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Türkei macht Kurden für Anschlag verantwortlich - neues Attentat im Südosten

Der Anschlag von Ankara ist laut türkischer Regierung vom PKK-Ableger YPG verübt worden. Die PKK hält dagegen. Derweil kam es im Südosten des Landes zu einem neuen Anschlag. 14 Menschen wurden festgenommen.

Die türkische Polizei hat den Anschlagsort in Ankara weiträumig abgesperrt

Ankara am Tag nach dem Attentat: Die türkische Polizei hat den Anschlagsort weiträumig abgesperrt

Der verheerende Terroranschlag in Ankara geht nach Angaben der türkischen Regierung auf das Konto der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und ihres syrischen Ablegers YPG. Ein 23 Jahre alter YPG-Kämpfer aus Syrien habe das Attentat in der Hauptstadt am Vorabend mit  Unterstützung der "separatistischen Terrororganisation" verübt, sagte der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu am Donnerstag in Ankara. Neun Menschen seien in Verbindung mit dem Anschlag festgenommen worden. Die YPG ist der bewaffnete syrische Ableger der PKK in der Türkei.

PKK übernimmt nicht die Verantwortung

PKK-Kommandeur Cemil Bayik sagte dagegen der PKK-nahen Agentur Firat: "Wir wissen nicht, wer das getan hat. Es könnte aber ein Vergeltungsschlag für die Massaker in Kurdistan gewesen sein." 

Zuvor hatten mehrere türkische Zeitungen unter Berufung auf die Polizei berichtet, bei dem Attentäter handele es sich um einen Mann, der als Flüchtling in die Türkei gekommen sei und einer Kurdenmiliz in Syrien nahegestanden habe. Er habe das Anschlagsauto gefahren und sei durch die Explosion getötet worden. Der Mann sei mittels bei seiner Einreise genommener digitaler Fingerabdrücke identifiziert worden.

Bei dem Autobombenanschlag auf einen Militärkonvoi im Regierungsviertel von Ankara waren am Mittwoch 28 Menschen getötet und mehr als 60 weitere verletzt worden. Bislang bekannte sich niemand zu der Tat. Nach Angaben der türkischen Führung wurden inzwischen 14 Verdächtige festgenommen. Die Zahl werde voraussichtlich noch steigen, sagte Erdogan am Donnerstag.

Mehrere Tote bei neuem Anschlag auf Militär 

Derweil wurden am Donnerstagmorgen bei einem neuen Angriff auf die türkische Armee im Südosten des Landes mindestens sechs Soldaten getötet. Ziel des Anschlags in der Ortschaft Lice in der Provinz Diyarbakir sei ein Militärkonvoi gewesen, hieß es aus Kreisen der Sicherheitskräfte. Diese machten die PKK für den Angriff verantwortlich.

Seit dem bislang blutigsten Anschlag in der Türkei, bei dem im Oktober bei einer prokurdischen Friedensdemonstration in Ankara 103 Menschen getötet wurden, gilt die höchste Terrorwarnstufe. Die türkischen Behörden machten damals die Dschihadistenorganisation Islamischer Staat (IS) für die Tat verantwortlich.

Vor einem Monat sprengte sich ein mutmaßlicher IS-Anhänger in Istanbul in die Luft und tötete elf deutsche Touristen. Die türkischen Sicherheitskräfte nahmen in den vergangenen Wochen zahlreiche mutmaßliche IS-Kämpfer fest, die Anschläge in Ankara und der Metropole Istanbul geplant haben sollen.

Luftwaffe fliegt neue Angriffe auf PKK-Stellungen

Im Südosten des Landes geht die Armee mit aller Härte gegen die Rebellen der PKK vor. PKK-Kämpfer verüben immer wieder Anschläge auf die türkischen Sicherheitskräfte. Der jahrzehntelange Konflikt mit der Arbeiterpartei Kurdistans eskalierte im vergangenen Sommer wieder, nachdem der Friedensprozess mit der türkischen Regierung zusammengebrochen war.

Die türkische Luftwaffe flog in der Nacht zum Donnerstag neue Angriffe auf PKK-Stellungen im Nordirak. Wie das Militär mitteilte, wurden Ziele in der gebirgigen Grenzregion Haftanin bombardiert. Die Armee hatte in der PKK-Hochburg demnach bis zu 70 Kämpfer, darunter auch Anführer der Rebellen, im Visier.

mad/AFP/DPA
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