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Was die Revolte mit Israel macht

Die arabische Welt steht in Flammen: Tunesien, Ägypten, Jordanien - überall wanken die Regierungen. Und mittendrin Israel. Dort geht die Angst um, Iran und die Hamas könnten am Ende die Gewinner sein.

Von Niels Kruse

  Kalte Freundschaft: Israels Ministerpräsident Netanjahu (l.) und Ägyptens Staatschef Mubarak

Kalte Freundschaft: Israels Ministerpräsident Netanjahu (l.) und Ägyptens Staatschef Mubarak

Der Sturm der Revolte tobt über dem Nahen Osten und es ist noch nicht absehbar, welche politische Landschaft er hinterlassen wird. Während sich in Tunesien ein demokratisches Happy End andeutet, träumt der Iran bereits großspurig von einem "islamischen Erwachen" in der Region. Und in Ägypten, wo die Proteste nun ihren Höhepunkt erreichen, scheint alles möglich: Von einer gemäßigten Regierung über eine Militärherrschaft bis hin zu einem islamistischen Regime. Eines aber steht jetzt schon fest: Für das kleine und isolierte Israel wird nach dem arabischen Aufruhr nichts mehr so sein wie bisher.

Der frühere Botschafter der USA in Israel, Martin Indyk, sieht eine "historische Wende" in der Region: "In Ägypten und im Nahen Osten liegt die Revolution in der Luft", sagt der Nahost-Experte vom Brookings-Institut in Washington. "Wir begeben uns auf unerforschtes Gelände." Diese Ungewissheit betrachtet Israel mit Sorge. Bislang waren die meisten Nachbarn zwar feindlich gesinnt, aber halbwegs stabil und berechenbar, doch das ändert sich gerade. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu sagte nun: "Israel ist eine Demokratie und setzt sich für liberale und demokratische Werte im Nahen Osten ein. Wenn es jedoch extremistischen Kräften erlaubt wird, demokratische Prozesse zur Machtergreifung auszunutzen, um dann anti-demokratische Ziele voranzutreiben, dann wird der Ausgang schlecht für den Frieden und schlecht für die Demokratie sein."

Keine Kritik an Mubarak aus Jerusalem

Das Land am Nil ist bislang der einzige Verbündete Israels in der Region, Husni Mubarak und Vizepräsident Omar Suleiman sind die letzten "großen Freunde". Es ist eine kühle Partnerschaft, die die beiden Staaten verbindet, aber eine verlässliche. Vor allem auch, weil der Diktator unerbittlich sämtliche radikalen Kräfte unterdrückt - und sich etwa offen gegen die im Gazastreifen regierende Hamas stellt. Muss Mubarak gehen, dann verliert Israel seine stabile Rückendeckung. Kritische Töne aus Jerusalem am ägyptischen Staatschef sind deshalb so gut wie gar nicht zu hören.

Ein weiteres Problem: Mubarak ist auch für die Palästinenser, die, von Lippenbekenntnissen abgesehen, von der arabischen Welt weitgehend ignoriert werden, ebenfalls eine der wenigen starken Schultern, die Halt versprechen. Der Abgang des moderaten Lagers könnte die arabische Welt insgesamt schwächen und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas isolieren. Zumal im Westjordanland viele Palästinenser über die harte Hand der Autonomiebehörde, über willkürliche Festnahmen und Polizeifolter klagen. Doch die Machthaber in Ramallah sind einer der wenigen Garanten dafür, dass die Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern nicht zunehmen. "Die Palästinenserbehörde ist eindeutig besorgt über die Entwicklungen in Ägypten", sagt der palästinensische Politikexperte Hani Masri.

"Israelische Besatzung ist größte Sorge unseres Volks"

Palästinensische Kommentatoren rechnen jedoch nicht damit, dass der Funke des Widerstands gegen die eigene Führung auf die Palästinensergebiete überspringen wird. "Die politische Situation in Palästina ist anders als in arabischen Ländern", sagt der palästinensische Arbeitsminister Ahmed Madschdalani. "Wir leben unter israelischer Besatzung, und dies ist die größte Sorge des palästinensischen Volks."

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Auch der Friedensprozess hängt an Ägypten und der große Gewinner des arabischen Frühlings könnte Iran sein

Aufruf zum Aufstand gegen Abbas

Sollten sie sich irren und die Autonomiebehörde ins Wanken geraten, könnten davon die Islamisten der Hamas profitieren. Die Hamas tanze bereits vor Freude auf den Tischen, heißt es in israelischen Kommentaren. Angefacht durch die Aussicht, dass möglicherweise die befreundeten Muslimbrüder demnächst in Kairo mit an der Regierung sitzen, ruft die Hamas ihre Anhänger im Westjordanland bereits zum Aufstand gegen Abbas und seine Gefolgsleute auf.

Zudem treibt die Islamisten im Gazastreifen auch die Hoffnung um, dass die Muslimbrüder den Waffenschmuggel in den Gazastreifen tolerieren könnte. Israel würde dann sein ganzes Sicherheitskonzept ändern und noch mehr Geld in die Verteidigung pumpen, sagen Experten voraus. Kühne Stimmen glauben sogar, dass Ägypten nach einem Regierungswechsel die Grenze zum bislang abgeschotteten Gazastreifen öffnen könnte.

Auch der Friedensprozess zwischen Israel und den Palästinensern hängt an Ägypten. Denn sollte das seit 30 Jahren bestehende Abkommen mit dem Nachbarstaat womöglich gekündigt werden, macht es aus israelischer Sicht keinen Sinn mehr, Verträge mit Syrien oder den Palästinensern zu schließen. Außerdem könnte Ägypten als konstruktiver und stabilisierender Faktor im Friedensprozess verschwinden. Und ein völlig isoliertes Israel könnte versucht sein, unvorhersehbare einseitige Schritte zu unternehmen. Dies würde dann zu noch mehr Instabilität in der Region führen.

Auch in anderen Nachbarstaaten rumort es

Doch Ägypten ist nicht das einzige Nachbarland Israels, das vor dem Umbruch steht. Auch im ebenfalls befreundeten Jordanien sind die Menschen auf die Straße gegangen, weil die Regierung nicht in der Lage ist, die desolate wirtschaftliche Lage in den Griff zu kriegen. Unter dem Druck der Proteste tauscht König Abdullah II. Anfang Februar den Regierungschef aus. In Syrien hat die Opposition einen "Tag des Zorns" angekündigt, um gegen "Monokratie, Korruption und Tyrannei" zu protestieren.

Die Pessimisten unter den Betroffenen glauben, dass der Hauptgewinner des arabischen Frühlings Israels Erzfeind Iran sein könnte. Benjamin Netanjahu warnte sogar, Ägypten 2011 drohe eine Entwicklung wie im Iran vor der islamischen Revolution 1979, die in einem diktatorischen Gottesstaat endete. Auch wenn die Iraner in der arabischen Welt traditionell skeptisch beäugt werden, wird das Regime in Teheran die Übergangszeit in den Staaten sicher dazu nutzen, seinen Einfluss auszubauen. Im Libanon, einem weiteren Nachbar Israels, ist das bereits gelungen. Nach einer Regierungskrise ist es nun die von Iran unterstützte Hisbollah, von deren Wohl und Wehe der neue Ministerpräsident Najib Mikati abhängt.

mit Agenturen

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