+++Liveticker: Auswärtiges Amt warnt vor Reisen nach Kairo+++

3. Februar 2011, 21:37 Uhr

Die Bundesregierung warnt angesichts der gewaltsamen Unruhen vor Reisen in die ägyptische Hauptstadt Kairo sowie nach Alexandria und Suez. Verfolgen Sie alle Ereignisse in Ägypten im Liveticker.

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Chaos auf dem Tahrir-Platz: Oppositionelle und Mubarak-Anhänger liefern sich Straßenschlachten©

22:07 Uhr: Auswärtiges Amt warnt vor Reisen nach Kairo

Das Auswärtige Amt hat seine Sicherheitshinweise für Ägypten noch einmal verschärft und jetzt eine teilweise Reisewarnung ausgesprochen. "Aufgrund der gewaltsamen Auseinandersetzungen in Ägypten wird vor Reisen nach Kairo, Alexandria und Suez gewarnt", teilte das Außenamt am Donnerstagabend in Berlin mit. Diese ausdrückliche Warnung gilt aber nicht für die übrigen Landesteile einschließlich der Urlaubsgebiete am Roten Meer. Von Reisen in diese Regionen rät das Amt gleichwohl weiterhin dringend ab, was aber juristisch eine niedrigere Hinweisstufe ist.

21:40 Uhr: Mubarak befürchtet bei Rücktritt Chaos

In einem Interview mit dem US-Fernsehen hat der ägyptische Präsident Husni Mubarak für den Fall seines Rücktritts vor den Abgleiten seines Landes ins Chaos gewarnt. Er sei zwar zur Aufgabe des Amts bereit, sagte Mubarak am Donnerstag dem Sender ABC. Ein sofortiger Rückzug würde die Lage in Ägypten aber noch instabiler machen. "Wenn ich heute zurücktrete, wird es Chaos geben", zitierte ABC den Präsidenten in einer Presseerklärung.

19:00 Uhr: Westerwelle verurteilt Angriffe auf Pressefreiheit

Außenminister Guido Westerwelle verurteilt Angriffe gegen Ausländer und Journalisten bei den gewalttätigen Auseinandersetzungen in Ägypten scharf. "Wir sind außerordentlich besorgt über die Nachrichten, die sich häufen, dass auch Gewalt gegen Ausländer, insbesondere auch gegen ausländische Journalisten angewendet wird", sagte Westerwelle. "Wir verurteilen diesen Versuch der Einschüchterung unabhängiger Berichterstattung in aller Schärfe." Die Einschränkung der Pressefreiheit sei in keiner Weise hinnehmbar. Die Presse- und Versammlungsfreiheit in Ägypten müsse gewahrt werden. "Das ist die klare Erwartung an die ägyptischen Sicherheitsbehörden."

17:56 Uhr: Zehn Menschen sterben bei Zusammenstößen in Kairo

Nach Angaben von Ärzten in Behelfskliniken sind bei Ausschreitungen in Kairo zehn Menschen ums Leben gekommen.

17:31 Uhr: Muslimbrüder sollen mit Regierung reden

Die islamistischen Muslimbrüder sind nach Angaben des ägyptischen Vizepräsidenten zu einem Treffen mit Regierungsvertretern eingeladen worden. Die Gruppe gilt als eine der wichtigsten Oppositionskräfte in dem Land.

17:20 Uhr: Polizei nimmt Menschenrechtsaktivisten fest

Die ägyptische Polizei hat am Donnerstag in Kairo ausländische Mitarbeiter der Menschenrechtsorganisationen Amnesty International und Human Rights Watch festgenommen. Wie eine Sprecherin von Amnesty International sagte, umstellte die Militärpolizei ein Büro, in dem sich mehrere Menschenrechtsaktivisten aufhielten. Beamte hätten das Gebäude dann gestürmt und einen Amnesty-Mitarbeiter sowie weitere Menschenrechtsaktivisten festgenommen.

16:38 Uhr: Ausländer wird getötet

In Kairo ist nach Angaben von Rettungskräften und einem Augenzeugen ein Ausländer zu Tode geprügelt worden. Demnach befand sich der Ausländer auf dem Tahrir-Platz, wo Oppositionelle seit Tagen gegen Präsident Husni Mubarak demonstrieren. Die Identität und die Nationalität des Opfers sind noch nicht geklärt. Zuvor hatten sich auf dem Platz Gegner und Anhänger von Mubarak den zweiten Tag in Folge heftige Straßenschlachten geliefert.

