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Kim Jong Un fährt offenbar Reaktor wieder hoch

Neue Satellitenbilder sollen belegen, dass Nordkorea den Atomreaktor Yongbyon wieder in Betrieb genommen hat. In der Anlage soll waffenfähiges Plutonium hergestellt werden können.

Nordkorea fährt offenbar einen Atomreaktor zur Produktion von Plutonium wieder hoch. Auf Satellitenbildern vom 31. August sei zu sehen, wie weißer Dampf aus einem Gebäude neben dem Reaktor Yongbyon aufsteige, teilte das US-Korea-Institut der Johns-Hopkins-Universität mit. Die Bilder zeigten, dass Pjöngjang "offenbar den Reaktor wieder in Betrieb genommen hat", schrieben zwei Wissenschaftler auf dem Blog des Institutes, 38 North.

In Yongbyon könnten jährlich sechs Kilogramm Plutonium hergestellt werden, wodurch das Land seine Atomwaffenbestände langsam erweitern könne, hieß es weiter. Yongbyon ist seit Jahren nicht mehr am Netz. 2008 hatte die Regierung in Pjöngjang den Kühltank zerstört. Nordkorea hat seit 2006 drei Atomtests vorgenommen. Der kommunistische Staat hatte im April gedroht, die vor sechs Jahren stillgelegte Anlage wieder hochzufahren, um seine Atomstreitmacht "qualitativ und quantitativ zu stärken".

Atomtest im Februar

Die Drohung kam zu einer Zeit heftiger internationaler Spannungen über das nordkoreanische Atomprogramm, die durch einen dritten Atomtest Pjönjangs im Februar ausgelöst worden waren. Seitdem hatte sich die Lage langsam wieder beruhigt. Dennoch blieben die USA skeptisch gegenüber der Wiederaufnahme von Verhandlungen, weil Präsident Kim Jong Un Beweise schuldig blieb, dass er sein Atomwaffenprogramm einstellen will.

tkr/AFP/Reuters/Reuters
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