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Tote und Verletzte bei Protesten gegen Präsident Mursi

Seit einem Jahr ist Mohammed Mursi Präsident Ägyptens. Das Land ist in dieser Zeit instabil geworden. Tausende forderten daher am Abend Mursis Rücktritt. Bei den Protesten starben sieben Menschen.

  Proteste gegen Präsident Mohammed Mursi in der ägyptischen Hafenstadt Alexandria

Proteste gegen Präsident Mohammed Mursi in der ägyptischen Hafenstadt Alexandria

Tausende von Ägyptern sind am Freitag auf die Straße gegangen, um den Rücktritt des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi zu fordern. Dabei starben mindestens sieben Menschen. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden 139 Menschen verletzt, wie die Zeitung "Al-Ahram" online berichtete. Wie die Zeitung "Al-Masri Al-Youm" am Samstag berichtet, soll Mursi mitsamt Familie bereits am Donnerstag ins präsidiale Sicherheitsquartier nach Kairo gebracht worden sein.

Die Proteste waren ein Vorgeschmack auf die für Sonntag geplanten Großkundgebungen der Opposition. In der Hafenstadt Alexandria gab es gewaltsame Zusammenstöße zwischen Anhängern und Gegnern der regierenden Islamisten. Dabei starb ein US-Amerikaner.

USA ziehen diplomatisches Personal ab

Nach Angaben der Sicherheitskräfte wurde er von einem zunächst nicht identifizierten Mann mit einem großen Messer in die Brust gestochen, als er Demonstranten fotografierte. General Amin Esseddin sagte, der US-Bürger sei schwer verletzt in ein Militärkrankenhaus gebracht worden und dort gestorben.

Das US-Außenministerium warnte Amerikaner vor nicht unbedingt nötigen Reisen in das Land. Wie das Außenministerium weiter bekanntgab, wurde ein Abzug eines Teils der US-Diplomaten und von Familienmitgliedern genehmigt. Alle US-Bürger wurden dringend aufgefordert, alle Demonstrationen in Ägypten zu meiden, weil selbst friedliche Versammlungen schnell gewalttätig werden könnten.

Bei der Massenschlägerei im Stadtteil Sidi Gaber war zuvor bereits ein Ägypter getötet worden. In Port Said kam ein ägyptischer Journalist ums Leben, als bei einer Demonstration ein Butangasbehälter von Feuerwerkskörpern getroffen wurde und explodierte. Nach Angaben der Zeitung "Al-Ahram" war es ein Unfall, bei dem auch zwölf Menschen verletzt wurden.

Pro-Mursi-Demonstration vor Kairoer Moschee

Die Protestbewegung will ein Jahr nach dem Amtsantritt von Präsident Mohammed Mursi seinen Rücktritt erzwingen. Die islamistische Führung des Landes lehnt Neuwahlen ab. Mursi war 2012 bei der ersten freien Präsidentschaftswahl mit knapper Mehrheit gewählt worden. Eine Protestbewegung will am Sonntag, dem Jahrestag seiner Vereidigung, mehr als 20 Millionen Unterschriften von Bürgern übergeben, die seine Absetzung und Neuwahlen fordern.

Die Demonstranten, die in Kairo, Al-Mahalla und Alexandria durch die Straßen marschierten, waren jedoch nicht die einzigen, die trotz des heißen Wetters mit Plakaten um die Unterstützung der Bürger warben. Tausende von Anhängern der islamistischen Parteien hielten im Kairoer Vorort Nasr-City eine Kundgebung unter dem Motto "Die Legitimität ist die rote Linie" ab.

Vor der Rabea al-Adawija Moschee in Kairo sammelten sich am Abend etwa 20.000 Menschen. Mehrere Redner warfen der Protestbewegung vor, sie werde "aus dem Ausland unterstützt, von Staaten, die nichts Gutes für Ägypten wollen". Sie betonten, Mursi werde nicht vor Ende seiner vierjährigen Amtszeit zurücktreten. Auch auf dem Tahrir-Platz, wo sich die Gegner der Islamisten sammelten, wurde es am Abend voll.

dho/DPA/DPA
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