16:30 Uhr: Hisbollah-Häftlinge flüchten

Mehrere in Ägypten wegen Terrorismus verurteilte Mitglieder der libanesischen Hisbollah haben das Chaos im Land zur Flucht aus dem Gefängnis genutzt. Entsprechende Fernsehberichte arabischer Sender bestätigte die Führung der pro-iranischen Islamisten-Organisation am Donnerstag in Beirut.

Unter den Geflohenen sei auch der Chef der ägyptischen Hisbollah-Zelle, Sami Chehab. Er war zusammen mit 25 weiteren Beschuldigten unter dem Vorwurf festgenommen worden, Anschläge gegen Touristenziele in Ägypten und auf Schiffe im Suez-Kanal geplant sowie Waffen in den Gazsatreifen geschmuggelt zu haben. Die Geflohenen befänden sich in Sicherheit, teilte die Hisbollah mit.

16:21 Uhr: Merkel spricht mit Mubarak

Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärt bei einem Besuch in Madrid, sei habe mit Mubarak telefoniert und ihm gesagt, dass der Dialog beginnen müsse. Es müsse einen Neuanfang geben.

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Ein Mubarak-Unterstützer durchbricht die Kette der Soldaten und versucht, zu den Oppositionellen vorzudringen©

15:57 Uhr: Mubarak-Anhänger stürmen Hotels

Nach einem Bericht des Fernsehsenders Al-Arabija stürmen Anhänger Mubaraks Hotels in Kairo und machen Jagd auf Journalisten.

Ägyptens Vize-Präsident erklärte derweil laut einem Bericht des staatlichen Fernsehens, dass Mubaraks Sohn nicht für das Präsidentenamt kandidieren wird. Gamal Mubarak galt als möglicher Nachfolger seines seit fast 30 Jahren herrschenden Vaters, obwohl dies nie offiziell bestätigt wurde.

15:35 Uhr: Brenzlige Situation für Journalisten

Für Journalisten in Ägypten wird die Arbeit immer gefährlicher. In den vergangenen Tagen gerieten ausländische Reporter bei den blutigen Protesten auf den Straßen zwischen die Fronten und wurden verfolgt, angegriffen und verhaftet. Einige verletzten sich und mussten in Krankenhäusern behandelt werden. Auch deutsche Journalisten sind gefährdet. Vom Regime werden ausländische Medien mit ihrer Berichterstattung für die Unruhen im Land beschuldigt.

Die Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) beklagte, bei den Übergriffen seien auch mehrere Berichterstatter geschlagen und ihrer Ausrüstung beraubt worden. Betroffen seien Mitarbeiter von Sendern wie BBC, Al-Dschasira, CNN, Al-Arabija und ABC News. Auch Polizisten sollen zu den Tätern gehört haben. "Diese Angriffe scheinen Racheakte gegen internationale Medien zu sein, die die Forderungen der Demonstranten nach einem Rücktritt Mubaraks übermitteln", sagte ROG-Generalsekretär Jean-François Julliard.

15:27 Uhr: Ausländer verlassen Ägypten

Der Strom der aus Kairo ausreisenden Ausländer reißt nicht ab. Viele Ausländer, die in Ägypten arbeiten und zunächst geplant hatten, trotz der Unruhen zu bleiben, flogen am Donnerstag aus, auch mit der deutschen Lufthansa. Zahlreiche Staaten organisierten Evakuierungsflüge, darunter auch die Türkei. Diplomaten aus Österreich und der Schweiz warteten ebenfalls am Flughafen Kairo auf ihre Landsleute. Die Warteschlangen waren im neuen Terminal nicht mehr so lang wie an den Tagen zuvor.

15:24 Uhr: Regimevertreter dürfen nicht ausreisen

Ein ägyptischer Generalstaatsanwalt hat am Donnerstag ranghohen Vertretern des Regimes von Präsident Husni Mubarak eine Ausreise untersagt. Die Anordnung betreffe Wirtschaftsleute und frühere Minister, berichteten ägyptische Staatsmedien. Außerdem seien Bankkonten eingefroren worden.

Von der Anordnung betroffen waren ranghohe Vertreter von Mubaraks Nationaldemokratischer Partei (NDP) wie der Stahlmagnat Ahmed Ezz. Außerdem wurde der frühere Innenminister Habib al-Adli genannt, der bei der Opposition verhasst ist und in der vergangenen Woche entlassen worden war.

