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25. Mai 2009, 23:48 Uhr

Weltsicherheitsrat verurteilt Nordkorea

Der neue Atomwaffentest Nordkoreas hat scharfen Protest auf der ganzen Welt ausgelöst. Am Abend veruteilte der Weltsicherheitsrat das Regime in Pjöngjang. Südkorea will sich nun einer US-Initiative gegen Massenvernichtungswaffen anschließen. Ein Schritt, den Nordkorea als "Kriegserklärung" versteht.

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Pro Nordkorea: Protest gegen einen Beitritt Südkoreas zur Initiative gegen Atomwaffen, PSI© Ahn Young-joon/AP

Der zweite unterirdische Atomwaffentest Nordkoreas hat weltweit Besorgnis und Kritik ausgelöst. Am späten Abend verurteilte der Weltsicherheitsrat der Vereinten Nationen den Test einstimmig. Er war auf Drängen Japans und Südkoreas in New York zu einer Dringlichkeitssitzung zusammengetreten. Bereits in wenigen Tagen will das Gremium eine Resolution verabschieden. Südkorea will sich als Reaktion auf den Test nun an einer von den USA angeführten globalen Initiative gegen die Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen anschließen. Nordkorea hatte den Süden in der Vergangenheit stets gewarnt, dass es diesen Schritt als "Kriegserklärung" auffassen werde.

Die Regierung in Seoul wolle sich an der seit sechs Jahren bestehenden "Proliferations-Sicherheitsinitiative" (PSI) beteiligen, weil Massenvernichtungswaffen und die Weiterverbreitung von Raketentechnologie eine ernste Bedrohung des Weltfriedens darstellten, sagte ein Regierungssprecher. Südkorea hatte bereits als Reaktion auf den umstrittenen Start einer Rakete mit größerer Reichweite in Nordkorea Anfang April erwogen, bei PSI als Vollmitglied einzusteigen, den Plan jedoch aufgeschoben. Bisher hatte das Land Beobachterstatus.

Nordkorea gibt sich weiter uneinsichtig: Der Test sei Teil der "Maßnahmen zur Stärkung der atomaren Abschreckungskräfte zur Selbstverteidigung in jeder Hinsicht" gewesen, rechtfertigte ein Bericht der staatlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA den Test. Die Explosion war diesmal zehn stärker gewesen als beim ersten Atomtest des kommunistischen Landes im Oktober 2006 - und damals hatte es scharfe Sanktionen gegeben.

US-Präsident Barack Obama bezeichnete das nordkoreanische Streben nach Atomwaffen als "Bedrohung des internationalen Friedens und der Sicherheit". Sollten die Meldungen über einen erneuten Atomtest bestätigt werden, liefe das auf eine "eklatante Missachtung" des UN-Sicherheitsrats und eine Verletzung internationalen Rechts hinaus, sagte Obama am frühen Montagmorgen (Ortszeit) in Washington. "Dieses Vorgehen, das nach den vorher abgegebenen Erklärungen und erfolgten Maßnahmen nicht überraschend wäre, ist Anlass großer Sorge für alle Nationen", fügte er hinzu.

Lautstarker Protest kam auch aus Europa. Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte, der "Verselbstständigung des nordkoreanischen Handelns" müsse ein Ende gesetzt werden. Der UN-Sicherheitsrat solle ein Signal der Geschlossenheit senden. Die Europäische Union verurteilte den Atomtest Nordkoreas ebenfalls scharf. "Diese unverantwortlichen Handlungen rechtfertigen eine harte Antwort der internationalen Gemeinschaft", heißt es in einer Erklärung des EU-Außenbeauftragten Javier Solana vom Montag.

China reagiert mit Verspätung

Sicherheitsratsmitglied Frankreich forderte als Reaktion härtere Sanktionen. In den kommenden Stunden werde Paris mit seinen Partnern der Vereinten Nationen über die Konsequenzen "dieser schwerwiegenden Handlung" beraten, sagte Außenminister Bernard Kouchner. "Insbesondere über die Verschärfung der Sanktionen." Kouchner forderte Pjöngjang auf, "jede neue Provokation zu vermeiden". Der kommunistische Staat müsse umgehend die UN-Resolution 1718 zum Atomwaffentestverbot umsetzen und die Sechs-Parteien-Gespräche zur atomaren Abrüstung wieder aufnehmen. Auch die anderen ständigen Mitglieder im Sicherheitsrat Großbritannien und China verurteilten den Atomtest - Peking allerdings erst nach acht Stunden. Der britische Premierminister Gordon Brown bezeichnete den Test als Gefahr für die Welt.

