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19. Mai 2007, 10:24 Uhr

Tod am Marktstand

Es war der schwerste Anschlag auf die Bundeswehr seit vier Jahren: Bei einem Selbstmordattentat in Nordafghanistan sind drei deutschen Soldaten sowie sieben Zivilisten ums Leben gekommen. Angela Merkel ist "erschüttert über den perfiden Mord".

Bundeswehrsoldat auf Patroullie in Kundus: Linkspartei fordert Abzug aus Afghanistan© Peter Endig/DPA

Bei einem Taliban-Anschlag im nordafghanischen Kundus sind drei Bundeswehr-Soldaten getötet und zwei weitere verletzt worden. Zudem riss der Selbstmordattentäter auf einem belebten Markt sieben Zivilisten in den Tod, 15 weitere wurden verletzt, wie das afghanische Innenministerium mitteilte. Bei einem zweiten Anschlag gegen die Bundeswehr außerhalb von Kundus kam offenbar niemand zu Schaden.

Das Verteidigungsministerium bestätigte die Zahl der deutschen Toten und Verletzten. Einzelheiten wird Verteidigungsminister Franz Josef Jung am Samstagabend auf einer Pressekonferenz mitteilen. Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte sich erschüttert über den "perfiden Mord". Auch Jung und Außenminister Frank-Walter Steinmeier sowie alle Parteien im Bundestag zeigten sich bestürzt und verurteilten die "feigen Anschläge".

"Mudschaheddin-Held" greift deutsche Patrouille an

In Afghanistan bekannte sich ein Taliban-Sprecher, Zabiullah Mudschahid, zu dem Anschlag. Der militante Taliban-Anhänger Mullah Jawad aus Baghlan habe ihn ausgeführt. Ein "Mudschaheddin-Held" habe die deutsche Patrouille in Kundus-Stadt angegriffen, teilten die Taliban auf ihrer Webseite mit. Der Attentäter sei aus der Provinz Kundus gewesen. Eine unabhängige Bestätigung dafür gab es zunächst nicht.

Der bislang schlimmste Anschlag gegen die Bundeswehr hatte sich am 7. Juni 2003 in der Nähe von Kabul ereignet, als ein Selbstmordkommando einen deutschen Truppenkonvoi angriff und vier Soldaten tötete. 29 Soldaten wurden damals verletzt. Der Norden Afghanistans, wo inzwischen mehr als 3000 deutsche Soldaten stationiert sind, gilt im Vergleich zum umkämpften Süden als ruhig. Allerdings häufen sich auch dort die Zwischenfälle. Seit April starten von dort auch sechs deutsche Tornados zu Aufklärungseinsätzen im Süden.

Patrouillenfahrt auf den Markt

Zu dem Anschlag auf dem Markt in Kundus sagte der Polizeichef der Provinz, General Ajub Salangi, zwei Fahrzeuge der Bundeswehr hätten bei einer Patrouillenfahrt gehalten, um etwas an den Ständen zu kaufen. Als die Soldaten mit ihrem Übersetzer ausgestiegen seien, habe der Attentäter seinen Sprengsatz gezündet. Der Übersetzer ist unter den Verletzten. Trotz ihrer Empörung bekannte sich Bundeskanzlerin Merkel zur Fortsetzung des Bundeswehreinsatzes. Die internationale Gemeinschaft sei fest entschlossen, "den Menschen in Afghanistan beim Aufbau einer guten Zukunft ihres Landes weiter zu helfen". Auch Jung (CDU) sagte: "Wir werden weiter unseren Auftrag erfüllen."

Obwohl von Union, SPD, Grünen und FDP grundsätzlich Unterstützung für diese Linie kam, gibt es in der SPD offenbar auch Widerstände. Er erwarte Schwierigkeiten bei der Verlängerung des Einsatzmandats im Oktober, sagte der Außenpolitiker Rolf Mützenich der "Welt am Sonntag". Den Abzug der deutschen Soldaten forderte die Linke. Der Außenpolitiker Wolfgang Gehrke sagte: "Aus diesem Krieg gibt es nur einen Ausweg: Die Kriegsteilnahme Schritt für Schritt zu beenden." Die Fraktionschefs Oskar Lafontaine und Gregor Gysi äußerten sich ähnlich.

Bereits am Freitag hatten sich rund 120 Kilometer nordöstlich von Kabul Aufständische mit afghanischen und Nato-Truppen ein heftiges Feuergefecht geliefert, wie die ISAF mitteilte. Dabei seien rund 20 Aufständische getötet worden. Bei einem weiteren Gefecht in der Nähe der Grenze zu Pakistan sollen bis zu 60 aufständische Kämpfer getötet worden sein. Beweise dafür gab es aber nicht.