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Regierungschef Ahmed Schafik kündigt im TV den Dialog mit der Opposition an©

15:20 Uhr: Regierung will mit Muslimbruderschaft sprechen

Die neue ägyptische Regierung will die dramatische politische Lage auch mit der islamistischen Muslimbruderschaft besprechen. Keine Gruppe werde von dem Dialog ausgeschlossen, sagte Regierungschef Ahmed Schafik in einer am Donnerstag vom ägyptischen Fernsehen übertragenen Pressekonferenz. Die Muslimbrüder sind in Ägypten offiziell verboten, sie haben aber viele Anhänger. Sie wollen an einer neuen, von der Opposition geforderten Regierung der nationalen Einheit beteiligt sein. Mehrere Oppositionsgruppen haben erklärt, für einen Dialog mit der Regierung sei der Rücktritt von Präsident Husni Mubarak Bedingung.

Schafik kündigte außerdem die Bestrafung der Verantwortlichen für die nächtlichen Angriffe auf Regimegegner und eine Untersuchung der Vorgänge auf dem Platz an. "Ich verspreche, die Ergebnisse werden offengelegt", sagte er in einer vom ägyptischen Fernsehen übertragenen Rede. Die Angreifer hätten auf dem Platz gezielt Gewalt angewendet. Ihr Ziel sei es gewesen, Öl ins Feuer zu gießen. "Es ist nicht akzeptabel, dass Bruder gegen Bruder kämpft." Schafik rief zu Ruhe auf.

14:33 Uhr: Vodafone versendet Propaganda-SMS

Der Mobilfunkbetreiber Vodafone hat in Ägypten Kurzmitteilungen mit staatlicher Propaganda verbreitet. Das Unternehmen teilte in London mit, es sei ebenso wie die Mobilfunkanbieter Mobinil und Etisalat von den Behörden angewiesen worden, seit Beginn der Proteste "Mitteilungen an das ägyptische Volk zu verschicken". Die Behörden hätten sich dabei auf die Notstandsbefugnisse des Telekommunikationsgesetzes berufen. Vodafone folgte der Anweisung, protestierte aber nach eigenen Angaben bei den Behörden gegen diese als inakzeptabel bezeichnete Situation. "Wir haben deutlich gemacht, dass all diese Mitteilungen transparent sein sollten und eindeutige Urheberangaben enthalten sollten", hieß es in einer Pressemitteilung des britischen Konzerns.

14:20 Uhr: ZDF-Journalistin ist wieder frei

ZDF-Chefredakteur Peter Frey hat bekannt gegeben, dass die Journalistin, die für die "New York Times" und für das ZDF arbeitet, wieder auf freiem Fuß ist. Nach 20 Stunden Haft in Kairo wurde sie aus einem Hochsicherheitstrakt entlassen. Die Frau war am Mittwochnachmittag auf der Fahrt von Alexandria nach Kairo festgenommen worden. Unterdessen spricht das US-Außenministerium von einer gezielten Kampagne zur Einschüchterung von internationalen Journalisten in Kairo. "Wir verurteilen solche Aktionen", erklärt Ministeriumssprecher P.J. Crowley über Twitter.

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Die Regierungsgegner in Kairo haben sich verbarrikadiert und werfen mit Steinen auf Mubarak-Anhänger©

14:00 Uhr: Auf dem Tahrir-Platz fallen Schüsse

Nach Berichten des TV-Senders Al-Arabija sind auf dem Tahrir-Platz in Kairo zahlreiche Schüsse zu hören. Ein Fotograf der Nachrichtenagentur DPA hat beobachtet, dass sich Soldaten mit Kalaschnikow-Gewehren verstärkt zwischen beide Seiten stellten. Auf dem Platz befanden sich unverändert mehrere Tausend regierungsfeindliche Demonstranten. Ihnen standen im Bereich der 6.-Oktober-Brücke mehrere Hundert Mubarak-Anhänger gegenüber. Die Demonstranten errichteten weitere Barrikaden. Die Panzer der Streitkräfte haben ihre Rohre inzwischen nicht mehr in die Richtung der Platzmitte gerichtet, sondern in die Gegenrichtung.

