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27. September 2006, 15:39 Uhr

Iran verhandelt wieder mit EU

Die Europäische Union und der Iran bemühen sich um eine Beilegung des Atomstreits. Heute treffen sich der EU-Chefdiplomat Javier Solana und der iranische Unterhändler Ali Laridschani in Berlin zu Verhandlungen.

Ali Laridschani und Javier Solana suchen Lösung im Atomstreit© Geert Vanden Wijngaert/AP

Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes sagte, das Treffen gehöre zu den Bemühungen um eine diplomatische Lösung des Konflikts. Laridschani soll nach Angaben seiner Botschaft in der Mittagszeit in Berlin ankommen. Solana und Laridschani hatten nach zwei Treffen weitere Gespräche über ein Angebot angekündigt, das die fünf Veto-Mächte im Weltsicherheitsrat - die USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien - sowie Deutschland vorgelegt hatten, um Teheran zu einem Verzicht auf die Urananreicherung und zu neuen Verhandlungen zu bewegen.

Lösung im festgefahrenen Streit?

"Wir hoffen sehr, dass es ein erfolgreiches Treffen sein wird", sagte der Sprecher. Die beiden Unterhändler sollen nach Wegen aus dem festgefahrenen Streit um das Atomprogramm suchen. Solana soll sondieren, ob es doch noch Chancen für neue Verhandlungen im Atomstreit gibt oder das Thema wieder an den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UN) geht, der Sanktionen gegen die Regierung in Teheran verhängen könnte.

Einem US-Zeitungsbericht zufolge ist der Iran zu einem befristeten Stopp seiner umstrittenen Urananreicherung bereit. Dies solle nach Angaben von Diplomaten beim Treffen Solanas mit Laridschani besprochen werden, meldete die "Washington Times". Durch die Aussetzung solle Zeit für neue Verhandlungen gewonnen werden. Ursprünglich war ein Treffen zwischen Solana und Laridschani am Rande der UN-Vollversammlung in der vergangenen Woche geplant, das aber nicht stattfand, da Laridschani nicht kam.

Sanktionen gegen Iran sind umstritten

Die fünf ständigen Mitglieder des Sicherheitsrats und Deutschland hatten dem Iran eine Frist bis Ende August gesetzt, die Anreicherung zu stoppen und über ein Verhandlungsangebot zu reden. Nachdem der Iran die Frist verstreichen ließ, drängen vor allem die USA auf Sanktionen, die jedoch unter den fünf Vetomächten im Sicherheitsrat (USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien) umstritten sind. Durch neue Verhandlungen soll eine weitere Eskalation des Streits vermieden werden. Der Iran hat den Vorwurf bestritten, unter dem Deckmantel eines zivilen Programms nach Atomwaffen zu streben.

Reuters/DPA
 
 
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