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4. Januar 2011, 16:31 Uhr

Abgetrennter Kopf bringt Polizei auf Spur des Täters

Die ägyptische Polizei meldet einen ersten Erfolg bei der Aufklärung des Anschlags vor einer christlichen Kirche in Alexandria. Offenbar konnten die Ermittler nach einem grausigen Fund den mutmaßlichen Attentäter identifizieren.

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Vier Tage nach der Bluttat von Alexandria demonstrieren Christen und Muslime gemeinsam gegen religiös motivierte Gewalt© ohamed Abd El Ghany/Reuters

Die ägyptische Polizei hat offenbar den Attentäter identifiziert, der in der Silvesternacht den Anschlag auf eine Kirche in Alexandria verübt hat. Aus Sicherheitskreisen in Kairo hieß es am Dienstag, man habe den Kopf eines "asiatisch aussehenden Mannes" mit langem Haar gefunden, bei dem es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um den Attentäter handele.

Der ägyptischen Regierung war von verschiedenen Seiten vorgeworfen worden, sie versuche die Bluttat einer internationalen Terrorgruppe anzulasten, um von den seit Jahren existierenden Spannungen zwischen radikalen Muslimen und koptischen Christen in Ägypten abzulenken.

Zahl der Todesopfer erhöht sich auf 23

Am Dienstag erlagen zwei weitere Christen ihren Verletzungen, die sie bei dem Blutbad erlitten hatten. Damit erhöht sich die Zahl der Todesopfer auf 23, von denen bislang 20 identifiziert werden konnten.

Ein Sprengstoffexperte der Polizei hatte kurz nach dem Anschlag erklärt, er glaube nicht, dass die Explosion von einem Selbstmordattentäter ausgelöst worden sei. Die Bombe sei vor der Kirche in einem grünen Auto versteckt gewesen, das von mehreren Augenzeugen beschrieben worden sei.

Das Auto und ein Mann, der neben dem Wagen stand und mit seinem Handy telefonierte, taucht in den Aussagen mehrerer Gottesdienstbesucher und Polizisten auf, die zum Zeitpunkt des Anschlages vor der Kirche gestanden hatten. Die ägyptische Regierung hatte schon relativ bald nach dem Anschlag ausländische Terroristen mit Verbindung zum Terrornetzwerk al-Kaida für das Massaker verantwortlich gemacht.

Christen und Muslime protestieren gemeinsam

Die Protestaktionen von Christen gegen den Anschlag gingen derweil weiter. An einigen Demonstrationszügen beteiligten sich auch Muslime. An der islamischen Al-Azhar-Universität in Kairo versammelten sich etwa 2000 Studenten. Sie riefen: "Ich bin Muslim, und ich lehne dies ab" und "Wir sagen nein, zu denjenigen, die Ägypten in Brand setzen wollen".

Die Polizei verstärkte unterdessen die Sicherheitsvorkehrungen rund um die größeren Kirchen des Landes. Die koptisch-orthodoxen Christen feiern am 7. Januar das Weihnachtsfest. Vor einem Jahr hatte ein Extremist in der Weihnachtsnacht in der oberägyptischen Ortschaft Naga Hammadi nach dem Gottesdienst sechs Christen und einen muslimischen Polizisten erschossen.

kng/DPA
 
 
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