13:41 Uhr: Ban Ki Moon ist besorgt über Gewalt

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon äußert sich besorgt über die zunehmende Gewalt. Er habe alle Seiten aufgefordert, sich zurückzuhalten, sagt er auf einer Pressekonferenz in London. "Gewaltsame Angriffe auf friedliche Demonstranten sind völlig inakzeptabel."

13:24 Uhr: Journalisten werden verprügelt

Auch Journalisten geraten während der Zusammenstöße zwischen Mubarak-Gegnern und -Unterstützern in Kairo offenbar wieder ins Visier von gewaltbereiten Demonstranten. Journalisten und Menschenrechtsaktivisten berichteten über neue Angriffe von Anhängern des Präsidenten in der Stadt. Der Sender Al-Arabija berichtete, eine eigene TV-Crew sei verprügelt worden. Mitarbeiter des Menschenrechtszentrums "Hischam Mubarak" seien in ihrem Büro von Anhängern des Regimes eingekesselt worden, sagte ein Mitarbeiter von Human Rights Watch. Reuters berichtet, ein Mitglied des Kamerateams der Nachrichtenagentur sei zusammengeschlagen worden. Das Team filmte Geschäfte und Banken, die wegen der Krawalle schließen mussten.

12:51 Uhr: Armee droht mit Panzer

Offenbar hat die Armee damit begonnen, die Mubarak-Anhänger zurückzudrängen. Laut Reuters soll sie dabei auch einen Panzer als Drohung eingesetzt haben. Eine Augenzeugin berichtete, wie sich der Turm des Kettenfahrzeugs drohend auf Mubarack-Freunde gerichtet habe, die Demonstranten mit Steinen beworfen haben. Dann habe sich das Kettenfahrzeug in Bewegung gesetzt und die Steinewerfer vertrieben.

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In Kairo werfen Mubarak-Unterstützer und -Gegner wieder Steine aufeinander©

12:15 Uhr: Gewalt flammt wieder auf

Im Zentrum Kairos haben sich Anhänger und Gegner des ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak erneut heftige Auseinandersetzungen geliefert. Beide Seiten hätten sich mit Steinen beworfen, berichtete ein Reuters-Reporter. Zu den Zusammenstößen sei es in einer Seitenstraße des zentralen Tahrir-Platzes gekommen, auf dem die Gewalt bereits am Mittwoch eskaliert war. Die Mubarak-Anhänger hätten Säcke mit Steinen herangeschafft, um die Regierungsgegner damit zu attackieren. Augenzeugen berichteten zudem, Zivilisten hätten auf dem Tahrir-Platz Ausweise kontrolliert und mehrere Ausländer abgeführt. Weitere Details wurden nicht bekannt. Aufgrund der jüngsten Attacken auf Journalisten räumten weitere Medien ihre Büros in der Innenstadt von Kairo.

11:35 Uhr: Regierungschef entschuldigt sich für Gewalt

Der neue ägyptische Regierungschef Ahmed Schafik hat sich für die Gewalt gegen protestierende Regime-Gegner in Kairo entschuldigt. "Für Angriffe auf friedliche Demonstranten gibt es keine Ausreden, und deswegen entschuldige ich mich dafür", sagte Schafik dem TV-Sender Al Hayat. Unterdessen bestritt die Regierung weiter, in die Angriffe von Anhängern des Präsidenten Husni Mubarak auf Regimegegner im Zentrum von Kairo verwickelt zu sein. Dabei hatte es in der Nacht zum Donnerstag Tote und hunderte Verletzte gegeben.

11:00 Uhr: ElBaradei will keine Verhandlungen ohne Vorbedingungen

Der ägyptische Oppositionsführer Mohamed ElBaradei lehnt das Verhandlungsangebot der Regierung ohne Vorbedingungen ab. ElBaradei fordert, zuerst müsse Präsident Husni Mubarak sein Amt niederlegen. Weiter sagt ElBaradei Reuters, vor jedweder Verhandlung müsse die Sicherheit auf dem Tahrir-Platz im Zentrum Kairos wiederhergestellt werden. Ein Sprecher der einflussreichen oppositionellen Muslimbruderschaft lehnt Vereinbarungen ab, die sich aus Verhandlungen mit der Regierung ergeben könnten.

