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14. September 2006, 09:50 Uhr

Iran will Lösung, Rice skeptisch

Irans Präsident Ahmadinedschad will den Konflikt um das Atomprogramm lösen. Ein Treffen mit dem EU-Chefdiplomat wurde jedoch abgesagt. Grund für US-Außenministerin Rice an der Glaubwürdigkeit der iranischen Regierung zu zweifeln.

"Ich erkläre, dass wir zur Verfügung stehen. Wir sind bereit für neue Bedingungen", sagte Irans Präsident Ahmadinedschad© Claire Soares/Reuters

Im Atomstreit mit dem Westen hat sich Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad offen für Gespräche unter neuen Bedingungen gezeigt. Der Iran wolle den Konflikt um sein Atomprogramm im Dialog und über Verhandlungen lösen, sagte Ahmadinedschad auf einer Pressekonferenz in der senegalesischen Hauptstadt Dakar. "Ich erkläre, dass wir zur Verfügung stehen. Wir sind bereit für neue Bedingungen." Ob Ahmadinedschad damit auch die vom UN-Sicherheitsrat geforderte Aussetzung der Urananreicherung meinte, blieb zunächst unklar.

US-Außenministerin Condoleezza Rice äußerte dagegen ihre Zweifel daran, dass die Regierung in Teheran tatsächlich ihr umstrittenes Programm zur Urananreicherung aussetzen will. Das ursprünglich für Donnerstag geplante Treffen zwischen EU-Chefdiplomat Javier Solana und dem iranischen Chefunterhändler Ali Laridschani sei offenbar von dem Iran abgeblasen worden, sagte Rice in Washington. Die Absage könne als Beleg dafür gewertet werden, dass das Land weiterhin an seinem Atomprogramm festhalte. UN-Generalsekretär Kofi Annan hatte zuvor erklärt, der Iran habe seine Haltung im Atomstreit leicht verändert und lehne ein Aussetzen der Urananreicherung nicht mehr kategorisch ab.

Kein Treffen zwischen Solana und Laridschani

Zu dem kurzfristig abgesagten Treffen sagte eine Sprecherin Solanas, dass weiterhin Vertreter der Europäischen Union und des Irans auf niedrigerer Ebene am Donnerstag zu Beratungen in Paris zusammenkommen wollten. Solana und Laridschani würden in den nächsten Tagen miteinander telefonieren. Ein weiteres Treffen zwischen den beiden Spitzendiplomaten sei vorerst aber nicht geplant. Ein offizieller Grund, warum das Gespräch zwischen Solana und Laridschani nicht stattfindet, wurde nicht genannt.

Der Iran steht im Verdacht, unter dem Deckmantel seines zivilen Atomprogramms zur Nutzung von Kernenergie heimlich an Nuklearwaffen zu forschen. Die Regierung in Teheran weist die Vorwürfe zurück. Eine Frist des UN-Sicherheitsrates, die Urananreicherung bis Ende August auszusetzen, ließ die Islamische Republik jedoch verstreichen, ohne in der Frage einzulenken. Über Sanktionen gegen das ölreiche Land sind sich die UN-Vetomächte uneins.

Reuters
 
 
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