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2. Februar 2011, 11:45 Uhr

Anhänger prügeln sich mit Regimegegnern

Kommt es jetzt doch noch zum Ausbruch der Gewalt in Kairo? Auf dem Tahrir-Platz sind Mubarak-Anhänger und Demonstranten aneinandergeraten. Die Stimmung ist aufgeheizt.

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Ein Kontrollpunkt der Armee am Tahrir-Platz in Kairo. Das Miliär hat jetzt ein Ende der Proteste verlangt© Jim Hollander/dpa

In der ägyptischen Hauptstadt Kairo ist es am Mittwoch zu Zusammenstößen zwischen Gegnern und Anhängern von Präsident Husni Mubarak gekommen. Auch Polizisten in Zivil seien beteiligt gewesen, berichten Augenzeugen vom zentralen Tahrir-Platz, wo seit über einer Woche zehntausende Menschen gegen die ägyptische Führung protestieren. Den Berichten zufolge sind dabei mehrere Menschen verletzt worden. Die Demonstranten beider Lager seien mit Fäusten und Knüppeln aufeinander losgegangen, auch Steine seien geflogen, hieß es.

Zuvor hatte die ägyptische Armee die Bevölkerung aufgefordert, die Demonstrationen zu beenden. Die Bürger hätten ihre Botschaft überbracht, ihre Forderungen seien gehört worden, nun sei es an der Zeit, wieder zum normalen Leben zurückzukehren, sagte ein Armeesprecher im staatlichen Fernsehen.

"Die Streitkräfte appellieren an Sie ... Sie sind auf die Straße gegangen, um ihre Forderungen auszudrücken, und Sie können jetzt zum normalen Leben zurückkehren", sagte er.

Mubarak bringt Reform auf den Weg

Einen Tag nach den Massenprotesten gegen sein Regime hat Mubarak derweil die versprochene Verfassungsreform auf den Weg gebracht. Das ägyptische Fernsehen meldete am Mittwoch, die Reform solle binnen 70 Tagen abgeschlossen werden. Dabei geht es vor allem um einen Paragrafen, der es unabhängigen Kandidaten praktisch unmöglich macht, für das Amt der Präsidenten anzutreten.

Die Änderung dieses Paragrafen war vor Beginn der Protestaktionen vor einer Woche eine der wichtigsten Forderungen der Opposition gewesen. Jetzt, wo sich die außerparlamentarische Opposition zu einer Massenbewegung entwickelt hat, erwarten ihre führenden Köpfe jedoch noch weitere, radikalere Reformen. Das während der Massenproteste abgeschaltete Internet wurde am Mittwoch wieder freigeschaltet.

Mubarak will noch nicht weichen

In der Nacht zu Mittwoch hatten erneut tausende Menschen auf dem Tahrir-Platz in Kairo ausgeharrt. Das Militär hatte sich beim sogenannten "Marsch der Millionen" am Dienstag an seine Zusage gehalten, keine Gewalt gegen friedliche Demonstranten einzusetzen, deren Forderungen legitim seien.

Ägyptens Präsident Husni Mubarak hatte am Vortag erklärt, er verzichte auf eine weitere Amtszeit. Einen sofortigen Rücktritt lehnt er trotz der Massenproteste aber ab. Die Reaktion der Demonstranten darauf war geteilt: Während einige damit zufrieden sind, halten andere an ihrer Forderung nach einem sofortigen Rücktritt Mubaraks fest. Wie das Staatsfernsehen berichtete, wurde die Ausgangssperre in Kairo und anderen Städten gelockert.

Ägyptisches Parlament wurde suspendiert

Unterdessen ist laut Staatsmedien das ägyptische Parlament suspendiert worden, bis das Ergebnis der umstrittenen Wahl vom Dezember überprüft worden ist. Beide Kammern des Hauses hätten ihre Sitzungen "bis auf Weiteres" ausgesetzt, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Mena. Die Opposition hatte nach der Parlamentswahl Betrugsvorwürfe erhoben.

Mubaraks Regierungspartei hatte die Wahl gewonnen, die in der zweiten Runde von den wichtigsten Parteien der säkularen und islamistischen Opposition boykottiert worden war. Sie protestierten damit gegen den Verlauf der ersten Abstimmungsrunde Ende November, die ihrer Ansicht nach von Unregelmäßigkeiten gekennzeichnet war. Nach offiziellen Angaben gingen 424 der 508 Sitze an Mubaraks Nationaldemokratische Partei (PND).

kng/DPA/AFP/Reuters
 
 
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