AP
 
 
KOMMENTARE (10 von 50)
 
baerbele (22.05.2007, 08:51 Uhr)
J. Stahl
Ach, ja, doch noch eine Kleinigkeit
Wenn Amerika und die Nato-Länder das Geld (zig Milliarden), dass diese militärische Machtdemonstration in den besetzten Ländern kostet in den zivilen Aufbau stecken würden, gäbe es dort wahrscheinlich "blühende Landschaften".
baerbele (22.05.2007, 08:47 Uhr)
J. Stahl
Weisst Du was,
Deine Kommentare sind mir einfach zu billig.
Tschüss!!!!!!
J.Stahl (22.05.2007, 00:56 Uhr)
rosenengel
du weißt ich würde meinen pass auch freiwillig abgeben.ich befehlige niemanden in den krieg das ist blödsinn.mein mann muß slbst unter einem krigslustigen idioten leiden(bush).trotzdem ist meine meinung das die menschen in afghanistan es verdient haben nicht schon wieder im stich gelassen zu werden.zuerst konnten die russen dort treiben was sie wollen und dann die taliban.was kommst du eigentlich immer mit dem 2.weltkrieg an?außerdem:du behauptest deutschland wäre eine demokratie.warum darf ich dann nicht meine eigene meinung über dieses leand und die menschen darin haben?
Rosenengel (21.05.2007, 23:28 Uhr)
Ich stelle keine Behauptungen auf,
sondern schreibe von historischen Tatsachen. Aber ich kann auch von den Franzosen schreiben, die sich durch Massenvergewaltigungen hervorgetan hatten, oder den Russen, die ganz schlimm gehaust hatten.
Ich hatte es an anderer Stelle geschrieben: Gerade weil die Amerikaner 1945, nach dem Ende des 2. Dreißigjährigen Krieges, Deutsche wegen dem Vorwurfs der Vorbereitung und Durchführung von Angriffskriegen gefoltert, verurteilt und gehenkt haben, sollte Deutschland die USA bei deren eigenen Angriffskriegen nicht unterstützen.
Wer meint, Deutschland habe irgendwelche Interressen in Afghanistan, der möge selber in den Krieg ziehen und nicht Andere dorthinn befehlen.
Und Deutschland sollte mal Überlegen, ob es bei manchen Leuten nicht besser Angebracht wäre, Ihnen den deutschen Paß wegzunehmen. Besonders wenn sich diese durch Deutschenhaß hervortun.
J.Stahl (21.05.2007, 20:02 Uhr)
swampy
ich jammere nicht über benachteiligungen sondern sage wahrheiten.wenn du so anfängst kann ich nur sagen von mir aus treffen sie mehr bw-soldaten mit anschlägen in afghanistan.dann lassen sie wenigstens meine bekannten die demnächst auch wieder runter müßen in ruhe.
J.Stahl (21.05.2007, 19:58 Uhr)
swampy
ich leide nicht darunter schwarz zu sein sondern unter leuten wie dir die leuten die sie nicht mal kennen noch den tod wünschen.mein freund hat dir nichts getan und bei weitem mehr in der birne als du.
Swampy (21.05.2007, 19:24 Uhr)
ich kann sehr wohl lesen
denn ich weis dass du uns Deutsche ja hasst und so zu leiden hast schwarz zu sein und selber nur über Benachteiligungen jammerst und lieber heute als morgen auswandern würdest. Vielleicht erwischt ja mal ein Iraki deinen Mann....
J.Stahl (21.05.2007, 19:13 Uhr)
swampy
du kapierst es einfach nicht stimmts?ich bin kein ami(leider).mein mann war auch nicht in abu graib aber ein bekannter von mir.da brauchst du dir keine gedanken zu machen mein mann muß sicher wieder in den irak.werde aber nicht so jämmerlich jammern wie baerbele.es ist sein job.noch ein jahr zumindest.und du lern endlich lesen!
Swampy (21.05.2007, 18:53 Uhr)
und du schick deinen Mann wieder in den Irak
Da kann er weiter in Abu Graib Menschen misshandeln. Darauf steht ihr Amis ja!
J.Stahl (21.05.2007, 18:42 Uhr)
dann geht doch nach hause und heult
ihr habt euch anscheinend eh keine freunde gemacht.und versagt.dann hat baerbele auch ihren tüchtigen mann wieder.
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