Russland warf Nordkorea vor, gegen eine UN-Resolution verstoßen zu haben. Die Entwicklung lasse zudem die Spannungen in der Region eskalieren, teilte das Außenministerium in Moskau mit. Die Entwicklung sei auch ein schwerer Rückschlag für die Bemühungen um eine Nichtweiterverbreitung von Atomwaffen. Nach Erkenntnissen des russischen Verteidigungsministeriums hatte die Kernexplosion eine Kraft von 10 bis 20 Kilotonnen, sagte ein Sprecher nach Angaben der Agentur Interfax. Das ist vergleichbar mit den US-Atombomben, die gegen Ende des Zweiten Weltkrieges Hiroshima und Nagasaki zerstörten. Die Detonation wurde dem Sprecher zufolge etwa 80 Kilometer nordwestlich der Stadt Kilchu im Nordosten des Landes registriert.

Erschütterung wurde weltweit registriert

Seismologen in Deutschland, den USA, Südkorea und Japan registrierten eine erdbebenähnliche Erschütterung in dem Testgebiet. Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Hannover teilte mit, die BGR-Seismometer hätten eine Magnitude von 4,7 registriert. Das lasse auf eine Ladungsstärke von zehn Kilotonnen schließen. Zum endgültigen wissenschaftlichen Nachweis seien noch weitere Untersuchungen nötig.

Nach Berichten der südkoreanischen Agentur Yonhap feuerte Nordkorea vor der Ostküste des Landes vermutlich zudem drei Testraketen ab. Alle drei Raketenstarts erfolgten den Berichten zufolge von einer Startrampe an der Ostküste aus. Weitere Details zum Typ der Raketen sind bisher nicht bekannt. Zuvor hatte Yonhap berichtet, die erste Rakete habe vermutlich eine Reichweite von 130 Kilometern gehabt.

Vor dem Hintergrund bereits erhöhter Spannungen im Streit um sein Waffenprogramm hatte Nordkorea bereits Ende April seinen unwiderruflichen Rückzug von den internationalen Verhandlungen über sein Atomwaffenprogramm erklärt und zugleich die vollständige Wiederaufnahme dieses Programmes angekündigt. Grund war die Verurteilung des Starts einer Rakete mit großer Reichweite in Nordkorea durch den Weltsicherheitsrat. Nordkorea verlangte vom Rat eine Entschuldigung und die Rücknahme von Sanktionen. Nach Angaben Nordkoreas handelte es sich um einen Satellitenstart. Auf den ersten Atomtest in Nordkorea vor gut zweieinhalb Jahren hatten die UN mit der Verhängung von einer Reihe von Sanktionen reagiert.

AP/DPA/Reuters
 
 
KOMMENTARE (10 von 23)
 
utospatz (28.05.2009, 02:38 Uhr)
Weltsicherheitsrat! Wer
bezahlt eigentlich dieße Armleuchter?
So als Zugucker, als Clowns der Weltgeschichte? Dafür hagelt es aber Nobelpreise!
Gisella (26.05.2009, 16:24 Uhr)
Jonny Cash-
yes, yes, yes.keinerlei einwände meinerseits.
gmathol (26.05.2009, 11:29 Uhr)
Der UN Sicherheitsrat hat ...
...hahahahahaha.
Laecherliche Schurkenveranstaltung mit Drang zum Voelkermord.
Heinerich (26.05.2009, 11:07 Uhr)
@ mister - mister
Hi,ich habe solch einen mutigen Kommentar über die Bush Administration vermisst.
Diese Gesellen waren und sind Folterer und Mörder.
Nicht dass ich die Machthaber in Nordkorea gut heiße, aber der Kim handelt doch nur aus Notwehr gegen die USA, die ja glaubt die Welt zu terrorisieren zu können.
mister-mister (26.05.2009, 08:58 Uhr)
Kommentare - wie üblich ............
Aber es ist schon fast wieder unfreiwillig komisch zu lesen, welche Haken geschlagen und welche Kurven geflogen werden - immer in dem verzweifelten Bemühen, vom Thema abzulenken und dünne Gegenvergleiche an den Haaren herbeizuziehen. Nur um nicht geradeheraus sagen zu müssen: Jawohl, der kommunistische / sozialistische (???? eher: feudale) Despot Kim Jong Il und seine Hofschranzen in Politik und Militär sind potentielle Killer, Massenmörder und eine der größten gefahren, die die Welt zur Zeit bedrohen. Auch wenn die üblichen Psychopathen vom schlage gmathol etc. das gaaaaaaaanz weit von sich weisen und verfahren wie oben beschrieben.
.
Aber genauso stellt sich der kleine Irre nun mal dar - leider kann man ihn, da er die Bombe hat, nicht mehr als lächerlich abtun.
.
Höchstens als geisteskrank und ernste Gefahr für die Weltgemeinschaft.
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Jedenfalls würde ich mich persönlich (auch wenn es nicht politisch korrekt ist) über sein baldiges Ableben - egal wie und durch wessen Zutun - freuen. Die Welt wäre danach ein Stück sauberer.
Angel_of_Mercy (26.05.2009, 03:22 Uhr)
@Ikaron
Ich sehe Ihre Forderung als Versuch der Einschränkung meiner Grundrechte an. Nicht jeder vernünftige Mensch muss Abitur haben und nicht jeder Abiturient ist automatisch vernünftig.
Natürlich lassen sich Tests nicht mit gezielten Kriegsabwürfen vergleichen. Tests fordern in der Regel keine direkten Menschenopfer.
Abgesehen davon können wir nur hoffen, dass richtige Sanktionen getroffen werden, wie ein Embargo gegen die Ausfuhr jedweder Produkte und Rohstoffe aus Korea und nicht nur die Einfuhr. Im Gegenteil, Medikamente und anderweitige Hilfslieferungen müssen das Land erreichen können, auch wenn nur ein Bruchteil bei der Bevölkerung ankommt. Immer noch besser als gar nichts.
Es ist die Ausfuhr von Reis und Bodenschätzen an denen die Machthaber in NK verdienen.
Heinerich (26.05.2009, 03:01 Uhr)
Nordkorea wird sich genau so wenig ...
an eine UN Resolution halten wie Israel. Frage: Woher stammen eigentlich die Atomwaffen der Israelis? Ein erpobtes Geschenk der USA?
K-H-J (26.05.2009, 02:04 Uhr)
"Die Achse des Bösen" nimmt Gestalt an

