatte zuletzt damit begonnen, Teile seiner umstrittenen Urananreicherung in eine unterirdische Bunkeranlage zu verlegen. Die USA und die Europäische Union verschärften daraufhin ihre Sanktionen gegen die Islamische Republik drastisch und erließen umfangreiche Strafmaßnahmen gegen den Öl- und Finanzsektor des Landes. Zuletzt signalisierte die iranische Regierung in einem Brief an die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton ihre Gesprächsbereitschaft, ohne jedoch in die Details zu gehen.

In Israel wurde zuletzt offen über einen Angriff auf die Atomanlagen des Iran diskutiert, was die Sorgen vor einem militärischen Alleingang des jüdischen Staats gegen seinen islamischen Erzfeind wachsen ließ. Israel gilt als das einzige Land im Nahen Osten, das im Besitz von Atomwaffen ist. Die Regierung hat dies aber weder bestätigt noch dementiert.

jar/Reuters/DPA
 
 
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