10:47 Uhr: EU fordert Strafverfolgung der Angreifer

Nach den blutigen Ausschreitungen in Ägypten hat die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton die Regierung des arabischen Landes aufgerufen, die Verantwortlichen vor Gericht zu stellen. "Die Regierung ist verantwortlich für das Wohlergehen und die Sicherheit der Bevölkerung", erklärte Ashton in Brüssel. "Die Verantwortlichen für den Verlust von Menschenleben und Verletzungen sollten für ihre Taten zur Rechenschaft gezogen und vor Gericht gestellt werden."

Zudem appellierten fünf EU-Länder, darunter Deutschland, zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage an die ägyptische Führung. In einer gemeinsamen Erklärung, die das französische Präsidialamt am Donnerstag veröffentlichte, verurteilten die Unterzeichner "alle, die Gewalt anwenden oder dazu ermutigen". Neben Merkel unterschrieben Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy, der britische Premierminister David Cameron, der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi und der spanische Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero den Text.

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Einige Demonstranten verlassen den Tahrir-Platz in Kairo gar nicht mehr, sondern legen zwischendurch einfach eine Ruhepause ein©

10:32 Uhr: Vizepräsident spricht mit Opposition

Das ägyptische Staatsfernsehen hat am Donnerstag gemeldet, Vizepräsident Omar Suleiman habe einen Dialog mit der Opposition begonnen. Nach Angaben von Regierungsgegnern handelt es sich bei diesen Oppositionellen um Vertreter von sechs kleineren Parteien: Al-Takaful, Al-Dusturi, Jugend Ägyptens, Die Generation, Der-Frieden, und ein Flügel der Al-Ghad-Partei, der sich schon vor längerer Zeit von Parteiführer Eiman Nur losgesagt hatte.

Die meisten Oppositionellen, die sich mit den Demonstranten auf dem Tahrir-Platz solidarisiert haben, hatten jedoch erklärt, sie wollten erst nach einem Rücktritt von Präsident Husni Mubarak mit Suleiman über demokratische Reformen sprechen.

10:30 Uhr: Armee gibt passive Haltung auf

Seit Mittwochnachmittag versucht ägyptische Armee, die Auseinandersetzungen zwischen Gegnern und Anhängern des Regimes zu stoppen. Nach Informationen der Agentur Reuters schieben sich die Soldaten zwischen beide Gruppen und bilden eine 80 Meter breite Pufferzone, die die Kontrahenten voneinander fernhalten soll. Damit gibt die Armee erstmals seit dem Ausbruch der Gewalttätigkeiten ihre passive Haltung auf.

10:18 Uhr: Unruhen auch auf dem Sinai

Auch auf der Sinai-Halbinsel gehen die Menschen weiter gegen Ägyptens Präsident Husni Mubarak auf die Straße. Hunderte Regierungsgegner demonstrierten am Donnerstag in der Stadt Al-Arisch im nördlichen Sinai. Sie verlangten den Rücktritt von Mubarak, berichteten Augenzeugen. In der Nacht zuvor war es in mehreren Städten auf dem Sinai zu Zusammenstößen zwischen Gegnern und Anhängern des Mubarak-Regimes gekommen. Über mögliche Opfer wurde zunächst nichts bekannt. Die Proteste und Unruhen am Sinai haben sich bislang aber nicht auf die Urlaubsgebiete am Roten Meer, darunter der Badeort Scharm el Scheich, ausgebreitet.

9:39 Uhr: Mubarak-Anhänger strömen bewaffnet zum Tahrir-Platz

Anhänger von Ägyptens Präsident Husni Mubarak strömen zum Tahrir-Platz im Herzen von Kairo. Sie seien mit Messern bewaffnet, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Augenzeugen. Versammelt hätten sie sich im Stadtteil Giseh auf der anderen Seite des Nils und bewegten sich aufs Zentrum zu.

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Auch am Morgen gingen die Krawalle in Kairo weiter©

9:30 Uhr: Moslembrüder fordern Regierung der nationalen Einheit

Im Fernsehesender Al-Dschasira haben die Moslem-Brüder das Ende des Mubarak-Regimes gefordert. "Wir fordern, dass das Regime abgesetzt wird und eine Regierung der nationalen Einheit mit allen Fraktionen gebildet wird", heißt es in einem Statement.

9:12 Uhr: Armee verliert offenbar die Geduld

Laut einem BBC-Reporter verliert das Militär langsam die Geduld. Sollten die Mubarak-Anhänger weiter auf friedliche Demonstranten schießen, werde die Armee das Feuer auf sie eröffnen, habe ein ägyptischer General im Ruhestand angekündigt.