Wenn das kommunistische Nordkorea und der Islamische Gottesstaat Iran Atombomben besitzen, dann darf man sich weltweit auf neue große Feuerwerke freuen? Wer sind da die größten Empfänger-Länder, die sich darüber erst einmal bedanken werden? Erstmal Keiner. Denn man geht den sauberen Weg - der Provokation und Erpressung.

Nordkorea wird Südkorea, China, Japan und auch indirekt die Russland in die Pflicht nehmen und der Iran wird Israel, die EU und USA mit Provokationen und Erpressungen beglücken.

Wann die Feierlichkeiten los gehen werden, ist noch nicht genau festgelegt. Das Protokoll muss noch geschrieben werden. Aber soviel sei gesagt: George W Busch wird nicht als erster auf den Knopf drücken. Er war nur der Erfinder von "Die Achse des Bösen".

KHJ aus Köln
ikaron (26.05.2009, 00:45 Uhr)
Unglaublich...
...was hier für Leserbriefe auftauchen. Vorschlag an den Stern, registrieren erst nach Eingang eines beglaubigten Abiturzeugnisses möglich.
Wollen hier wirklich einige Nordkoreas Atomwaffentests mit den Abwürfen in WW II vergleichen? Hiroshima und Nagasaki waren auch für mich die bisher größten Terroranschläge die bislang durchgeführt wurden.
Aber wir reden hier über einen größenwahnsinnigen Spinner der seit Jahren sein eigenes Volk verhungern lässt, und nicht über eine gewählte Regierung die nach Jahren des Krieges einen dramatischen und sicherlich auch falschen Schlussstrich zieht.
Man kann doch nicht allen Ernstes Kim und Obama in einen Topf stecken, ich bitte Euch. Ein klein wenig mehr Bezug zur Realität und dafür ein ganz großes bisschen weniger Verschwörungs-Populismus wäre doch sicherlich angebracht.
Kim Jong Il ist ein größenwahnsinniger Diktator, der den Weltfrieden bedroht und mit Massenvvernichtungswaffen eine Ideologie schützen will, die sich selbst bereits überlebt hat. Dieser Mann verwaltet den Bankrott und hält noch daran fest. Die einzige Lösung ist die, China dazu zu bringen die schützende Hand zu entfernen und dann das Volk die Macht ergreifen zu lassen.
gesox (25.05.2009, 23:50 Uhr)
Schwüle produziert Verschwörungstheorien...
So könnte man meinen, wenn man die Auslassungen hier liest.
Merke: wer einem Diktator wie Kim Jong Il Atomwaffen zugesteht, damit er sein ach so humanes Regime gegen die bösen USA schützen muß, der hätte auch Hitler welche gegeben.
Die Spinner sterben nicht aus.
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