8:50 Uhr: Staatsfernsehen: Opposition bereit zu "nationalem Dialog"

Die Opposition bemüht sich offenbar, die Lage nicht weiter anzuheizen. Das Staatsfernsehen meldete, zwölf Oppositionsparteien hätten ihre Bereitschaft "zu einem nationalen Dialog" erklärt.

8:49 Uhr: Rolle der Polizei bleibt diffus

Unklarheit herrscht weiter über die Präsenz der Polizei in Kairo. Laut Fernsehberichten sei die Polizei wieder auf den Straßen. Augenzeugen berichteten jedoch, in mehreren Vierteln eines Bezirkes sei am Morgen kein einziger Polizist zu sehen gewesen.

8:40 Uhr: Westerwelle befürchtet Zuspitzung

Bundesaußenminister Guido Westerwelle befürchtete eine weitere Zuspitzung der Lage in Ägypten. Die Bundesregierung setze darauf, dass es am Donnerstag Fortschritte in den Bemühungen gebe, einen Dialog zwischen Regierung und Opposition in Gang zu bringen. "Ansonsten befürchte ich, auch vor dem Hintergrund der morgigen Freitagsgebete, dass es auch zu einer weiteren Zuspitzung der Lage kommen kann", sagte der Minister in der ARD.

Auf die Frage, ob Präsident Husni Mubarak nicht sofort zurücktreten müsse, mochte Westerwelle wie schon in den vergangenen Tagen keine klare Antwort zu geben. "Wer das ägyptische Volk regiert, das kann nur vom ägyptischen Volk selbst entschieden werden", sagte er.

8:39 Uhr: Armee verschärft offenbar Ausweiskontrollen

Ein Reporter des österreichischen Nachrichtenmagazins "profil" berichtet, dass die Armeeposten an den Zugängen zum Tahrir-Platz die Ausweiskontrollen verschärft hätten. Auf dem Platz seien viele Menschen mit Kopfverbänden zu sehen.

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Gewaltausbruch in Kairo: Molotow-Cocktails fliegen, Feuer lodern nahe des Tahrir-Platzes©

8:31 Uhr: Gesundheitsministerium spricht von fünf Toten

Und wieder eine neue Opferzahl. Nun heißt es von Seiten des Gesundheitsministeriums, dass bei den blutigen Auseinandersetzungen seit Mittwoch fünf Menschen ums Leben gekommen sind. 830 Menschen seien verletzt worden. Zuvor war in diversen Medienberichen und Agenturmeldungen von zwei bis fünf Toten allein in der Nacht zum Donnerstag die Rede gewesen.

7:26 Uhr: Militär nimmt erste Schläger fest

Nach der blutigen Nacht der Gewalt in Kairo hat die ägyptische Armee am Morgen mehrere Menschen festgenommen. Das berichtete der Fernsehsender Al-Arabija. Über die Zahl der Festgenommenn wurde nichts bekannt, genauso wenig, ob sie dem Lager der Demonstranten oder der Mubarak-Anhänger angehört haben.

6:05 Uhr: Menschen strömen auf den Tahrir-Platz

Die Lage auf dem Tahrir-Platz hat sich nach den blutigen Auseinandersetzungen der Nacht ein wenig beruhigt. Nach Ablauf der Ausgangssperre strömen wieder Menschen aus allen Richtungen zum Zentrum des Widerstands in Kairo. Überall sind aus der Nacht noch Barrikaden und ausgebrannte Fahrzeuge zu sehen.

Der Sender Al-Arabija hatte berichtet, vier Menschen seien in der Nacht durch Schüsse ums Leben gekommen. Der Sender berief sich auf Augenzeugen und Mediziner. Der britische Sender BBC berichtete, bei den jüngsten Auseinandersetzungen zwischen Anhängern und Gegnern von Husni Mubarak seien am frühen Donnerstag mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen.

04:10: Zwei Demonstranten erschossen

Zwei Demonstranten sind auf dem Tahrir-Platz in Kairo Augenzeugen zufolge erschossen worden. Die Schüsse auf dem zentralen Platz der ägyptischen Hauptstadt seien am frühen Donnerstagmorgen gefallen. Bei Ausschreitungen zwischen Regierungslager und Opposition waren am Mittwoch nach offiziellen Angaben drei Menschen getötet und über 630 weitere verletzt worden.

kng/mlr/DPA/AFP/Reuters
 
 
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